KILLIKUS Wetter Wetterprognosen Wetter Buch.
Killikus© Urlaub Unterkunft Zimmervermittlung bietet 12.000+ Angebote!
Killikus Ferienwohnungen Unterkunft buchen
Impressum

Fleischfarbenes Knabenkraut (Orchidee)

Home Killikus.de Naturmagazin Urlaub in Norddeutschland Home Killikus.de Naturmagazin Urlaub in Norddeutschland
Urlaub Fotogalerie Störtebeker Tickets Wetter Killikus Schmuck   
Nach Bildern und Inhalten suchen:

Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)

Fleischfarbenes Knabenkraut (Orchidee)

Die Orchidee mit dem deutschen Namen „Fleischfarbenes Knabenkraut“ (lat. Dactylorhiza incarnata) auch „Fleischrote Fingerwurz“ oder „Orchis incarnata“, gehört zu den Wiesenpflanzen der besonders nassen Feuchtwiesen und bewohnt das mittlere Europa bis zur nördlichen Ukraine und steht auf der ↑Roten Liste der bedrohten Pflanzen. Fleischfarbenes Knabenkraut (lat. Dactylorhiza incarnata) blüht gegen Ende Mai bis etwa Mitte Juni, je nach Wärme und Feuchtigkeit des Jahres. Zumeist löst Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) in der Blühte ab. Deutschland findet man das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) gelegentlich in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf sehr feuchten Naßwiesen und / oder in den Übergangszonen von Nieder- oder Zwischen-Mooren einzelner besonders behüteten und naturbelassenen Feuchtwiesen.

Sehr viel anspruchsvoller an die Qualität des Bodens, ist das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) noch seltener anzutreffen als das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), welches gelegentlich manchmal als Kuckucksblume bezeichnet wird. Der hohe Anspruch an die Bodenqualität vom Fleischfarbenen Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) bedeutet, dass das Fleischfarbene Knabenkraut bereits bei einfachen Störungen sein Wachstum völlig einstellt. Sehr selten findet man ein weißes Fleischfarbenes Knabenkraut (lat. Dactylorhiza incarnata f. rosea)

Fleischfarbenes Knabenkraut

Feuchtwiesen auf denen das Fleischfarbige Knabenkraut noch wächst, werden nur einmal im Jahr gemäht, damit die Feuchtwiese nicht verkrautet und darf niemals gedünkt werden. Feuchtwiesen, auf denen sich Orchideen, wie die Knabenkräuter ausbreiten, werden bestenfalls extensiv, zur Mahd genutzt. Wie sich erfreulicher Weise, im Jahre 2006, im renaturierten ↑Peene-Flussbett zwischen Demmin und Anklam herausstellte, ist auch das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) dank seiner ↑kryptophytischen ↑Überdauerungsorgane, den handförmig geteilten Knollen über Jahrzehnte hinweg in der Lage gewesen, in überdüngten und landwirtschaftlich genutzten Böden zu verweilen, um nach der ↑Renaturierung, also bei günstigeren Lebensbedingungen, erneut in voller Pracht zu erblühen.

Um kurz auf den deutschen Namen „Knabenkraut“ einzugehen, ist dieser von dem griechischen Wort „↑Orchis“, was zu Deutsch „Hoden“ bedeutete, abgeleitet. Die Orchideen der „↑Knabenkräuter“ verfügen über zwei geteilte Knollen im Boden, welche als Überdauerungsorgan (Kryptophyt, Geophyt) der Knabenkräuter dienen. Die Knabenkräuter (Orchis) bilden eine Gattung in der Familie der ↑Orchideengewächse (Orchidaceae), stehen alle unter Naturschutz und sind streng geschützt. Überlieferungen, dass die Knollen der Knabenkräuter irgendeine medizinische Bedeutung haben, sind nicht nachgewiesen und führen zur weitern Ausrottung der inzwischen selten gewordenen Pflanzen.

Fleischfarbenes Knabenkraut im Boden
Feuchtwiese der Dactylorhiza incarnata (dt. Fleischfarbenes Knabenkraut)

Als Leihe kann man ein Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) und ein Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) verwechseln, obwohl es einige Merkmale gibt, die schon beim bloßen Anblick die Unterschiede erkennen lassen. So hat ein Fleischfarbenes Knabenkraut seine seitlichen ↑Sepalen, also die ↑Kelchblätter der Blüte, nach hinten geborgen, während die Sepalen vom Breitblättrigen Knabenkraut seitlich abstehen. Die Laubblätter sind beim Fleischfarbenen Knabenkraut länglich bis lanzettartig und zum Teil bis zum Blütenzylinder hoch. Die Laubblätter des Fleischfarbenen Knabenkrauts sind einfach grün bis hellgrün und nicht wie beim Breitblättrigen Knabenkraut, mit braunen Punkten versehen. Obwohl es auch beim Breiblättrigen Knabenkraut Pflanzen gibt die keine braunen Punkte haben, kann man davon ausgehe, dass dies eine Ausnahme der Regel ist.

Blütenausschnitt Fleischfarbenes Knabenkraut

Ein Fleischfarbenes Knabenkraut kann von purpur-violett-rot über zartrosa bis zu weiß-rosa gefärbt sein. Die erheblichen Farbabweichungen vom Fleischfarbenen Knabenkraut führen schon zu Irritationen, wenn man auf einer Wiese so unterschiedliche Pflanzen derselben Orchideeart vorfindet. So reichen die Färbungen der Dactylorhiza incarnata nach ALFONS BÜRGER bis zu gelben Blütenständen. Im näheren Umfeld der Dactylorhiza incarnata oder Orchis incarnata findet man die gelbe Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), was ein typisches Zeichen für den besonders feuchten Untergrund ist. Ein Fleischfarbenes Knabenkraut hat einen hohlen fleischigen grünen Pflanzenstängel der eine Höhe zwischen 30 bis 60 Zentimeter erreichen kann. Die Anzahl der Blüten eines Fleischfarbenen Knabenkrauts erscheint luftiger und nicht so dicht, wie beim Breitblättrigen Knabenkraut. Das Fleischfarbene Knabenkraut blüht üblicherweise in Norddeutschland von Anfang Juni bis in den Juli. Da das Fleischfarbene Knabenkraut ziemlich zeitgleich mit der Orchidee ↑Dactylorhiza praetermissa (dt. Übersehenes Knabenkraut) blüht und die Farben der Blühten als auch die Laubblattfarbe und Laubblattform gewisse Ähnlichkeiten haben, kann es mit der Dactylorhiza praetermissa zu Verwechselungen kommen.

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein „Fleischfarbenes Knabenkraut“ (Dactylorhiza incarnata) Orchideen Vorkommen in den nördlichen Feuchtwiesen, am Kummerower See im NSG „Neukalener Moorwiesen“, am Fuße der Mecklenburgischen Schweiz (Mecklenburger Schweiz), zu finden.

Liebe Orchideenfreunde, liebe Orchideensammler – Erdorchideen kaufen ist besser, als die wenigen heimischen Orchideen auszugraben. Helft beim Schutze der wenigen naturbelassenen Feuchtwiesen, denn keiner wird jemals diese einzigartigen Biotope je wieder herstellen können.

Weitere Informationen zu heimischen Orchideenarten »

f3d45a7eecab4061b14ea16158f08443

Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 01.12.14
Quellenangabe: Alfons Bürger, Orchideen für den Garten, Verlag Eugen Ulmer, ISBN 3-8001-6487-6, Seite: 31, 101 und 81
Bildangaben: keine
Erstellt: 06.06.2007
Version: 25.09.2013
Killikus® Norddeutsche Zimmerbörse · © 2006 - 2017 Killikus® Nature UG · Alle Rechte vorbehalten.