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Kaiserbäder Usedom

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Kaiserbäder Usedom - Kaiserbäder Architektur

Kaiserbäder auf der Insel Usedom

Bäderstil der Kaiserbäder auf der Insel Usedom - Bäderarchitektur

Kaiserbäder Bäderarchitektur: Die kitschige (↑Historismus) aber vornehme „Bäderarchitektur“ der Kaiserbäder, zu denen die drei Kaiserbäder, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, mit ihren 250 Meter langen Seebrücken gehören, macht die Seebäder der Insel Usedom zu den elegantesten Badeorten der deutschen Nation.

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Als „Badewanne der Berliner“ werden noch heute die Seebäder und die drei Kaiserbäder, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, auf der Insel Usedom, in Vorpommern bezeichnet. Bei dem Ausspruch, „Das ist die Baderwanne der Berliner.“ nimmt der Volksmund nicht unbedingt Bezug auf den kurzen Weg zwischen Berlin und Vorpommern, sondern auch auf die historische Entwicklung der drei Kaiserbäder, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin auf der Insel Usedom, im 19. Jahrhundert. Die drei Kaiserbäder, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind mit einer 8 Kilometer langen Promenade verbunden, die nur wenige Meter vom 100 Meter breiten, weißen Sandstrand entlang verläuft. Die Kaiserbäder haben jeweils eine 250 Meter lange Seebrücke, welche ab 1880 Anleger für Schiffe waren. Der bis zu 200m breite Sandstrand, direkt vor den Kaiserbädern, verläuft flach und ohne Steine direkt in die Ostsee. Nur wenige Kilometer von den Kaiserbädern entfernt, verläuft heute die Grenze zu Polen und der polnischen Ostsee.

Teile des heutigen Vorpommern waren im 19. Jahrhundert Preußischer Besitz. Preußen war ein von 1525 bis 1945/47 bestehender Staat im nördlichen Mitteleuropa, der zeitweise souverän, Teil Polens oder Teil des Deutschen Reichs war. Swinemünde, im heutigen Polen, war der erste preußische Badeort, der mit staatlichen Zuwendungen und politischer Unterstützung durch den Preußischen König und späteren deutschen Kaiser, Wilhelm I. (* 22. März 1797 als Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen in Berlin, † 9. März 1888) zum Badestandort an der pommerschen Ostseeküste ausgebaut wurde. Im Jahre 1827 sollen den Badeort Swinemünde bereits über 2.000 Badegäste besucht haben. Während das Seebad Heiligendamm im damaligen Mecklenburg bereits 1793 von Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg (* 10. Dezember 1756 in Schwerin; † 1. Februar 1837 in Ludwigslust) initiiert wurde, waren die Badeorte auf der Insel Usedom noch weithin schlafend. Erst 1851 erhält Zinnowitz die Erlaubnis zur Aufnahme von Badegästen. Ein Jahr später, 1852 folgten die Orte Ahlbeck und Heringsdorf, welche unter recht provisorischen Bedingungen die ersten Badegäste empfingen. Das Seebad Bansin nahm erst 1897 seinen Badebetrieb auf.

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Als „Bäderarchitektur“ auch „kaiserzeitliche Seebäderarchitektur“, wird eine Art Baustil bezeichnet, der sich zwischen 1870 und 1938 in verschiedenen Ostseebädern etablierte und eindeutig der Gründerzeit zuzuordnen ist. Deshalb ist die „Bäderarchitektur“ als solche weder eine Epoche noch eine Kunstrichtung oder ein besonderer Baustil. Vielmehr entspringen die Grundzüge der „Bäderarchitektur“ des späten Klassizismus von 1835. Im Klassizismus prägten geradlinige, emporstrebende Linien und Formen die Architektur. Das Seebad Heiligendamm (1793) ist ein Meisterwerk streng klassizistischer Formgebung. Anders als in der städtischen Architektur zieren in den Seebädern viel aufwendigere Fassadendekorationen, Balkone, Erker, Türmchen, Wintergärten. Es gibt ganze und halbe Säulen, säulenartige Balustraden aus Stein und/oder Holz an den weißen vierstöckigen Villen. Man findet alles, was die dekorativen Elemente der vergangenen Stile und Epochen hergaben.

Die Gründerzeit, zwischen 1871 und 1873, war von einer Euphorie über das deutsche Wirtschaftswachstum geprägt, was an den Villen in den Kaiserbädern und neuen Seebädern der Kaiserzeit, mit viel Laubsägearbeiten und Stuck auch dargestellt wurde. Die neureichen Bankiers und Industriellen wollten um 1870 unbedingt ihren neuen Wohlstand durch die prunkvollen Villen zum Ausdruck bringen. Die Börse war zu diesem Zeitpunkt Schauplatz zügelloser Spekulationen. Dies führte dazu, dass schon bald die Grundsätze seriöser Finanzierung außer Acht gelassen wurden und auch Kredite langfristig vergeben wurden, die de facto durch kurzfristiges Kapital finanziert wurden und in Folge dessen nicht mehr gedeckt waren. Es folgte der Börsencrash von 1873, was zu einer gewissen Sparsamkeit im ausufernden Bauwesen der Seebäder beitrug. Trotz „Sparprogramm“ wollten die Bauherren in den Seebädern dennoch nicht auf ihre Türmchen und Balustraden verzichten.

Um den Sparzwängen der Bauherren Rechnung zu tragen, machten die Handwerksunternehmen verbilligte Angebote, bei denen einfach auf die Ornamentstiche und Entwürfe der klassischen Handwerksmeister, Künstler und Architekten oder auf erstmalig maschinell hergestellter Massenware zurückgegriffen wurde. 1870 entstanden die ersten mittleren Fabriken und Manufakturen in den mit Maschinen und technischen Hilfsmitteln zum Beispiel Metallzäune in Eisengießereien oder Ofen- und Wandkacheln in Ziegeleien, in Serie und als Massenware hergestellt wurden. Da diese Unternehmen vielfach über eine große Anzahl von antiken Entwürfen und zeitnahen Ornamentstichen (siehe Kupferstich) verfügten, sind alte Ornamentstiche als Vorlagen für die Fassadendekorationen in den Ostseebädern genutzt wurden. Dabei hat, ähnlich wie heute, keiner mehr auf Stiltreue geachtet. Vielmehr hat man verwendet, was gefiel.

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(Bild zeigt einen Ornamentstich aus dem frühen 19. Jahrhundert.)
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Die scheinbar mutwillige Vermischung ornamentaler Elemente und Dekore in der Gründerzeit wird als Historismus bezeichnet. Die Bezeichnung „Historismus“ ist die höfliche Umschreibung dekorativer Irritationen in den Gründerjahren (Gründerstil). Deshalb ist der Historismus weder ein Stil, noch eine Stilrichtung, eine Epoche oder dergleichen. Der Historismus ist bestenfalls ein Zeugnis der ersten sichtbaren Geschmacklosigkeiten aller Jahrhunderte. Das Zeitalter der industriellen Revolution und damit das Aufkommen kitschiger, mit Verzierungen überladener, maschinell hergestellter Massenware des Historismus ist mit dem Jugendstil (1902) um 1910 noch einmal abgelöst wurden. Es dauerte dann etwas länger bis der Jugendstil in den Seebädern Einzug hielt. „Als Ende des Gründerzeitstils kann der Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 bzw. der Werteumbruch am Ende der Kaiserzeit 1918 gesehen werden.“ (Quelle) In sofern ist es gewiss nicht falsch, wenn man sagt, dass die Kaiserbäder im Stile der Gründerjahre erbaut sind und die „Bäderarchitektur“ ein etwas übertriebener Gründerstil neureicher preußischer Bankiers und Industrieller des ausgehenden 19. Jahrhundert ist; – eben die Badewanne der Berliner.

Hinweis für Schüler:
In diesem Beitrag wird die Ansicht der Redaktion wiedergespiegelt. Das muss nicht die Ansicht des Lehrers sein.

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Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 22.09.14
Quellenangabe: Wikipedia, Weltgeschichte in Daten
Bildangaben:
Erstellt: 08.01.2007
Version: 25.09.2013
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