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Ivenack

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Gemeinde Ivenack in der Mecklenburgischen Schweiz

Ivenack

Englische Park Ivenack

Die Gemeinde Ivenack, fälschlich Ivenck, mit den 1000jährigen Eichen, direkt am 1200 Meter langen und ungefähr 600 Meter breiten ↑Ivenacker See, nur 4 Kilometer von der Reuterstadt Stavenhagen entfernt, liegt an den östlichen Ausläufern der Mecklenburgischen Schweiz und gehört zu Vorpommern, was von historischer Bedeutung ist. Bekannt geworden ist die Gemeinde Invenack, welche zum ↑Landkreis Demmin und zum Amt Stavenhagen gehört, durch das ↑Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert, dessen „Tausendjährige Eichen“ im ersten europäischen Tierpark (1710), durch einer der ersten Sternwarten mit einem Himmelsfernrohr und der barocken Schlossanlage, welches später der gräflichen Familie ↑von Maltzahn gehörte, deren Geschichte in Vorpommern bis in das 12. Jahrhundert zurückgereicht. Heute gilt die Gemeinde Ivenack mit den „1000jährigen Eichen“ und der großen Ivenacker Wildtierherde Damwild, als besonders sehenswertes Ausflugziel in der Mecklenburgischen Schweiz und verfügt über etwa 10 Kilometer ausgebaute Radwege.

Ivenacker See mit Ivenacker Insel
Ivenacker See mit Insel in der Seemitte
Stieleiche im Ivenacker Tierpark

Die heute ca. 800 bis 900 Einwohner zählende Gemeinde Ivenack wurde von einer slawischen Volksgruppe der ↑Wilzen zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert an dem See, welcher heute Ivenacker See genannt, nach im Zuge der ↑Völkerwanderung besiedelt. Der länglich verlaufende ↑Ivenacker See hat in seiner Mitte eine Insel, welche die slawischen Wilzen vermutlich mit einem ↑Burgwall versahen und als Rückzugsgebiet bei kriegerischen Auseinandersetzungen nutzten. Am Rand von dem Ivenacker See trieben die slawischen Wilzen ihre Haustiere einen naheliegenden Eichenwald, welcher zum Teil bis heute erhalten ist. Weil die nahrhaften Eicheln im Ivenacker Eichenwald die ↑Stieleichen (Stiel-Eichen) in besonders großer Zahl vorhanden waren, nutzen die Slawen den Wald zur Fütterung ihrer Haustiere. Die slawischen Haustiere wurden in den Eichenwald getrieben und von Hirten mit großen Hütehunden bewacht. Durch die Wald- Hütung der slawischen Haustiere, was zu dem Wort ↑Hudewald führte, konnte am Boden des Eichenwaldes kein Gestrüpp und kein Aufwuchs wachsen, was zu einem „sauberen“ zum Teil eben glatten Waldboden führte, der an eine gepflegte Parklandschaft erinnert. Zu den Haustieren der slawischen Wilzen gehörten hochbeinige behaarte Schweine [Schwein Mittelalter], niedrige Schafe, Ziegen und Rinder. Daneben gab es Hühner, Hirtenhunde und auch Katzen, die in den Siedlungen gehalten wurden. (s. Die ↑Slawen; Informationsmedien Dießenbacher Tewissen) Das Pferd war bei den Wilzen heilig und stand nur den Fürsten und den Priestern zur Verfügung.

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Säuleneiche Ivenack

…Die ↑Stieleiche (Quercus robur Syn.: Quercus pendunculata), welche heute noch im Ivenacker Tierpark zu sehen ist, wird auch als Deutsche Eiche bezeichnet… Laut Aussagen von Zeitzeugen haben Schulklassen um 1960 im Ivenacker Tierpark noch Stieleichen mit einem Alten von 1.250 Jahren gesehen. So wird berichtet, dass 13 Schulkinder benötigt wurden, um den zumeist ausgehöhlten Stamm einer solchen Eiche zu umfassen. …Die Stieleiche ist ein 20 bis 40 Meter hoher Baum und erreicht einen Stammdurchmesser bis drei Meter. Ihr Höchstalter liegt bei 500 bis 1000 Jahren. In Ausnahmefällen bis zu 1400 Jahren. Ihre Rinde ist in der Jugend glatt und schwach grau-grün glänzend, später wird eine dicke, tief längsrissige, graubraune Borke gebildet. Die Eicheln sitzen zu dritt bis fünft an 1,5 bis 4 Zentimeter langen Stielen (daher der Name Stieleiche!) und werden bis 3,5 Zentimeter lang. Die Eicheln dienen verschiedenen Tieren als Nahrung und werden von ihnen verbreitet. Vor allem der Eichelhäher sorgt durch Anlage von Nahrungsdepots für die Verbreitung der Stieleiche. Die Stieleiche bildet eine kräftige Pfahlwurzel; dank ihren Wurzeln ist sie äußerst sturmfest. Sie kann mit ihren Wurzeln auch stark verdichtete Böden erschließen, um tiefliegendes Grundwasser zu erreichen“… [↑Stieleiche; Wikipedia]. In Ivenack ist die Säuleneiche (Quercus robur 'Fastigiata'), auch Pyramideneichen genannt, heute eher anzutreffen als die Stieleiche (Quercus pendunculata). Die Stieleichen und Säuleneichen haben einen hohen Bedarf an Sonnenlicht. Die Buche (Fagus) hat mit ihrem starken Wachstum die Stieleiche und die Säuleneiche in den vergangenen Jahrhunderten in den Wäldern von Mecklenburg (s. Natur Mecklenburg) weitestgehend verdrängt, so dass die Eichen (z.B. Ivenacker Tiergarten) nur noch unter forstwirtschaftlichem Schutz richtig wachsen können.

Ivenack Kirche Kapelle

Der Ort Ivenack, mit seinem Ivenacker See, in einer mehr oder weniger bewaldeten sanft hügeligen Landschaft Vorpommerns, wurde mit der ↑Christianisierung um 1252 durch eine Schenkung des Ritters Reinbern von Stove begründet. Der Stavenhagener Stadtgründer, Ritter Reinbern von Stove stiftete zur damaligen Zeit dem malerisch gelegenen Ort Ivenack ein Zisterzienserinnenkloster, welches in der späteren christlichen Geschichte zentraler Schauplatz von Kriegen und Zerstörung wurde. Die naheliegenden gemeinden Zolkendorf und Markow sollten später den Kloster angegliedert werden. Auch wenn das Kloster Ivenack heute nicht mehr zu erleben ist, so lebt doch der religöse Geist in den mehr als 850 Jahre alten Eichen – den Tausendjährigen Eichen – weiter.

Die Gemeinde Ivenack ist ein dörfliches bäuerlich geprägtes Landgut, was einst durch seine Zuchtpferde des gräflichen Gestüts von Plessen in Ivenack internationale Anerkennung fand. So ritt Napoleon von 1806 bis 1814 einen Ivenacker Zuchthengst den Apfelschimmel Herodot (1794- 1829). Dieses Pferd war sogar Gegenstand beim Wiener Kongress und wurde durch Gebhard Leberecht von Blücher sein eigentlicher Besitzer wieder zugeführt. Kennzeichnend für die Gemeinde Ivenack sind die beiden sehr schönen Kastanienalleen, welche in den Ort führen. Sehenswert ist neben dem gräflichen Besitz das alte Pfarrhaus.

Pfarramt Ivenack
Historisches Pfarrhaus in Ivenack

An der Hügelkette der Mecklenburgischen Schweiz, der ↑Grundmorane aus der ↑Weichseleiszeit, nördlich der Mecklenburger Seenplatte, entstanden zwischen dem 13. und dem 19. Jahrhundert eine große Anzahl von Herrenhäuser, adligen Gütern sowie einige namhafte Schlösser. Bewegte Zeiten im Mittelalter veränderten ständig das Antlitz der meist landwirtschaftlich geprägten Güter in Vorpommern - so auch den Ort Ivenack.

Mit dem Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert, welches um 1555 durch die ↑Herzöge zu Mecklenburg ↑säkularisiert (Säcularisirung ↑Entchristlichung) wurde, begann bereits im frühen ↑Mittelalter die weltliche Entwicklung rund um Ivenack im damaligen ↑Pommern. Im Jahre 1534 Schloss sich Pommern der ↑Reformation an. Bereits 1555 standen der ↑Äbtissin von Ivenack zwei fürstliche Beamte und ein evangelischer Geistlicher zur Seite, die vollständige Auflösung des Zisterzienserinnenklosters vollzog sich in den nachfolgenden Jahren. Aus dem vormaligen Klosterbesitz wurde mit der Säkularisierung das herzogliche Amt Ivenack gebildet, das im späten 16. Jahrhundert zunächst verschiedentlich verpfändet war. [↑Wikipedia]

Ivenacker Kirche
Neuromanische Schlosskirche Ivenack (1867-68) [↑Wikipedia] ...↑täglich geöffnet.

Im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1618 und 1648 war das Pommerland Schauplatz totaler Verwüstungen, wie das pommersche Kinderlied „Maikäfer flieg“ in tragischer Weise noch heute nahelegt:

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„Maikäfer flieg,
der Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommernland,
Pommernland ist abgebrannt,
Maikäfer flieg.”

…1529 hatte der ↑Herzog von Pommern mit dem Markgrafen des benachbarten ↑Brandenburg einen Vertrag geschlossen, demnach Brandenburg Pommern erben solle, sobald das Haus der ↑Herzöge von Pommern ausstürbe. Dieses Ereignis trat während des ↑Dreißigjährigen Krieges ein, als ↑Bogislaw XIV. ohne einen Thronfolger hinterlassen zu haben verstarb. Der Markgraf von Brandenburg schickte sich sogleich zur Inbesitznahme Pommerns an, doch missfiel das dem Schwedenkönig ↑Gustav II. Adolf, der Pommern besetzte. Er konnte aber nicht das gesamte Gebiet halten und willigte 1648 in den Vertrag von Münster und Osnabruck („↑Westfälischer Friede”) ein, der Hinterpommern an Brandenburg wies, Vorpommern nebst Rügen, Stettin, Gollnow und die Odermündungen an Schweden. Das beendete den Streit nicht dauerhaft, 1720 trat Schweden das vorpommersche Gebiet zwischen Oder und Peene an Preußen ab, 1815 musste es ihm auch das übrige Pommern überlassen. Pommern war seither eine preußische Provinz mit den Regierungsbezirken Köslin, Stettin und Stralsund… „ (aus ↑Deutschland „Pommern“ von Andreas Zompro)

Mit dem Dreißigjährigen Krieg zwischen 1618 und 1648 wurde Ivenack und sein Kloster bis auf einige wenige noch lebende Personen zerstört. Ein Geheimrat ↑Ernst Christoph von Koppelow, errichtete Anfang des 18. Jahrhunderts, im Zuge eines mondänen Tauschgeschäftes in Ivenack das Ivenacker Schloss, anstelle des ehemaligen Herrenhauses sowie die Ivenacker Kirche, anstelle der einstigen Klosterkapelle.

Ivenacker Schloss
Schloss Ivenack (18. Jahrhundert)
Ivenacker Orangerie
Ivenacker Orangerie' (18. Jahrhundert) mit drei Säuleneichen (Quercus robur 'Fastigiata')
Ivenacker Teehaus
Teehaus von Ivenack

Durch eine Heirat von Koppelow in die Familie der ↑Reichsgrafen von Plessen gelangte der Besitz Ivenack auf Erbrechtswegen um 1797 an Albrecht Joachim von Plessen, ↑englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Im Park entstanden ein Teehaus und eine Orangerie. Nordwestlich an den Schlosspark schließt sich ein großer Tiergarten an, in dem sich die Ivenacker Eichen befinden. 1810 erhielt das Schloss einen Seitenflügel. Als besonders sehenswert gilt das Schmiedeeiserne Tor, welches sich, gut erhalten und gepflegt, zwischen der Kapelle und dem Ivenacker Schloss befindet.

Ivenacker Schmiedetor

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges nach dem Einmarsch der ↑Roten Armee nahm sich Albrecht Graf von Plessen, Freiherr von Maltzahn, zusammen mit seiner Frau Magdalena und der Krankenschwester Emma Fuchs am 2. Mai 1945 das Leben. An sie erinnert ein Gedenkstein an der Schlosskirche. Bedauerlicher Weise ist es der Gemeinde Ivenack bisher nicht gelungen, dass einzigartige gräfliche Anwesen dem eigentlichem Eigentümer zurückzuführen bzw. eine finanzkräftigen Investor zu finden. Soweit bekannt ist, bemüht sich die Familie von Maltzahn seit den 90iger Jahren erfolglos um den Erhalt und die Rückgabe ihres ehemaligen Besitzes. Aktuell (2009) sind immer noch laufende Prozesse um das Schloss Ivenack und seine Güter in den gerichtlichen Instanzen.

Legende der Ivenacker Eichen

Album Mecklenburgischer Schlösser und Landgüter. Band 1

"Zur Beschreibung des Orts Ivenack, welcher bis 1844 im Staatskalender als Flecken aufgeführt wurde, entnehmen wir der „Mecklenburgischen Vaterlandskunde" noch Folgendes. „Ivenack, ein grossartiger und anmuthiger Landsitz, früher auch wegen seines ausgezeichneten Gestüts im Auslande weit bekannt, liegt in einer Niederung, an dem schönen und fischreichen Ivenacker See, inmitten ungemein lieblicher Umgebungen, die das Gepräge der reichsten Fruchtbarkeit und des üppigsten Baumwuchses tragen...."
↑Weiter lesen Fideicommissarische Allodial-Begüterung
(Ritterschaftliches Amt Wittenburg.)

Hilfreiche Links:

↑Geschichte zu und von Ivenack ↑Schlosskirche Ivenack (Wikipedia)
↑Schloss Ivenack (Wikipedia)
↑Westslawen - Slawische Volksstämme von Schleswig, Mecklenburg und Pommern

„Ivenack“ Bilder im Bildarchiv:

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Autor: Ludewig
Last Edit: 10.02.14
Quellenangabe: Wikipedia; Ivenack, Schloss Ivenack, Kirche Ivenack; Album Mecklenburgischer Schlösser und Landgüter. Band 1, Fideicommissarische Allodial-Begüterung (Ritterschaftliches Amt Wittenburg), Lexikus.de;
Bildangaben: Ludewig 2009
Erstellt: 15.09.2009
Version: 25.09.2013
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