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Tradition und Brauchtum der Ostereier und Osterhasen

Osterei Tradition Ostereier Brauchtum Ostern

Siehe auch: Kunsthandwerk & Kunstgewerbe
Modernes Osterei aus Stein (2005)

Tradition der Ostereier

Osterbrauchtum: Die Geschichte der Ostereier hat einen besonderen Ursprung in dem historischen Brauch der Pacht- und Schenkeier, Antlass Eier, Pysanka und Binsenmark Eier, welche im Mittelalter zwischen dem 4. und dem 15. Jahrhundert als Abgaben an Lehnsherren, Kirchenträgern und Lehrern übergeben wurden. Dennoch hat das eigentliche österliche Ei noch eine viel weitreichendere historische Bedeutung.

Das Osterei (Ostereier), welches zu Ostern verschenkt wird, ist im Ursprung aus den Schöpfungsmythen verschiedener Völker und Ur-Völker vor einigen tausend Jahren hervorgegangen. Seit mehr als tausend Jahren erzählen ↑Mythen und Geschichten über die Entwicklung des Lebendigen aus dem Leblosen, was sich bei dem Ei auf ganz besondere Weise zeigt. Ein indischer Mythos besagt zum Beispiel, das ↑Brahma, einer der Hauptgötter des ↑Hinduismus, tausend Jahre in einem Ei hockte, es dann teilte und aus den beiden Hälften Himmel und Erde erschuf. Nach der griechischen Mythologie entstand die Erde aus der Eierschale, das Element Feuer aus dem Dotter und die Luft aus der kleinen Blase im Ei. Die Entstehung der Erde »ab ovo« (Lat. = vom Ei) begegnet man weiterhin in der ägyptischen Mythologie, welche das „Sonnenei“ kennt, sowie in der chinesischen, der japanischen und der altperuanischen Mythologie.

Wachsbatik Osterei 2001

Das zerbrochene bzw. das aufgeschlagene Weltei, welches in der niederländischen Kunst des ↑Pessimismus aus dem 15. Jahrhundert vorkommt, steht für die Geburt des Abscheulichen, welches nur tote und sinnlose Inhalte hervorbrachte. (↑Hieronymus Bosch, ↑Jacques Callot) In diesem Zusammenhang steht besonders das Ei der ↑Reptilien, welches als die Verkörperung des Dämonischen betrachtet wurde. Für ↑Alchimisten steht das Ei für Chaos, die »↑prima materia«, in dem die Weltseele eingeschlossen war. In vielen Totenkulten spielte das Ei als Lebenssymbol, als Zeichen der Rückkehr und zugleich als Wegzehrung in das Totenreich, eine bedeutenden Rolle.

In diesem Zusammenhang fanden ↑Archäologen prächtig verzierte „echte“ Eier sowie verzierte Nachbildungen von Eiern aus Mamor, Ton und Alabaster in frühgriechischen, etruskischen, gallischen und nordischen Gräbern. Auch gefärbte Eier aus vorchristlicher Zeit sind bekannt, wenngleich diese auch nicht so bekannt sind, wie die Toneier aus ↑Korinth, welche sich in europäischen Museen befinden. Auch noch in heutigen Tagen wird das Ei mit Lebenskraft und Fruchtbarkeit verbunden. In diesem Zusammenhang steht das Ei in besonderer Beziehung zum Frühling, der Jahreszeit, in welcher neues Leben in der Natur erwacht. Am 21. März, zum sog. ↑Frühlingsanfang, beginnt die Sonne höher zu steigen – ein Ereignis, das in vielen Bräuchen gefeiert wurde und auch heute noch gefeiert wird.

In der christlichen Religion steht das Osterei als Sinnbild für den Sieg von ↑Jesu Christi über den Tod durch die Auferstehung zu Ostern. So heißt es bei ↑Ephräm, einem syrischen Kirchenlehrer im 4. Jahrhundert: „Gleich einem Ei springt das Grab auf.“ Das christliche Osterei wird seit dem 12. Jahrhundert am Ostersonntag in der Kirche gesegnet, wobei die »benedictio ovorum« mit der allgemeinen Speisenweihe nach der Aufhebung der Fastenverbote zusammenhängt. Die gesegneten Ostereier wurden einst an bevorzugter Stelle aufbewahrt. So wurde das Ei zum Symbol für die Auferstehung Christi: die zerbrochene Eierschale wurde als leeres Grab gedeutet. Die im ↑Mittelalter übliche rötliche Färbung – man spricht von der ↑liturgischen Farbe, erinnert an die Erlösung durch Christi Sterben und sein vergossenes Blut. In russischen und urkrainischen Legenden stehen die roten Ostereier für den Schmerz trauender Mütter.

Sorbisches Osterei

An anderer Stelle wird gesagt, dass bemalte Ostereier erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt werden: So war nach den Fastenvorschriften der Verzehr von Eiern in der Karwoche untersagt; die Hennen legten trotzdem, die Eier wurden gelagert; am Ostermorgen war dann der Eierkonsum besonders hoch. Man beschloss, diese gesammelten "Karwochen-Eier" zu bemalen und weihen zu lassen, damit sie sich von gewöhnlichen "Jahres-Eiern" unterscheiden. Die kunstvolle Bemalung der Eier war vor allem in Osteuropa verbreitet.

Als besonders ausgefallen und traditionell gelten die „↑Sorbischen Ostereier“ der katholischen ↑Sorben aus der ↑Lausitz in ↑Sachsen. Um Ostern finden Sie in der Lausitz viele alte und neue Bräuche. Während die Osterprozessionen der katholischen Sorben weit über die Region hinaus bekannt sind, wird das Ostersingen, das Waleien, das Osterwasserholen und das Abbrennen der Osterfeuer leider nur noch in einigen dörflichen Gemeinschaften und Familien gepflegt.

(Sorbische Ostereier bei eBay)

Die Tradition des Ostereier-Verschenkens

Kathas Osterei - Malerin Katharina Schultz-Ludewig

Die Tradition des Ostereier Verschenkens geht vermutlich auf den älteren Brauch der Abgabe von Zins- und Antlaßeiern im Mittelalter zurück. In der mittelalterlichen ↑Naturalwirtschaft wurden den Grundherrn (auch Lehnsherrn) die Steuern und Abgaben unter anderem mit Naturalien bezahlt. Flurnamen wie „Eierzins“ oder „Eierwiese“, als Bezeichnung für Grund und Boden, erinnern an diese Pflicht, die auf dem Grundstück lag. Mit der Reformation im 16. und 17. Jahrhundert trat eine grundlegende Änderung in der Tradition des Eier Verschenkens ein. Es wurden nicht mehr nur die Grundherrn, Pfarrer und Lehrer mit frischen Eiern bedacht, sondern auch Patenkinder und Freunde, denen man die dem Ei innewohnende Fruchtbarkeit und Lebenskraft übertragen wollte. Die historische Aufwertung des Eierverschenkens im 16. Jahrhundert führte zur künstlerischen Gestaltung der jeweiligen Ostereier. Noch heute lassen sich nach der Art der ↑Ornamentik und der Verzierungstechnik europäische Ostereier-Landschaften voneinander unterscheiden. Farben und Mustersymbolik sind seit Jahrhunderten überliefert worden. So stehen z.B. Bänder und Wellenlinien für das ewige Leben, Dreiecke für Formen der Dreifaltigkeit wie Vater, Sohn und heiliger Geist, die Familie, Luft, Wasser und Himmel, Kreuze erinnern an den Sieg Christi über den Tod, Sonne und Sterne an das Leben, Pflanzen und Blumen an Liebe, Güte und Wohlwollen.

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Der Theologe Dr. theol. Manfred Becker-Huberti aus Köln schreibt in seinem ↑Aufsatz „Ova paschalia - über den Sinn österlicher Eier“ über das Schenken von Ostereiern: „Das Schenken von Eiern zu Ostern durch Christen lässt sich schon in den ersten christlichen Jahrhunderten in Armenien nachweisen. Hier war das Osterei kein Frühlingsopfer, diente nicht als Grund- und Bodenzins und war auch nicht das Ergebnis eines Eierverbotes in der vorösterlichen Fastenzeit. Die christlichen Ostereier symbolisieren das neue, übernatürliche Leben. In Österreich war das rote Osterei bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges die Regel. In der Westkirche setzte das Bemalen von Ostereiern im 12./13. Jahrhundert ein. Neben den roten Eiern traten die Farben grün, blau, gelb, schwarz auf, aber auch silber und gold. Die Eier waren bald nicht nur einfarbig, sondern wurden verziert, besprenkelt, ausgekratzt, beschrieben, beklebt, bemalt, ausgeblasen und gefüllt. Einzelne Landschaften haben unterschiedlichen Ostereierschmuck hervorgebracht. In Russland taucht man gekochte Eier in flüssigen Bienenwachs und legt sie dann in Farbbäder. Andere bemalen die Eier mit flüssigem Wachs und färben sie dann. Mehrere Farbbäder hintereinander bringen Schattierungen und Muster hervor. „Pysanka, die Geschriebene”, wird das mit grafischen Mustern in Batiktechnik kunstvoll verzierte Osterei in der Ukraine genannt. Die Pysanky werden durch Ornamente und Figuren mit - früher magischer jetzt - christlicher Bedeutung geschmückt. In Österreich ist es Brauch, gefärbte Eier mit einer in Salzsäure getauchten Stahlfeder zu ätzen. Auf diese Weise lässt sich auf den Eiern zeichnen. Berühmt sind die sorbischen Ostereier, die durch Kratz- und Ätztechniken oder durch Batik entstehen. In Mittel- und Ostdeutschland werden Binsenmark-Eier hergestellt, indem man fadendicke Mark der Binsen in Kringeln und Spiralen auf ausgeblasene Eier klebt. In Mähren stellt man Stroh-Eier her. Durch Einweichen von Strohhalmen, die man aufschlitzt und zu Bändern bügelt, gewinnt man das Material, mit dem man die Eier beklebt. Ausgeblasene oder gekochte Eier werden mit Rechtecken und anderen Mustern beklebt.”

[Quelle: ↑religioeses-brauchtum]
Osterei Parfüm-Flacon Biedermeier

Das 18. Jahrhundert ist die Wiege des künstlerisch und handwerklich gefertigten Ostereies, welches in der Folgezeit ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten erfahren hat. Aus der Form des einfachen Ei wurden Luxusgegenstände aus den kostbarsten Materialen. Ausschlaggebend dafür war die Mode des Ostereierschenkens, der man besonders an den europäischen Höfen mit Spitzenprodukten künstlerischen Handwerks und Könnens huldigte. Der französische Hof unter Ludwig XV. ließ Ostereier von Malern wie Watteau, Lancret und Boucher mit zeitgenössischen galanten Szenen (erotischen Szenen) bemalen. Der russische Hofjuwelier Farbergé stellte jedes Jahr ein sog. „Überraschungsei“ für die Zarenfamilie her.

Die Tradition der Osterhasen

Mit der Blüte des Ostereier-Schenkens im 18. Jahrhundert hielt der Hase als Überbringer Einzug in die Tradition. Diese Tradition entwickelt sich zuerst am Oberrhein, dem Elsaß und der Pfalz. In anderen Gegenden wurden die Ostereier vom Hahn, dem Storch, dem Kuckuck und sogar vom Fuchs gebracht. Die Verbreitung, dass der Osterhase die Ostereier bringt, ist wohl auf die Erklärungen für die Kinder zurückzuführen. Obwohl der Hase schon im Altertum ein Symbol für Fruchtbarkeit und Zeugungskraft war, kann man davon ausgehen, dass die Tradition aus dem Erklärungsbedarf für „ bunte Ostereier“ hervorgegangen ist. Zur Zeit des Biedermaier wurde aus dem Ostereier-Verschenken ein Ostereier Versteckspiel mit Süßigkeiten und Zuckerbäckerein. So berichtet Friedrich von Matthisson, ein Freund Goethes, 1783 von einem Kinderfest bei Weimar. „Die muntere Jugend, worunter auch kleine Herder und Wielande waren, zerschlug sich durch den Garten und balgte sich bei dem Entdecken der schlauversteckten Plätze (für Plätzchen) nicht wenig…“ (Goethe)

Laut dem ↑Heiligenlexikon entwickelten evangelische Familien im 17. Jahrhundert den Osterhasen als Eierlieferanten. Der Osterhase „sollte die Ostereier bemalen, verstecken und legen.“ Damit wollten sich die ↑Protestanten von den ↑Katholiken distanzieren, weil sie die Fastenbräuche und die „Eierweihe“ (siehe oben) der katholischen Kirche ablehnten. Die vierzigtägige ↑Fastenzeit der römisch-katholischen Liturgie ist als „Österliche Bußzeit“ bestimmt. Die Österliche Bußzeit dient der Vorbereitung auf die Osterfeier.

Literaturhinweise:

  • Dr. Joana Roch-Strübler, Hartman International „Das Ei ist Leben“
  • Becker, Albert: „Zur Geschichte der Osterhasen und seine Eier“ in Zeitschrift für deutsche Volkskunde, 35,36 1925/26
  • Blobel, Brigitte: Das Osterbuch, München 1983
  • Graff-Höfgen: „Ostereier zwischen Kunst und Kommerz“, in Volkskunst, Mai 1986
  • Heim, Walter: Osterbrauchtum, Freiburg 1997

Weblink

Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 20.06.14
Quellenangabe: Dr. Joana Roch-Stübler, „Das Ei ist Leben“, Frankfurt/Main, Hartmann Egg-Art-Gallery, S.4ff; Ökumenisches Heiligenlexikon, www.heiligenlexikon.de, Ostern; wikipedia, Ostern; »Ova paschalia« Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln;
Bildangaben: Ludewig
Erstellt: 12.02.2008
Version: 25.09.2013
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