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Meerwasseraquarium – Faszination Leben im Meer

Riffaquarum Korallenriff Aquarium Meerwasseraquarium Meerwasser Aquarium Seewasser Aquarium Algen

Meerwasseraquarium

Ein Meerwasseraquarium oder Seewasseraquarium als Bestandteil der Meerwasseraquaristik ist ein künstlich geschaffenes Meerwasserbiotop, welches zumeist nach dem Geschmack und den Ansichten des Betrachters frei und nach dessen Wissen eingerichtet ist. So stammt der lebende Besatz, wie man die Tiere in einem Meerwasser Aquarium bezeichnet, zumeist nicht von einem ganz bestimmten Ort oder aus einem ganz bestimmten offenem Meer, sondern wird aus den unterschiedlichsten offenen tropischen Meeren nach Schönheit und Aussehen zusammengestellt. Nur wenige Meerwasser Aquarianer denken darüber nach, welche zumeist spezialisierten Aufgaben die einzelnen niederen oder höheren Lebewesen, wie ↑Nesseltiere (Cnidaria), ↑Krustentiere (Crustacea) und topische Meeresfische in dem speziellen Gebiet ihrer Herkunft haben.

Ein Meeresaquarium, wie es in einem Museum, wie z.B. im Meeresmuseum Stralsund oder dem Multimar Wattforum Tönning zusehen ist, wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eingerichtet und stellt auf möglichst realistische Weise die natürlichen Gegebenheiten dar. Dabei werden nicht Kleinstlebewesen, ↑Blumentiere (Umgangsprache für Korallen und Nesseltiere) und verschiedene Fische aus verschiedenen Orten zusammengefügt, vielmehr wird von den Biologen in den Meeresmuseen der natürliche Lebensraum nachgebildet, was zwangläufig auch zu viel weniger Problemen bei der Hälterung führt.

Meerwasseraquarim mit Haifisch
Haifisch Aquarium der Insel Fehmarn.

Lebensraum Meerwasseraquarium

Meerwasseraquarien enthalten eine außergewöhnlich große Anzahl unterschiedlichster Substanzen, gelöste ↑Mineralien und ↑Spurenelemente, welche durch die intensive Wasserbewegung verteilt, in Form gelöster Stoffe und ↑Sedimente, von ↑Bakterien und ↑Mikroorganismen zu den ↑Nesseltieren und ↑Algen übertragen werden. Diese Nesseltiere bilden gemeinsam mit den Algen über das ↑Plankton die Lebensgrundlage aller weiteren Meerestiere.

Zu den Meerestieren der offenen Meere gehören ↑Schwämme (Porifera, Spongiaria), ↑Nesseltiere (Cnidaria), ↑Ringelwürmer (Annelida), ↑Weichtiere (Mollusca), ↑Gliederfüßer (Arthropoden), ↑Stachelhäuter (Echinodermata), ↑Fische, ↑Seeschlangen, ↑Wale und die ↑Seekühe, wobei die letztgenannten Wirbeltiere sind. Im weitesten Sinne können auch die ↑Pinguine, ↑Robben und ↑Wasserschildkröten zu den Meerestieren gezählt werden. Je nach Größe und Art der Behälter können fast alle Meerestiere in Aquarien, wie das Ozeaneum in Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern demonstriert, gehalten und gepflegt werden, sofern die Hälterung artgerecht im Sinne des Tierschutz im ↑Tierschutzgesetz (TierSchG) ist.

Meeresaquarium mit Meeresschildkröte
Meeresschildkröte (Cheloniidae) im Meeresmuseum Stralsund

Der Lebensraum „Korallenriff“, in den offenen tropischen Meeren, mit seinen kalkbildenden ↑Korallen, den Schalentieren, den Mollusken, den Schwämmen und den Fischen gehört zu den elementarsten Ressourcen der höheren Lebewesen auf der Erde. Mit der Bildung von dem lebenswichtigen ↑Plankton, den frei im Wasser schwebenden pflanzlichen und tierischen Organismen, bilden die Korallenriffe die Grundlage der natürlichen Nahrungskette und sind damit der größte sowie der wichtigste Nahrungsproduzent aller Lebewesen. Mit der Verwertung von riesigen Mengen Kohlendioxid (CO2) für die symbiotische Produktion von Kalkgestein, erhalten die Korallenriffe eine zentrale Bedeutung bei der Stabilisierung des Wasserhaushalts (↑Pufferung) und der Luft (↑Atmosphäre). Darüber hinaus sind die Plankton Organismen der Korallenriffe maßgeblich für die Bildung von Erdöl und Erdgas verantwortlich. Abgesehen von der touristischen Bedeutung der tropischen Korallenriffe, der wichtigen pharmazeutischen Bedeutung, dem Brandungsschutz und den Eigenschaften als Frühwarnsystem, besiedeln mehr als eine Million unterschiedliche organische Arten das Ökosystem „Korallenriff“ und sind damit die „Kinderstube“ des Lebens auf der Erde. (s. „Bedeutung der Korallenriffe“ / Universität Stuttgart)

Meeresaquarium Mirko Becker
Meerwasseraqurium mit Riffkeramik (LUTHER) - Meerwasseraquarium Mirko Becker.
Killikus Partner:
>Breeder Clownfisch Black Ice
↑Designer Anemonenfische
Designer Anemonenfische oder Breeding Clownfish sind Clownfisch-Züchtungen in besonders seltenen Farbvaritäten
Aquatics Snowflake, Picasso and Platinum
Website: ↑nemofische.de

Wenn man von der These ausgeht, dass das gesamte Leben auf der Erde im Meer seinen Ursprung gefunden hat, kann man auch annehmen, dass jedes Meerwasseraquarium in welcher Form auch immer, ob mit viel Licht oder mit wenig Licht, ob mit einem hohen Salzgehalt oder einem geringerem Salzgehalt, ob mit Strömung oder nur wenig Strömung immer irgendwie Leben erzeugen wird. Wie das Leben aussieht und ob es dem Betrachter zusagt und gefällt sei erst einmal dahingestellt. Es steht jedoch fest, dass die natürlichen Ressourcen in salzhaltigen Gewässern immer wieder Leben und Lebensformen erzeugen werden. Ausschlaggebend für die Entwicklung des Lebens in salzhaltigen Gewässern sind zum einen die Menge und Art an Licht (z. B. ↑Sonnenlicht) sowie der Salzgehalt, also die Salinität mit der Menge an mineralischen und organischem Material, welches als Sedimentgestein in das salzhaltige Gewässer gerät (z.B. Natur) oder eingebracht wird (z.B. Meerwasseraquarium). Darüber hinaus spielen ↑nitrifizierende Bakterien, die sogenannten ↑Nitrobacter und ↑Nitrifikanten, welche zumeist tief im Inneren weicher Gesteine leben, eine überaus wichtige Rolle bei der oxidativen Umwandlung hochgiftiger Stoffe, wie Ammoniak (NH3) zu Nitrat (NO3−).

Licht - Sonnenlicht

Killikus Partner:
LPS Steinkoralle
Korallenzucht Andreas Rüttgardt
Zucht, Verkauf und Handel von Korallen und Zubehör für Meeresaquarien
Am Mühlenberg 1
18059 Ziesendorf
Website: ↑Meerwasser Aquarien
Telefon: +49 03 82 07 71 66 5
Mobil: 0172 75 84 674
Öffnungszeiten:
Mo. - Fr. 16.00 bis 20.00 Uhr
Sa. 10.00 bis 14.00 Uhr
Mail: meerwasser-ruettgardt@t-online.de

Wissenschaftler ermittelten, dass das ↑Sonnenlicht, welches in Europa auf die Erdoberfläche und die Meere trifft, im Sommer, bei günstigem Wetter und zu Mittag ca. 700 Watt pro Quadratmeter beträgt. In den Wintermonaten beträgt die Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa nur etwa 247 Watt pro Quadratmeter. Die durchschnittliche tägliche Sonnenscheindauer beträgt etwa 16 Stunden pro Tag [Wikipedia]. Womit sich jeder Meerwasseraquarianer eine ungefähre Vorstellung machen kann, wie viel Licht ein Meerwasseraquarium eigentlich benötigt bzw. vertragen würde.

Meerwasser Salzgehalt (Salinität)

Der ideale Salzgehalt (↑Salinität) für Leben in einem ↑Meerwasseraquarium (s. a. Meeresaquaristik) beträgt etwa 34 bis 35g Meeressalz pro Liter Süßwasser. Da Salze grundsätzlich nicht verdunsten können, ist es auch nicht erforderlich, Verdunstungswasser in einem Meerwasseraquarium mit Salzwasser zu ersetzen!

Meersalz

Das ↑Meersalz ist ein Mineralstoff mit dem Namen Natriumchlorid (NaCl), bestehend aus Chlorid zu 55%, Natrium zu 30,6%, Sulfat zu 7,7%, Magnesium zu 3,7%, Calcium zu 1,2%, Kalium zu 1,1% und 0,7% Restbestandteile wie Jod. Das Meeressalz wird am Rande verschiedener offener Meere in „↑Salzgärten“ gewonnen. Zu den bekanntesten Ländern für die Gewinnung von Meersalz (- nicht Meeressalz) gehören Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Afrika. In diesen Ländern wird das Meerwasser in flache künstliche Becken geleitet, in den das Wasser dann durch die Sonneneinstrahlung verdunstet und das Meersalz in kristalliner Form zurück bleibt. Neben den Substanzen Chlorid und Sulfat im Meerwassersalz, trägt das Meerwassersalz, was den Auftrieb von Wasser verändert, weitere Mineralien und lebensnotwendige Substanzen, die für die Entwicklung des Lebens in den offenen tropischen Meeren von Bedeutung sind. So ist das Calcium neben dem Licht ein wichtiger Lebensträger für alle kalkbildende Steinkorallen. Magnesium in Verbindung mit Licht sind wichtige Lebensträger für viele niedrige Tiere. Bestimmte Korallenarten benötigen zum Wachstum Phosphat und Nitrat, welches durch den Abbau und die Umwandlung von organischen Substanzen um Meer entsteht.

Niedrige Lebensformen im Meerwasser

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80% alles Lebens auf der Erde befindet sich in den Meeren. Jedoch ist bisher nur 1% aller Vorgänge im Meer wirklich erforscht. Die biochemischen Vorgänge im Meerwasser und dem Meeresgrund bewirkt die Entstehung und die Entwicklung von niedrigen Tieren, wie die ↑Kieselalgen (Diatomeen), die ↑Strahlentierchen (Radiolarien) und die ↑Glasschwämmen (Hexactinellida), welche in Form von Plankton eine Nahrungsquelle fast aller Lebewesen in den Meeren sind. Mehr als 70% der festen Erdoberfläche besteht aus Quarzen, also Siliciumdioxid (SiO2), in Form der uns bekannten „Kieselsteine“. Obwohl Quarzgestein von wässrigen Lösungen und Säuren, bis auf eine Ausnahme (↑Flusssäure) nicht löslich sind, besitzen alle Kieselalgen (Diatomeen) die Fähigkeit mit Hilfe einer Monokieselsäure Si(OH)4 das Siliciumdioxid (SiO2) aus den Quarzen zu gewinnen um damit ihre Zellenhülle (Frustel) aufzubauen. (aus ↑www.kieselalgen.com / Kieselalgen in Kläranlagen) Da die Kieselalgen, welche eigentlich keine Algen sondern mehrzellige niedrige Tiere sind und wegen ihrer ↑Photosynthese als Algen bezeichnet werden, in Form von Plankton durch das Meer mehr tragen werden, sind diese nicht nur größter Sauerstoffproduzent der Erde, sondern auch eine wichtige Nahrungsgrundlage für alle Planktonfresser. So fressen z. B. ↑Zwergkaiserfische (Centropyge) mit besonderer Vorliebe Kieselalgen (Diatomeen).

Ammoniak im Meerwasser

Die Ausscheidungen, also der Kot und der Urin, aller Fischarten und aller weiteren höheren Lebewesen bestehen aus Ammoniak (NH3), einer hochgiftigen Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff, welche in Wasser sehr gut lösbar (von Auflösen) ist, sowie aus Phosphaten und Proteinen, also Fettsäuren. Bei der Zersetzung, insbesondere eiweißhaltiger Stoffe wird zuerst Ammoniak freigesetzt. In Wasser gelöst, entstehen aus dem Ammoniak, unter sehr komplexen chemischen Vorgängen, hochgiftige Nitrit Salze, in Verbindung mit Salpetriger Säure (HNO2). Bei einem biologischer Vorgang im Meeresgestein, den sogenannten „Lebenden Steinen“ oder ↑Lebendgestein, bei dem eine bakterielle Oxidation von Ammoniak (NH3) zu Nitrat (NO3−) stattfindet, welche als Nitrifikation bezeichnet wird, entsteht das Endprodukt Nitrat, welches wiederum von Sauerstoff produzierenden Algen und den Nesseltieren als Nahrung aufgenommen wird. Verantwortlich für die Nitrifikation im Stickstoffkreislaufes sind Bakterien aus den Gattungen der Nitrosomonas (z.B. die Nitrosomonas eutropha) und die Nitrobacter. Beide Bakterien Gattungen kommen ausschließlich in weichen Gesteinen, wie ↑Kalkgestein (Nitrosomonas cryotolerans) und stark verschmutzten sauerstoffarmen Böden vor. Sauerstoffarme verschmutzte Böden sind z. B. in Kläranlagen und Filteranlagen sowie im Aquariengrund anzutreffen. Merke: Die Oxidation von Ammoniak zu Nitrit erfolgt durch verschiedene Bakterien und stellt den ersten Schritt der ↑Nitrifikation dar. In einem weiteren Schritt erfolgt die ↑Denitrifikation, ebenfalls durch Bakterienstämme.

Meerwasseraquarium Nitrifikation
De-/Nitrifikation im Meerwasseraquarium - Folgen einer Stickstoff- oder Kohlenstoff Überdosierung (s.a. Meerwasser ↑Wodka-Methode). Für gute Durchlüftung sorgen!

Algen

Algen im Salzwasser sind überwiegend einzellige oder mehrzellige Lebewesen und keine Pflanzen! Die meisten Algen im Meerwasser sind Bakterien und niedrige Lebensformen, die auch dem ↑Plankton zugeordnet werden. Darüber hinaus gibt es Algenarten (Rotalge), wo ein Einzeller mehrere Zellkerne verfügt. Pflanzliche Algenarten sind nur in Küstenbereichen, Brackwasser und im Süßwasser vorhanden. (s.d.b.a. ↑Algen bei Wikipedia)

Cyanobakterien (Schmieralgen, Blaualgen)

↑Cyanobakterien, auch als Schmieralgen bezeichnet, sind ↑Blaualgen, bilden eine Abteilung der Domäne Bacteria ohne echten Zellkern und gehören zu dem ↑Stickstoffkreislauf der Erde. [Wikiedia] Cyanobakterien sind maßgeblich am biologischen Gleichgewicht der Gewässer und der Erdoberfläche beteiligt. Ein vermehrtes Auftreten von Cyanobakterien (Schmieralgen) durch die sogenannte „↑Algenblüte“ ist ein deutliches Zeichen für den Verlust des biologischen Gleichgewichts! Wird das Gleichgewicht zwischen den Bakterienarten in den offenen Meeren z.B. durch Einträge von Düngemittel oder Stickstoff gestört, vermehren sich die Cyanobakterien in Form von Schmieralgen (Cyanophyceen) ungebremst:

"Cyanophyceen sind vorwiegend autotrophe, prokaryote Organismen mit Chlorophyll und dem blauen, photosynthetischen Farbstoff Phycozyan. Sie können sich zu verzweigten Kolonien, sog. Trichomen, vereinigen, die von einer Zellulosehülle umgeben sind. Während der Photosynthese scheiden Cyanophyceen Sauerstoff aus. Gegen extreme Temperaturen und Trockenheit sind sie resistent, verlangen aber ein basisches bis neutrales chemisches Umfeld. Es gibt sie vom Archaikum bis heute. Einige Formen sind an der Bildung von fein laminierten, lagigen oder kuppelförmigen Stromatolith maßgeblich beteiligt. Cyanophyceen gehören zu den ältesten bekannten Organismen auf der Erde. Vor etwas mehr als 3.000 Millionen Jahren (Ma) begannen sie, den Meeresboden mit Matten zu überwuchern. Durch extrazelluläre Fällung, von ihnen selbst ausgelöst, wurden die Matten von einer Kalkschicht überdeckt. Trotz Ablagerung dieser dünnen Sedimentlage konnten die Organismen nach oben ausweichen und sich erneut ansiedeln. Im Verlauf des Proterozoikums trugen sie signifikant zur Zunahme des Sauerstoffgehalts der Atmosphäre und der Hydrosphäre bei." (Quelle: ↑PETROgraph - Freie Universität Berlin 2009 / Institut für Geologische Wissenschaften; Sedimentite: Cyanophyceen)

Rote Schmieralgen im Meerwasseraquarium
Natürlicher Algenbelag im Meerwasseraquarium - mit ↑Turboschnecken zu entfernen.

Die landläufig als Rote-, Grüne- oder Braune Schmieralge oder als Blaualge (Cyanobakterie) (s. a. ↑Rote Schmieralgen / Dipl.-Biol. Ernst Pawlowsky) bezeichneten Algen sind eigentlich Cyanobakterien, welche seit mehr als 3,5 Mrd. Jahren [↑WIKIPEDIA] gemeinsam mit den ↑Kieselalgen (Bacillariophyta) und den Nitrobacter(n) den Nitrifikanten oder Salpeterbakterien gleichberechtigt die Erdoberfläche, Meere und Gewässer bewohnen. All diese Bakterien sind maßgeblich für das biologische Gleichgewicht in unserer Natur verantwortlich. Kommt es zu einer Schieflage des biologischen Gleichgewichts in der Natur, tritt als erste die sogenannte „Algenblüte“ der Cyanobakterien (Blaualgen) auf. Dabei wird von den Blaualgen mit Hilfe der Photosynthese molekularer Stickstoff (N2) in Ammonium (NH4+) umgewandelt, was mit der vermehrten Bildung toxischer Substanzen, den sogenannten Toxine einhergeht. Besonders effektiv arbeiten die Cyanobakterien, welche im Volksmund auch als Schmieralgen oder Blaualgen bezeichnet werden, durch einen Tag-Nacht-Rhythmus. Bei diesem Tag-Nacht-Rhythmus wird von den Cyanobakterien am Tag mit Hilfe der Photosynthese und in der Nacht mit Hilfe der ↑Stickstofffixierung Ammonium (NH4+) produziert. Wichtigster Gegenspieler bei diesem Prozess sind die ob. gen. ↑Nitrobacter aus der Familie der Bradyrhizobiaceae. Die Nitobacter verwandeln das produzierte Ammonium der Cyanobakterien in ungiftiges Nitrat (NO3) welches anschließend als neutrales Düngemittel der Natur wieder zur Verfügung steht.

Braune Schmieralge im Meerwasseraquarium
Abb. 1.1 Meerwasseraquarium mit Cyanobakterien an Riffkeramik (nach zwei Monaten Standzeit).

Dieser Oxidations- und Umwandlungsprozess läuft ebenso in Meerwasseraquarien ab und spielt bei der Wasserklärung eine besonders wichtige Rolle. Nicht selten treten Schmieralgen, also die vermehrte Bildung von Cyanobakterien, in Meerwasseraquarien nach einer Laufzeit von einem bis anderthalb Jahren als schmieriger blasenbildender brauner bis violetter Belag auf Steinen und Korallen auf. Vom „Umfallen des Aquariums“ sprechen Aquarianer, wenn eine vermehrte Bildung von Schmierlagen auftritt. „Ein /das Aquarium ist umgefallen!“ ist dabei die übliche sprachlich Formulierung.

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Als eine Ursache für das vermehrte Auftreten von roten Schmieralgen in den Meerwasseraquarien gelten in besonderer Weise überdimensionierte Abschäumer oder deren falscher Einsatz. Durch den Einsatz eines ↑Abschäumer im Meerwasseraquarium werden Proteine, Bestandteile toter Zellen von Bakterien, Nesseltieren Algen, Pilzen sowie Spurenelemente und Plankton aus dem Meerwasser entfernt. Gleichzeitig wird damit den Nitrobactern, welche in den sauerstoffarmen Bereichen des Meerwasseraquariums z.B. im Bodengrund, dem Kalkgestein und insbesondere dem Lebendgestein ihre wertvolle Arbeit verrichten, die Nährstoffe entzogen. Wurden Nitrobacter Bakterien beim Einrichten in ein Meerwasseraquarium eingebracht, verrichten diese sofort ihre Arbeit bei der die giftigen Substanzen der Kieselalgen abgebaut werden. Gleichzeitig besiedeln die Nitrobacter sauerstoffarme Bereiche, wie den Bodengrund und weiches Gestein. Wird durch die Abschäumung des Meerwassers den Nitrobactern die Nährstoffe entzogen können diese nach Ansicht des Autors noch ca. ein Jahr das Meerwasser stabilisieren. Danach gehört den Cyanobakterien das Meerwasseraquarium, welche ein Meerwasseraquarium in kurzer Zeit in eine Kloake aus Ammonium verwandeln können.

Naturbelassenes Meerwasseraquarium
Abb. 1.2 Naturbelassenes Meerwasseraquarium lt. Ab. 1.1 nach drei Jahren Standzeit

Abb. 1.2 Die Abb. 1.2 zeigt das Meerwasseraquarium aus Abb. 1.1 nach genau drei Jahren Standzeit ohne Schnecken und anderen Algenfressern. An das Meerwasseraquarium mit einer 150 Watt HOI-Beleuchtung ist kein Abschäumer oder Außenfilter angeschlossen. In den drei Jahren Standzeit des Meerwasseraquariums wurde ab dem zweiten Betriebsjahr kein Wasserwechsel mehr vorgenommen und das Meerwasseraquarium dem Selbstlauf überlassen.

Eine Fütterung erfolgt nur ein bis zweimal wöchentlich. Einzig ein kleiner Schacht mit einer Umwälzpumpe, einigen Filterplatten und Filterwolle dient zur Filterung der groben Schmutzpartikel sowie dem Abtragen der Fettschicht von der Wasseraberfläche. Darüber hinaus wird in den Schacht zeitweilig Kohle und Phosphatadsorber eingebracht.

In einem Betrag der Dezemberausgabe von 1994 in der Zeitschrift "das Aquarium" betrachtete der Buchautor DANIEL KNOPP das Thema „Schmieralgen. Indiz für zu sauberes Wasser“. Bei seinen Untersuchungen stellt KNOP fest, dass Meerwasseraquarien mit einer besonders guten Abschäumung eher zu Schmieralgen neigen, als ein Meerwasseraquarium mit einer schlechten Abschäumung. – Wie die Tests von KNOP und Ernst PAWLOWLSKY (das Aquarium 1/96) zeigten, liegt die Ursache für das starke Wachstum der Schmieralgen im ↑Stickstoffhaushalt des Riffbeckens … Bei der Abschäumung und der Reinigung durch Kohle werden Stoffe aus dem Wasser entfernt, der für diese Bakterienstämme lebenswichtige sind. Bei der Verstärkung dieser technischen Wasserreinigung in einem Becken mit stabilen Verhältnissen stirbt ein Teil der Bakterienpopulation durch das Fehlen der Nahrung ab. Dies bedeutet, dass ein Teil der Oberflächen (beginnend dort, wo die Bakterien die schlechtesten Lebensbedingungen haben) frei von ↑Nitrosomas und Nitrobacterbakterien wird. Das beginnt an den Stellen mit extrem starker oder schwacher Strömung.

Rote Schmieralgen im Meerwasseraquarium
Rote Schmieralgen werden auch als Reinwasseralgen bezeichnet und sind unpoblematisch!

Bei einem Anstieg der Wasserbelastung durch Reduzierung der Abschäumung oder Kohlefilterung werden diese Flächen wieder von Bakterienrasen überzogen, da sich die Bakterien durch das erhöhte Nahrungsangebot wieder stärker vermehren…“ (Quelle: Stefan Linder; Gailingen) In vielen Fällen ist ein mit Schmieralgen befallenes Meerwasseraquarium, aus Unwissenheit weitestgehend hinüber, was einen sehr kostenaufwendigen Neustart mit sich bringen kann.

Schmieralgen entfernen:

Braune, gelbe, rote oder grüne Schmieralgen sind verschiedene Stämme der ↑Cyanobakterien, welche sich zu stark vermehrt haben, weil das Wasser mit Stickstoff (s. ↑Stickstoffkreislauf), ↑Nitritsalze oder ↑Phosphate belastet ist, so dass diese Bakterien bei ihrem Stoffwechsel den gesamten ↑Sauerstoff im Wasser verbrauchen können. Die Belastung des Aquariums mit Schadstoffen betrifft jedoch nicht nur das Wasser; insbesondere sind beim Ausbrechen der Schmieralgenplage meistens Gestein, Aquariengrund und der Filter ebenso belastet, wie das Wasser!

Schmieralgen in Aquarien entstehen ausschließlich durch eine zu starke Fütterung; entweder sind zu viele Fische im Aquarium oder es wird zu stark gefüttert, so dass Futterreste im Aquarium verbleiben und sich diverse Schadstoffe bilden können. Um die Schadstoffe zu entfernen, damit die Cyanobakterien keine Nahrung mehr haben, kann man als Soforthilfe, intensiv über literweise Aquarienkohle und Phosphatadsorber filtern, womit gleichzeitig auch alle lebensnotwendigen Spurenelemente mit entfernt werden! Von einem oder dem mehrfachen Wasserwechsel bei einem Befall von Cyanobakterien wird abgeraten, weil damit die Gifte nur kurzfristig entfernt werden und die Ursache nicht behoben wurde!

In Kampf gegen lästige Schmieralgen Cyanobakterien sollte man möglichst schnell den biologischen Filter kräftig vergrößern oder den futterintensiven Fischbesatz um mindestens 40% senken! Alternativ kann man auch deutlich weniger Füttern – dann sterben jedoch die hungrigsten Fische über kurz oder lang!

„Schier-und Fadenalgen im Meerwasseraquarium“ Bilder im Bildarchiv:

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Leben im Meerwasseraquarium

Für ein Leben im Meerwasseraquarium sind folgende Vorrausetzungen zwingend zu erfüllen:

  • Sonnenlicht (Licht), als Träger von Wärme, Helligkeit und Erzeuger von Luftströmungen (Wärmeaustausch),
  • Wasser (H2O) als Austausch- und Lösungsmittel von Ionen, Salzen und Transportmittel von Plankton, Pflanzen und Tieren,
  • Salz in Form von Natriumchlorid (NaCl) als Träger von Ionen, Mineralien und Sporenelementen,
  • Gestein und Sedimente,
  • sowie die Bakterien der Gattung der Nitrosomas (Nitrobacter) und die Cyanobakterien.

Nach unserer Ansicht könnte das Leben auf der Erde ohne die genannten Bestandteile nicht möglich sein. Alles weitere Leben sowie alle chemischen- und biologischen Vorgänge auf der Erdoberfläche und im Meerwasser basieren in direkter Abhängigkeit von Licht, Wasser, Salz, Gesteinen und Sedimenten sowie den verschiedenen Bakterienarten. Um Licht, Wasser, Salz und Gestein in einen natürlichen biologischen Kreislauf zu versetzen, müssen höhere Lebewesen, wie Fische, Krustentiere und Korallen als Verbindungsglieder vorhanden sein. Anderseits besteht die Gefahr das niedrige Tiere, wie die ↑Strudelwürmer (Turbellaria) auch als ↑Planarien bezeichnet, welche z. B. von den ↑Leierfischen (Callionymidae) gefressen werden, die Endstufe der biologischen Entwicklung in dem Meerwasser sind.

Algen im Meerwasser

In Gewässern und Meeren der Erde leben diverse niedrige und höhere Algen (Algen Erläuterung), welche maßgeblich für die biochemischen Vorgänge im Wasser verantwortlich sind. Als Algen werden üblicher Weise alle organischen Beläge sowie höhere Pflanzen in feuchten und wässrigen Biotopen bezeichnet. Für die Meerwasseraquaristik ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Algen im Meerwasser, einschließlich der beliebten ↑Caulerpa, nicht pflanzlicher Natur sind, sondern den Ein- und mehrzelligen Lebewesen (↑Flagellaten) oder den Bakterien (Cyanobakterien) zugeordnet werden. [Flagellaten: … sind als begeißelte oder unbegeißelte Einzeller, Kolonien, sowie fädige Formen vertreten.]

Die „Flagellaten (lat. flagellum = Peitsche, Geißel) oder Geißeltierchen sind einzellige, eukaryotische Lebewesen (Protozoen), die sich mit peitschenartigen Zellfortsätzen, Geißeln, fortbewegen. Flagellaten sind teils heterotroph, das heißt sie ernähren sich von organischen Stoffen, teils sind sie autotroph durch Photosynthese. Einige können auch zwischen phototropher und heterotropher Ernährungsweise wechseln. Wegen ihrer aktiven Fortbewegung wurden heterotrophe Flagellaten früher auch den Tieren zugerechnet („Geißeltierchen“). Phototrophe Flagellaten, wie zum Beispiel Euglena gracilis, auch Augentierchen genannt, wurden entsprechend als Zwischenformen zwischen Tier und Pflanze angesehen („Geißelalgen“). Heute ordnet man Flagellaten weder den Tieren noch den Pflanzen zu.“ [WIKIPEDIA] Zu diesen begeißelten Algen im Meerwasser gehören: ↑Rhodophyta (Rotalgen), Euglenophyta, ↑Chlorophyta (Grünalgen), Chrysophyta, ↑Phaeophyta (Braunalgen) sowie ↑Pyrrhophyta oder ↑Dinophyta (Dinoflagellaten). Ein Teil dieser Algen lebt im Meerwasser symbiotisch mit einem Wirtstier zusammen.

Algen im Meerwasseraquarium

Symbiotische Algen

So leben die Mehrzahl aller Nesseltiere, insbesondere die Steinkorallen, in Symbiose mit Algen die als » Dinoflagellaten, aber auch Chrysomonaden, Cryptomonaden oder Diatomeen« [Wikipedia] bezeichnet werden, also in gemeinsamer Abhängigkeit, mit ein- oder mehrzelligen Zooxanthellen. Die ↑Zooxanthellen sind Flagellaten (Geißeltierchen), welche als Endosymbionten für den Bau der Korallenriffe maßgeblich mitverantwortlich sind. So bilden die symbiotisch, im organischen Gewebe der ↑Korallenpolypen lebenden Algen mit dem biochemischer Vorgang der Fotosynthese mit Hilfe von Licht, aus verschiedenen Kohlenstoffverbindungen und Wasser, Stärke und Kohlehydrate, also Zucker, mit dem die symbiotischen Algen ihre Wirte, die Polypen der Korallen füttern. Im Gegenzug bieten die Polypen der Korallen den Algen eine Besiedlungsfläche, in dem diese mit einem biochemischen Prozess Korallen aus Calcium und Kohlendioxyd bilden. Um das Refugium zu verteidigen entwickeln die Polypen der Korallen in ihren Nesselzellen toxische ↑Nesselgifte, welche Krampf- und Lähmungserscheinungen beim Gegner erzeugen.

Symbiotische Algen der Steinkoralle

Gifte der symbiotischer Algen

Besonders in neu eingerichteten Meerwasseraquarien befinden sich besonders große Mengen an toxischen Nesselgiften, welche die Polypen der eingebrachten Korallen bei der Ansiedlung im Meerwasseraquarium an das künstliche Meerwasser abgeben. Darüber hinaus geben Kieselalgen (Diatomeen) in den ersten sechs Monaten bei der Besiedlung quarzhaltiger Sedimente kleinere Mengen von Monokieselsäure an das neue künstliche Biotop in einem Meerwasseraquarium ab. Die möglichen Säuren und die Toxine, welche sich gerade in neu eingerichteten Meerwasseraquarien ausbreiten, sind lassen sich nur schwer zu messen oder gar bestimmen. Durch das kalkhaltige Gestein und den kalkhaltigen Bodengrund werden diese Gifte in einem Meeraquarium weitestgehend gepuffert. – Dennoch sind sie vorhanden! Menschen können die Gifte, so sie verstärkt in einem Meerwasseraquarium enthalten sind, ebenso spüren wie die anderen Tiere und Lebewesen. So verspürt man ein leichtes Brennen auf der Haut (Hautreizungen), wenn man z.B. mit einem Schwamm auf den Oberarm oder den inneren Unterarm ein wenig Meerwasser aus dem Meerwasseraquarium aufträgt.

Nesselgifte im Meerwasseraquarium

Die Gifte der Nesseltiere und niedrigen Algen in einem Meerwasseraquarium entfernt man am schnellsten Aktivkohle (Carbo medicinalis). Um die giftigen Stoffe, wie das toxische Nesselgift, Ammonium oder Bestandteile von Säuren aus einen Meerwasseraquarium zu entfernen, verwendet man kurzeitig Aktivkohle. Meerwasser Aktivkohle ist ein Kohleprodukt aus pflanzlichen, tierischen, mineralischen oder petrochemischen Stoffen mit einer sehr großen inneren Oberfläche, welche u.a. giftige Stoffe aus dem Meerwasser adsorbiert, also bindet. Die Bindung (Adsorptionseigenschaften) von giftigen Stoffen an der Aktivkohle ist jedoch zeitlich begrenzt, was bedeutet, dass die Kohle nach einer Nutzzeit von etwa 36 Stunden aus dem Meerwasseraquarium wieder entfernt werden sollte. Aktivkohle entfernt in einem Meerwasseraquarium neben den giftigen Stoffen auch die farblichen Trübungen sowie alle Gelbstoffe, was sich positiv auf die Lichtdurchlässigkeit und Wasserqualität in einem Meerwasseraquarium auswirkt. Darüber hinaus entfernt die Aktivkohle nicht nur giftige Substanzen sondern auch einen Teil der anderen Substanzen, wie Jod, Strontium oder Magnesium. Daher wird geraten, Aktivkohle in Meerwasseraquarien nur bei dringendem Bedarf und nur kurzzeitig einzusetzen. Nach dem Einsatz von Aktivkohle in einem Meerwasseraquarium müssen die Spurenelemente aufgefrischt und der Gehalt an Jod, Strontium und Magnesium mittels Wassertest erneut überprüft werden. Einmal genutzte Aktivkohle enthält giftige Toxine und muss deshalb im Restmüll entsorgt werden. Eine Reaktivierung von Aktivkohle ist in einem normalen Haushalt nicht möglich.

Korallen im Meerwasser

Korallen Meerwasseraquarium

Korallen sind eine Gruppe (Taxa) festsitzender, koloniebildender Nesseltiere, welche in Symbiose mit den Zooxanthellen, vorwiegend die gut durchströmten oberen Wasserschichten der offenen tropischen Meere bewohnen. Steinkorallen kommen im tropischen Indopazifik, an den Inseln Indonesiens, den Philippinen und Neuguinea sowie die in der weniger artenreichen Karibik vor. Ein Teil der Korallenarten bildet verästelte Kalkgebilde und schafft damit als Wirtstier der Zooxanthellen, den kleinen, einzelligen Algen aus der Gruppe der Dinoflagellaten, einen Lebensraum. Als Gegenleistung werden die Polypen der Steinkrallen mit Kohlehydraten und Stärke gefüttert. Die überwiegende Anzahl der Korallen sind Polypen, die sich in der Nacht von Mikro Plankton und am Tage von Stärke sowie Kohlehydraten der symbiotischen Algen ernähren. Einige Korallen, insbesondere jenen, welche in den tieferen Regionen der Meere, z.B. in der Tiefsee, leben ernähren sich ausschließlich von Plankton und kleinsten Krebsen. Diese Korallen sind jedoch, wegen ihrem großen Bedarf an Zooplankton, in Meerwasseraquarien so gut wie nicht zu erhalten. Die verschiedenen Korallenarten unterscheidet man in Steinkorallen (Scleractinia), welche die Korallenriffe bilden sowie in die Gruppe der Octocorallia, zu denen die Weich-, Leder- und Röhrenkorallen, sowie die Gorgonien gehören. In der Meerwasseraquaristik werden die sechsstrahligen riffbildenden großpolypigen Steinkorallen als LPS (Large Polyp Scleractinia) – Korallen bezeichnet und die kleinpolypigen Steinkorallen werden SPS (Small Polpy Scleractinia) – Korallen bezeichnet. Während kleinpolypige Steinkorallen in sehr nährstoffarmen lichtintensiven Bereichen nahe der Wasseroberfläche leben, kommen großpolypige Steinkorallen in tieferen Regionen der Meere vor.

Steinkorallen im Riffaquarium

Steinkorallen Meerwasseraquarium

Das Steinkorallen Riffaquarium ist ein künstliches Meerwasseraquarium bei dem der lebende Besatz, zum überwiegenden Teil aus SPS-Steinkorallen oder LPS-Steinkorallen besteht. Meerwasseraquarien in privaten Haushalten sind im Allgemeinen zwar künstliche Riffaquarien, jedoch bestehen diese zumeist aus totem Riffgestein auf denen Korallen aller Art und in gemischter Form aufgebracht wurden. Die reinen Steinkorallen Riffaquarien unterscheiden bei den Kosten für Energie und Wasserqualität maßgeblich von herkömmlichen Riffaquarien, wenngleich diese gemeinsame Grundlagen haben. So sind etwa die Kosten für die Einrichtung mit Lebendgestein, Technik, wie Filterung und Abschäumung, Beleuchtung, Calciumzufuhr und Spurenelemente sowie die Kosten für den laufenden Betrieb bei einem Korallenriff Meerwasseraquarium mit Steinkorallen deutlich und spürbar höher als bei einem Meerwasseraquarium mit Anemonen, Weich- und Lederkorallen und Fischbesatz. Für die erfolgreiche Pflege von Steinkorallen in einem Meerwasser Riffaquarium sollten Substanzen wie Ammoniak, Nitrit, Nitrat, Phosphat und Kupfer nicht nachweisbar sein, was nur mit erheblichem Filteraufwand bei minimalem Fischbesatz (1 bis 3 Fische auf 500 Liter) zu erreichen ist. Darüber hinaus benötigt ein Riffaquarium mit Steinkorallen, egal ob vorwiegend oder nur vereinzelt, eine Lichtleistung von mindesten 2 Watt pro Liter Volumen!

Licht im Meerwasseraquarium

Für das Wachstum und die Entwicklung von symbiotischen Algen in den Korallenriffen der offenen Meere und somit auch in Meerwasseraquarien ist die Lichtleistung (Watt) und vor allem das Spektrum von kurzwelligen und langwelligen Wärmestrahlen (Farbtemperatur) von besonders großer Bedeutung. Allgemein gilt, je mehr Licht- (Leistung), desto besser entwickeln sich symbiotischen Algen der SPS-Steinkorallen, welche zumeist auch eine blaue Lichtfarbe, auch als aktinisches Licht, blaues oder kaltes Licht bezeichnet, für ihr Wachstum bevorzugen. Abhängig von der Art der gepflegten Korallen ist von verschiedenen Lichtansprüchen auszugehen:

So benötigen die symbiotischen Algen (Flagellaten) von SPS-Steinkorallen zur Produktion von Zucker und Stärke bei der Photosynthese erheblich mehr Licht als Leder- und Weichkorallen oder gar Zylinderrosen, wie sie im Mittelmeer vorkommen, weshalb dem Licht und der daraus folgende Strom- und Energieverbrauch bei der Einrichtung eines Meerwasseraquarium besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Ein Meerwasseraquarium, welches für die Pflege von SPS- und LPS Steinkorallen eingerichtet wird, hat nicht nur einen bedeutend größeren Energieverbrauch als ein Meerwasseraquarium mit Weich- und Lederkorallen, sondern es werden auch, durch den erhöhten Verbrauch von Calcium, der durch das angeregte Wachstum der Steinkorallen verursacht wird, besondere technische Vorraussetzungen an Zubehör wie Kalkreaktion, ggf. Kühlung, Umkehr- Osmosegeräte und Abschäumer erforderlich.

Killikus Partner:
LPS Steinkoralle
Korallenzucht Andreas Rüttgardt
Zucht, Verkauf und Handel von Korallen und Zubehör für Meeresaquarien
Am Mühlenberg 1
18059 Ziesendorf
Website: ↑Meerwasser Aquarien
Telefon: +49 03 82 07 71 66 5
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Öffnungszeiten:
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Sa. 10.00 bis 14.00 Uhr
Mail: meerwasser-ruettgardt@t-online.de

Einfach ausgedrückt besteht das sichtbare Licht aus elektromagnetischen Wärmestrahlen mit einen Spektrum aller uns verfügbaren Farben, deren Übergang fließend ist. Der Farbbereich, von sichtbarem Licht, welcher in Nanometer angegeben wird, erstreckt sich von Violett (380 – 420nm) und Blau (420 – 490nm) nach Grün (490 – 575nm) über Gelb (575 – 585nm) nach Orange (585 – 650nm) bis zu Rot (650 – 750nm). Für die Beleuchtung von einen Meerwasseraquarium ist jedoch die elektrische Leistung in Watt (W) sowie die Lichtfarbe (Nm / Nanometer), auch Lichttemperatur in Kelvin (K) gemessen, maßgeblich. Das Sonnenlicht, welches zu Mittag und schönen Wetter auf die offenen Meere trifft hat ca. 800 Watt. Nun erreicht diese Lichtleistung natürlich auch Tiefen von mehr als 25 Metern, was für ein Meerwasseraquarium, bei einer Tiefe von 80 Zentimetern und weniger nun wirklich nicht erforderlich ist. Deshalb geht man davon aus, dass man pro Liter Meerwasser in einem Meerwasseraquarium etwa 1 bis 1,5 Watt benötigt.

Etwas schwieriger ist die Ermittlung der Lichtfarbe. Licht, was von einer Kerze abgegeben wird, wird als „Warmes Licht“ bezeichnet. Das Kerzenlicht hat etwa 1'800 Kelvin. Tageslicht hat zwischen 5'500 und 9'600 Kelvin. Das Licht des Himmel hat zwischen 10'000 und 12'000 und das Licht in den tieferen Regionen des Meeres hat etwa 14'000 Kelvin. Dass man mit einer Kerze nicht viel Licht erzeugen kann, jedoch sehr viel Wärme erzeugt, ist bekannt. Mit dem blauen Licht eines LED-Spott kann man zwar keine besondere Helligkeit erreichen. Man kann jedoch über weite Strecken leuchten, was bedeutet, dass das warme kurzwellige Licht an der Erdoberfläche zwar für Wärme und Temperatur sorgt, das kurzwellige blaue Licht jedoch in die Tiefen der des Meeres gelangt. Und genau darauf haben sich die Korallen und lichtbedürftigen Anemonen ein den Meeren eingerichtet. Die Korallen, welche sich nur Zentimeter bis wenige Meter unter der Meeresoberfläche befinden, nutzen für die Photosynthese warmes weißes Licht und die Korallen bzw. Anemonen, welche in tieferen Regionen zwischen 6 bis 25 Metern leben, nutzen für die Photosynthese kaltes blaues Licht. Daraus ergibt sich, dass man für die Beleuchtung von einem Meerwasser Aquarium eine Mischung von weißen Licht mit 9'600 bis 10'000 Kelvin im oberen Bereich und blauen Licht mit etwa 14'000 Kelvin für den unteren Bereich benötigt, was zu der typischen weißblauen Farbgebung in den Meerwasseraquarien führt.

Um den Bedarf an Licht, sowohl an Lichtleistung, als auch an Lichtfarbe für die Korallen und Anemonen zu decken, nutzt man meistens verspiegelte HQI-Strahler (Halogen-Metalldampflampen) ab 150 Watt in einer Kombination blaufarbigen Leuchtstoffröhren. Meerwasseraquarien in denen keine Steinkorallen, sondern nur Weich- und Lederkorallen gepflegt werden sollen, reichen häufig schon einfache Leuchtstoffröhren, ebenfalls in einer Kombination von weißem und blauem Licht. Als Leuchtstoffröhren für ein Meerwasseraquarium benutzt man aktuell Leuchtstoffröhren mit einer Lichtfarbe von ca. 9’000 bis 14’000 Kelvin (Tageslicht) und alles ab 14'000 Kelvin für die meeresblaue Farbe. T8 Leuchtstoffröhren haben in der modernen Meerwasseraquaristik die herkömmlichen T5 Leuchtstoffröhren weitestgehend abgelöst. T5 Leuchtstoffröhren haben neben einer größeren Lichtausbeute von etwa 21% mit 16 mm einen geringeren Durchmesser als T8 Leuchtstoffröhren mit einem Durchmesser von 26 mm. Der beachtliche Preisunterschied zwischen den einzelnen Herstellern ergibt sich meistens aus der erreichten Lichtfarbe in Kelvin und der Brenndauer in Stunden. Um eine kontinuierliche Lichtqualität zu erreichen empfehlen die meisten Hersteller einen Austausch der Leuchtmittel nach ca. 6 Monaten Betriebsdauer. Für einen Wechsel der Leuchtmittel eignet sich besonders gut der Monat September. Denn mit dem Beginn der kalten Jahreszeit geht die Leistung des Tageslichts erheblich zurück.

Leuchtmittel, wie HQI- Brenner und Leuchtstoffröhren sind als Giftmüll zu entsorgen.

Optimale Wasserwerte Korallen- Meerwasseraquarium

KILLIKUS SCHMUCK
Killikus Sschmuck bei DAWANDA

Damit optimale Wasserwerte für ein stabiles biologisches Klima in einen Meerwasseraquarium zu erreicht und gehalten werden, müssen bestimmte Mineralien und Spurenelemente unabhängig vom Wasserwechsel wöchentlich bzw. monatlich überprüft und ergänzt werden. In einem Meerwasseraquarium leben die verschiedensten Nesseltiere (Korallen) sowie diverse kalkhaltige Algen, welche einen erheblichen Verbrauch von elementaren Stoffen, wie Calcium, Magnesium, Strontium und Jod haben. So verbrauchen alle Rotalgen (Rohdophyceae), auch als Kalkrotalgen bezeichnet, sowie alle Steinkorallen, sowohl LPS-Korallen als auch SPS-Korallen erheblich Mengen an Calcium und Magnesium, was ständig mindestens einmal wöchentlich und bei älteren Meerwasseraquarium mindestens einmal monatlich überprüft werden muss.

Für die Überprüfung der Salinität, also dem Salzgehalt in Meerwasseraquarium verwendet man einen Aräometer oder einen Refraktometer und für die Überprüfung der Wasserqualität und der Spurenelemente verwendet man Produkte für den Wassertest bzw. die Wasseranalyse. Die Analyse der Wasserqualität von Meerwasser erfolgt mit ein Wassertest für den ph-Wert, die Gesamthärte (GH), also den Gehalt an Calcium (Ca), die Karbonathärte, Ammonium (NH4+) und Ammoniak (NH3), Nitrit (Salze der Salpetrigen Säure HNO2), Nitrat (HNO3) , Phosphate (Salze und Ester der ortho-Phosphorsäure) sowie Eisen (Fe) und Kupfer (Cu). Für die Untersuchung auf lebensnotwendige Spurenelemente verwendet man einen Wassertest für Magnesium (Mg), Jod (I, Iod) und Strontium (Sr):

Wasserwerte und Spurenelemente im Meerwasseraquarium
Name Element Natürlicher Wert Sollwert Minimumwert Maximumwert
Salzgehalt 3,4 % / 34 g/l 35g/l 34g/l 35,5 g/l
Calcium 400 mg/l 430 mg/l 250 mg/l 500 mg/l
Nitrit 0 mg/l 0 mg/l - 0,05 mg/l
Nitrat (Steinkoralle) 0 mg/l 2 mg/l 0,5 mg/l 15 mg/l
Nitrat (Anemone) 0 mg/l 25 mg/l 15 mg/l 45 mg/l
Phosphat 0,015 mg/l 0,015 mg/l 0,01 mg/l 0,5 mg/l
Jod 0,06 mg/l 0,06 mg/l 0,03 mg/l 0,1 mg/l
Strontium 13,0 mg/l 10 mg/l 5,0 mg/l 40 mg/l
Magnesium 1400 mg/l 1400 mg/l 30 mg/l -
Bor 4,6 mg/l 4,8 mg/l 2 mg/l -
Karbonhärte 14° -
Kieselsäure 2 mg/l 2 mg/l 1 mg/l 3 mg/l
Kupfer 0,01 mg/l 0,01 mg/l 1 mg/l 0,5 mg/l
Ph-Wert (Meerwasser) 8,2 8,2 7,8 8,6
Quelle: Joachim Frische 1998; Das funktionierende Meerwasseraquarium

Fische im Meerwasseraquarium

Fische wie Riffbarsche, Grundeln, Lippfische, Leierfische, Zwergkaiserfische sowie andere Korallenfische sind in jedem Meerwasseraquarium zu finden. Die Fische in einem Meerwasseraquarium sind ein sehr wichtiger Bestandteil im Stickstoffkreislauf und können diesen sowohl in die positive Richtung als auch in die negative Richtung beeinflussen. Zu den beliebtesten Fischen gehören die Doktorfische (Acanthuridae), die Riffbarsche (Pomacentridae) und die Kaiserfische (Pomacanthidae). Diese Rifffische kennzeichnet eine besonders farbige, teilweise sehr individuelle und zumeist gut gezeichnete Körperform, wobei diese Gruppen für die Erhaltung des Meerwasseraquariums eine weniger bedeutende Rolle spielen. Für die Erhaltung und den guten optischen Eindruck sorgen Rifffische, wie die Zwergkaiserfische (Centropyge), die Schleimfische (Salariini), welche z. B. den Aufwuchs durch Algen fressen oder die Leierfische (Callionymidae) und die Lippfische (Labridae), welche die Parasiten im Meerwasseraquarium, wie Plattwürmer (Plathelminthes), Strudelwürmer (Turbellaria), auch als Planarien bezeichnet, fressen. Lippfische fressen Borstenwürmer (Eunice sp. 01). Allerdings auch jeden anderen Wurm.

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Für die Haltung von Meeresfischen in ein Meerwasseraquarium ist es wichtig zu wissen, dass fast alle gehandelten Meeresfische aus den offenen Meeren gefangen werden und schon deshalb eine artgerechte Haltung von ganz besonderer Bedeutung ist. Beim Kauf von Meeresfischen ist zu beachten, dass diese möglichst warm und schnell transportiert werden. Beim Einsetzen in ein Meerwasseraquarium sollte eine langsame Wasseranpassung, durch einen Wasserausgleich, vollzogen werden. Für neu eingesetzte Fische ist es immer gut, wenn Mondlicht im Meerwasseraquarium vorhanden ist. Meeresfische für Meerwasseraquarien kosten zwischen 8 Euro für kleinere Fische bis 6 Zentimeter, 30 bis 60 Euro für Meeresfische bis 10 Zentimeter und 300 Euro für besonders seltene Fische. (Zahlen 2008/9) Viele umfangreiche und recht hilfreiche Informationen über viele Meerestiere und Meeresfische bietet das MEERWASSER LEXIKON im Internet.

Die Killikus Beiträge zu Meerwasseraquaristik, Meerwasseraquarium und Nano Aquarium sind in dreijähriger Forschungsarbeit der Autoren von Killikus entstanden. Unterstützt und beraten wurden die verschiedenen Untersuchungen und experimentellen Versuche von Andreas Rüttgardt – Korallenzucht Rostock, von Mirko Becker vom Meeresmuseum Stralsund und Torsten Luther - Korallenwelt Rostock, den wir auf diesem Weg einen besonderen Dank aussprechen möchten.

„Meerwasseraquarium“ Bilder im Bildarchiv:

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Hilfreiche Links

↑Cyanobakterien in der Ostsee (Klimawandel)

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Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 16.05.14
Quellenangabe: Mirko Becker, Deutsches Meeresmuseum Stralsund; Andreas Rüttgardt, Korallenzucht Ziesendorf; Wikipedia; Yossi Laya, Ramy Klein, "Die Welt der Korallen" Enzyklopädie der Unterwasserwelt 1998, Jahr Verlag Hamburg, ISBN 3-86132-302; Wikipedia;
Bildangaben: Ludewig 2009
Erstellt: 03.09.2009
Version: 25.09.2013
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