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Ivenacker Eichen

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1000jährige Ivenacker Eichen

Ivenacker Eichen Tausendjährige Eichen

Die Ivenacker Eichen, welche in der Tat etwa 850 bis 1.000 alt sind und als 1000jährige Eichen ( od. Tausendjährige Eichen) von Ivenack bezeichnet werden, befinden sich in einem 75 Hektar großen umzäunten Wildgehege mit Damwild (Dama dama), dass um 1710 als Tierpark von dem Geheimrat Ernst Christoph von Koppelow, nahe der Gemeinde Ivenack in der heutigen Mecklenburgischen Schweiz (MV), eingerichtet wurde.

Hauptseite: Ivenack

Ivenacker Stieleiche

Ivenacker Stieleichen (Stiel-Eichen)

Die Ivenacker Eichen sind Stieleichen (Quercus robur), wissenschaftl. Stiel-Eiche, auch als „Sommereiche“ oder „Deutsche Eiche“ bekannt und unterscheiden sich maßgeblich von der eher bekannten Wintereiche, auch Traubeneiche (Quercus petraea), deren Äste horizontal ausladend wachsen und die in Norddeutschland viel häufiger, oft alleinstehend, zu sehen ist, als die Stieleiche (Quercus robur). Der Name „Stieleiche“ oder „Stiel-Eiche“ bezieht sich nicht auf die Wuchsform der besonderen Eichenart, sondern ist eine Aussage über die Wuchsform der Eichenfrüchte, den Eicheln, der Stieleiche. Die Eichel der Stiel-Eiche ist mit einer Größe von 3 bis 4 Zentimetern als sehr groß zu bezeichnen. Die Eicheln wachsen in kleine Gruppen von 2 bis 3 Stück an einem kleinen nur wenige Zentimeter langen Stiel, was sie deutlich von anderen Eichenarten unterscheidet. Durch die Größe der Eicheln, deren Nährwert und deren Anzahl waren Eichenwälder mit Stiel-Eichen bereits in der Jungsteinzeit, der Antike und im Mittelalter weit verbreitete Hüteplätze für mittelalterliche Haustiere; es entstand Hutewald (Hudewald).

Ivenacker Säuleneiche (Quercus robur 'Fastigiata')

Sowohl in der Gemeinde Ivenack als auch im Ivenacker Tierpark kommen die Stiel-Eichen, nach unserer Ansicht, häufiger als Säuleneiche (Quercus robur 'Fastigiata') oder Pyramideneiche, als in einer anderen Form vor. Wenn man sich die Eichen in Ivenack und im Ivenacker Hutewald intensiv und näher betrachtet, wird der Beobachter feststellen, dass die Wuchsform der Äste von den Ivenacker Eichen nicht ausladenden sondern eher aufstrebend und zum Teil sogar senkrecht nach oben weißt. Das hohe Alter der Ivenacker Eichen hat einem Teil der Eichen meistens längst die Kronen gekostet, was die originale Form stark verändert hat. Dennoch kann man sehen, dass die Äste der Ivenacker Eichen einst ziemlich steil und teilweise in Form von spitzen Kegeln bzw. Pyramidenartig nach oben wuchsen.

Geschichte der Ivenacker Eichen

Die Einrichtung des Tierparks unter den Ivenacker Eichen, war Anfang des 17. Jahrhunderts notwendig geworden, weil der Hudewald, ein mittelgroßes Waldstück mit den Stiel- Eichen, in dem zwischen dem 8. Jahrhundert und dem 14. Jahrhundert bäuerliches Vieh gehalten wurde, nach dem dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) zu verwahrlosen drohte. Da um den Ivenacker Hudewald (Hütewald) bereits im Mittelalter von dem ansässigen Nonnenkloster ein Zaun bzw. eine Mauer gesetzt wurden war, wurde der namentliche Klosterwald von Ivenack um 1710 mit Wild für die Jagd besetzt und blieb auf diese Weise bis heute erhalten. Heute ist der Damwildpark bei Ivenack, am Ivenacker See in der Mecklenburgischen Schweiz, Bestandteil des Naturparks Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See und bietet durch seine Erhaltung ca. 80 bis 100 Stück Damwild einen Lebensraum sowie etwa 50.000 jährlichen Besuchern ein besonders attraktives Ausflugziel mit historischem Hintergrund, zwischen Güstrow, Waren an der Müritz und Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern.

Ivenacker Damwildhirsch

Mit dem Alter der Ivenacker Eichen haben sich im Verlauf der 1.000jährigen Geschichte einen Vielzahl von Legenden und Überlieferungen angesammelt. Zu den bedeutenden Erzählungen über die Ivenacker Eichen gehört gewiss die Legende um den sagenhaften Schimmelhengst Herodot, der vor den anrückenden Franzosen unter Napoleon in einer der Stieleichen versteckt gehalten wurde. Auch wird erzählt, dass einige Nonnen ihr heiliges Gelübde brachen und zu den berühmten Eichen verwandelt wurden; stirbt eine der Eichen nach 1000 Jahren ist die bestrafte Nonne erlöst. (s. Wald-MV)

Ivenacker Eichen

Die „1000jährigen Ivenacker Eichen“, von denen heute leider noch einige wenige der einst so stolzen, bis zu 35 Meter hohen, Stiel-Eichen zu sehen sind, gehören zu den ältesten deutschen Bäume und verkörpern in eindrucksvoller Weise die lebendige und gleichsam berührende Geschichte der vorpommerschen Historie:

Alte Ivenacker Eiche

So könnten die 1000jährigen Ivenacker Eichen über das slawische Volk der Wilzen und dessen Siedlungsgeschichte, über die Christianisierung durch den Zisterzienser-Orden, über die Reformationskriege und den Dreißigjährigen Krieg sowie über die Entwicklung von Vorpommern unter der Herrschaft der Preußen bis in die Neuzeit berichten. Neben dem Doberaner Münster in Bad Doberan, den Ruinen von Kloster Schloss Dargun sind die Ivenacker Eichen, zwischen Demmin und Stavenhagen, eines der wichtigsten und gleichzeitig letzten mittelalterlichen Zeitzeugnisse aus der Geschichte von Vorpommern. Man kann gewiss annehmen, dass sich in Ivenack viele namhafte Persönlichkeiten der mecklenburgisch-pommerschen Historie irgendwann einmal die Hand gegeben haben.

Die „Tausendjährigen Eichen“ von Ivenack sind nicht die Zeugnisse eines Urwaldes, sondern sie berichten uns in einmaliger Weise von der Landwirtschaft nach der Besiedlung durch einen slawischen Volksstamm im 8. Jahrhundert nach Christi bis zur touristischen Nutzung des Tiergarten in Neuzeit des 21. Jahrhunderts:

Ivenacker Eichen Stamm

Nachdem am Ende der Antike, die im norddeutschen Tiefland ansässigen germanischen Rugier gemeinsam mit den Goten, zur Zeit der Völkerwanderung, das norddeutsche Tiefland und spätere Vorpommern in Richtung Süden verlassen hatten, um gegen das herrschende römische Reich zu kämpften, besiedelten slawische Volksstämme aus Ostpolen und der Ukraine im 6.- und 7. Jahrhundert u. Z. die verlassenen germanischen Siedlungen. Die Siedlungen der germanischen Stämme waren aus Sicherheitsgründen meistens auf kleinen Inseln der norddeutschen Seen oder in einem der vielen Moore errichtet wurden. Diese besonderen Gegebenheiten nutzen die heranziehenden slawischen Völker und erweiterten die verlassenen Siedlungen der einstigen germanischen Volksstämme zu teils namhaften Orten (Flecken).

Die im 6.- und 7. Jahrhundert aus dem Südosten in das norddeutsche Tiefland eingewanderten slawischen Volksstämme werden unter dem Begriff Elb- und Ostseeslawen oder Wenden zusammengefasst. Die bekannteste norddeutsche slawische Volksgruppe, welche an der südlichen Ostsee zwischen Ribnitz-Damgarten und Wismar siedelte, waren die Obodriten (ABODRITEN, OBODRITEN) mit Sitz auf Burg Mikelenburg (Mechelenburg o. ä.), dem späteren Dorf Mecklenburg. Im heutigen Vorpommern, siedelten die Volksgruppen Ranen (RUJANEN) auf Rügen und die Wilzen zwischen Demmin (lat. Civitas; städt. Zentrum), Stavenhagen und weiter nach Süden ausbreitend. In Mittelvorpommern bis Brandenburg siedelten die slawischen Liutizen (LUTIZEN) und östlich vom Stettiner Haff sowie auf der Insel Usedom siedelte der Stamm der Pomoranen. Die Slawenvölker, dessen Oberhaupt immer ein slawischer Fürst war, lebten mit eigener Sprache und Religion als gemeinsame Volksgruppen bestehend aus unterschiedlichen Familienstämmen. Die slawischen Familienstämme lebten vorwiegend von der Viehhaltung, Jagd und Ackerbau. Die Wilzen betrieben erfolgreich Pferdezucht. Abgesehen von dem heidnischen Glauben mit diversen Götzen und Göttern, machten die Slawen Raubzüge aller Art, was sie im germanischen Reich nicht beliebter machte und im 9. Jahrhundert zu ersten militärischen Auseinadersetzungen mit dem „Fränkischen Reich deutscher Nation“ unter Karl dem Großen (741-814) führte. Der Wilzenfürst rex Wiltorum Dragowit [Annales Mettenses priores, ed. B. v. Simson (MGH SRG X, 1905), ad a. 789; Genealogie-Mittelalter.] (Ober-König der Wilzen) unterwarf sich Karl dem Großen durch Kapitulation im Feldzug von 789 und leistete den Treueid [Dragowit - Fürst der Wilzen]. Zu den bekanntesten norddeutschen Schlachten zwischen den Deutschen und den Slawen dieser Zeit gehört die Schlacht bei Verchen von 1164 am nördlichen Ufer vom Kummerower See. Was die Siedlungsstätte der Wilzen in Ivenack betrifft, ist es interessant zu Wissen, dass der Ivenacker See, ähnlich wie viele anderen Slawenstandorte, über eine kleine Insel verfügt, wo sich gewiss der Hauptsitz des slawischen Stammesführers von Ivenack befand.

Insel auf dem Ivenacker See

Die Religion der slawischen Volksgruppen hatte unterschiedliche, gelegentlich auch mehrköpfige Götter und Götzen, welche als überlebensgroße Holzstatuen in verschiedenen Tempeln verehrt wurden. Solche heidnischen Tempel wurden auf der Insel Rügen und bei Neubrandenburg am Tollensesee gefunden. Die Fürsten der Slawen lebten in Wallburgen in schwer zugänglichen moorigen Gebieten oder auf den Inseln größerer Seen (s. Teterower Burgwallinsel, Burgwall Krakower See). Um 955 fielen die westlich lebenden slawischen Obodriten in sächsisches Gebiet südlich der Ostsee ein und überfielen die Stadt Cocarescemier, welche sich irgendwo zwischen Plauer See und Güstrow befunden haben soll. Während der Sachsenkönig Otto I. in Ungarn (Schlacht auf dem Lechfeld) kämpfte töteten die Slawen alle volljährigen Männer und nahmen die Frauen und Kinder als Gefangene. Der siegreichen Schlacht an der Raxa (Recknitz bei Ribnitz-Damgarten) (WIKIPEDIA) von Otto I. über die Slawen folgte ein 30 Jahre andauernder Friede und es entfaltete ab 968 eine rege Missionstätigkeit Christen gegenüber der Slawen (WENDEN). Mit dem Slawenaufstand von 983 endete für die kommenden 200 Jahre die Mission der Deutschen Ostsiedlung. Um 1250/52 wurde das Zisterzienser-Nonnenkloster in Ivenack errichtet und der slawische Hudewald viel in die Hände des Klosters Ivenack, zu dem auch das Umland von Ivenack gehörte. Die Aufgabe der Nonnen von Ivenack bestand vorwiegend in der Missionierung der Slawen, der Verbreitung des Abendländischen Glaubens, der Landwirtschaft und der Medizin durch Kräuterpflege. Ziemlich zeitnah entstanden das Zisterzienser Kloster in Dargun und das Zisterzienserkloster in Althof bei Bad Doberan.

Ivenacker Hutewald

Der damals bereits einige hundert Jahre alte Stieleichen Wald in Ivenack waren zugleich Hute- und Futterwald für mittelalterliche Haustiere. Besonders Schweine, Ziegen und Rinder ließen sich die großen fetten Eicheln der Stieleichen schmecken. Durch die Beweidung des Eichenwald durch Haustiere wurde der Aufwuchs, also das nachwachsen von Buchen und anderen Baumarten verhindert. Auf diese Weise erhielten die lichtbedürftigen Eichen genügend Platz und Sonne zum wachsen und gedeihen. Mit der Säkularisierung, als Folge des aufkommenden Protestantismus fiel des Klosters im Jahre 1556 unter die landesherrliche Verwaltung als Amt Ivenack. Als Säkularisation bezeichnete man den Übergang von katholischen Gütern in protestantischen Besitz, was gewiss den eigentlichen Zielen von Martin Luther (1483 - 1546) und dessen weltlicher Lobby zuzuschreiben ist. Auch, wenn Martin Luther großartiges geschrieben haben mag, so ist ihm, nach unserer Ansicht, doch die Reformation mit all ihren Kriegen, Folgen und Konsequenzen, wie dem Dreißigjährigen Krieg zuzuschreiben. Im 30jährigenKrieg wurden das Kloster Ivenack und das Kloster Dargun sowie die umliegenden Dörfer vollständig zerstört; Ivenack war im Jahre 1649 menschenleer und der Verfall im Ivenacker Hudewald nahm seinen natürlichen Verlauf.

Den verödeten Stiel- Eichenwald in Ivenack erhielt 1709 der Geheimrat und mecklenburgischer Rittergutsbesitzer Ernst Christoph von Koppelow im Rahmen eines Gütertausches nebst einer Abfindung von 5.000 Talern für das schlechte Geschäft. Ernst Christoph von Koppelow richtete in dem Hudewald von Ivenack einen Tierpark mit einem festen Wildbestand, bestehend aus Damwild (Dama dama), welches seinerzeit in Mitteleuropa nicht heimisch war, zum Zwecke der Jagd ein.

Damwild im Ivenacker Tierpark

Ebenso ist auf Ernst Christoph von Koppelow der Wiederaufbau von Schloss Ivenack und der Schlosskirche Ivenack zurückzuführen. Spätere Eigentümer wie die Reichsgrafen von Plessen, auf die, die namhafte Pferdezucht mit dem Apfelschimmel Herodot, ein Englisches Vollblut , zurückgeht sowie die Familie von Maltzahn pflegten den Tierpark nutzten diesen bis 1929. 25 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1972, entstand das heutige Gehege mit einer Größe von rund 75 Hektar. Wiederum wurde Damwild ausgesetzt, welches bis heute, besonders an sonnigen Wochenenden, die vielen Besucher durch seine naturnahe Anmut erfreut.

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Hilfreiche Links:

Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 13.10.11
Quellenangabe:
Bildangaben: Ludewig Sept. 2009
Erstellt: 03.11.2009
Version: 25.09.2013
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