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Bernstein (Succinit)

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Bernstein (Succinit) – Bernsteine an der Ostseeküste finden

Wissenswertes über Naturbernstein

Hauptseite: Ostsee
Siehe auch: Fossilien

Bernstein, auch Börnsteen („Brennstein“) genannt, ist ein fossiles ↑Succinit Gestein aus der ↑Kreidezeit unserer Erde, welches im baltischen Ostseeraum gefunden und geborgen wird. Seit dem ↑Paläozoikum (ca. 541 Millionen Jahre bis ca. 252,2 Millionen Jahre vor heute) ist das versteinerte Harz damaliger Bäume als feste, amorphe (nicht kristalline) Substanz erhalten geblieben. (↑Bernstein; Wikipedia).

Bernstein Vorkommen

Echter Bernstein kommt hauptsächlich in der tiefliegenden Kreide des Baltischen Ostseeraumes vor und wird dort seit mehr als 2000 Jahren gewonnen. Die bekannteste Fundregion ist die ↑Halbinsel Samland (Kaliningrader Gebiet, Russland) zwischen Frischem und ↑Kurischem Haff.

Naturbernstein Rohbernstein Bernstein
Naturbernstein Bruchstücke und Rohlinge · Foto: Killikus 04.01.2016

Die reichste und auch heute noch wirtschaftlich genutzte Fundschicht der Erdoberfläche, die sogenannte „Blaue Erde“, wurde im Obereozän vor etwa 35 Millionen Jahren abgelagert. Daneben führen im ↑Deckgebirge, die nur etwa 20 Millionen Jahre alten miozänen Erdschichten der sogenannten „Braunkohlenformation“ Bernstein, der ebenfalls zeitweise genutzt wurde. Junger miozäner Bernstein findet sich außerdem in Nordfriesland und der Lausitz. Und auch in Mitteldeutschland sind inzwischen zahlreiche Fundstellen bekannt, so dass der Braunkohletagebau Goitzsche bei Bitterfeld in Ostdeutschland nicht mehr der einzige Fundort ist.

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Goslar Altstadt

Im gesamten Raum Leipzig-Bitterfeld wurden auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern mehr als 20 Bernsteinvorkommen oberoligozänen Alters gefunden. Darunter, mit etwa 310 Millionen Jahren, der älteste bekannte Bernstein aus dem obereozänen Braunkohleflöz Bruckdorf. Er ist in etwa gleich alt wie der Bernstein der „Blauen Erde“ des Samlandes in Dänemark. Weitere Einzelfunde stammen aus dem Flözniveau des Unteroligozäns bei Breitenfeld nördlich von Leipzig sowie bei Böhlen. An größeren Vorkommen sind im Tagebaufeld Breitenfeld 1.500 t und im Tagebaufeld Gröbern bei Gräfenhainichen beachtliche 500 t Bernstein prognostiziert worden. (Wikipedia;Bernstein)

Fundorte von Bernstein an der norddeutschen Ostseeküste

Am häufigsten wird Bernstein nach kräftigen Stürmen aus nördlicher Richtung an den Kliffküsten der Ostseeküste angespült. Gerade in den Monaten Februar, April und November findet man ihn nach Sturmtagen an den Ostsee der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst oder der Insel Hiddensee. Sie ist mit ihren umliegenden seichten Sandbänken der bekannteste Fundort.

Bernstein Strand Rügen Kreptitz
Bernstein Strand bei Kreptitz auf Rügen · Foto: Killikus 30.05.2008

Erfahrene Bernsteinfischer benutzen häufig einen Bernsteinköcher, um das Gold der Ostsee aus dem Wasser zu fischen. Dieser kann einen Durchmesser bis zu einem halben Meter haben, wie historische Bilder belegen. Heute sind Bernsteinköcher kleinere Netze, die einem Schmetterlingsköcher ähneln. Der Köcher muss ein gut durchlässiges, kleinmaschiges Netz und einen kräftigen, langen Stil haben.

Strand Bernstein Seetang
Bernstein sammeln im Sturm am Darßwald · Foto: Killikus 17.12.2013

Als Urlauber oder Tourist hat man es oft nicht leicht, einen Bernstein an der Ostsee zu finden. Am besten gelingt es den Kindern, sich auf die kleinen bräunlichen Krümel am Strand zu konzentrieren. Bei hoher Konzentration verschwindet nämlich vor den Augen alles was, grau, weiß oder schwarz ist. Es bleiben die Farben Grün und Braun. Das sind dann aber oft leider doch nur Glasscherben, die auf ihrer langen Reise durch die Ostsee rund und porös geschliffen wurden.

Bernstein Verwendung

Die Verarbeitung des weichen Gesteins erstreckt sich von Schmuck über kleine Gefäße bis hin zu Intarsien bei handgearbeiteten Möbeln. Man kann sagen, dass die Historie der slawischen Kulturkreise im Ostseeraum direkt auf die Verarbeitung und den Handel von Bernstein zurückzuführen ist. Noch heute wird Bernstein in der Ostsee-Schmuck Manufaktur in Ribnitz-Damgarten zu Schmuck und Zierobjekten verarbeitet und weltweit verkauft. Das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten an der mittleren Ostseeküste bietet darüberinaus spannende Informationen zur Bedeutung des 'Goldes' aus der Ostsee.

Was ist Bernstein?

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Bernstein ist ein rein fossiles, in Jahrmillionen 'versteinertes Harz' von lange ausgestorbenen Koniferenarten. Die eher unbekannten Nadelbäume wuchsen vor etwa 40 Millionen Jahren im Eozän im heutigen Ostseeraum. Zu dieser Zeit war der Ostseeraum eine ebene Landschaft ohne dem uns bekannten Wasser. Die Größe der bisher gefundenen Bernsteine lässt darauf schließen, dass die Koniferen überaus große Bäume gewesen sein müssen, deren Baumsäfte aus einer klebrigen, klaren bis milchigen, zähen Masse bestand. Daher riecht Bernstein beim Anritzen nach Harz und Wald, da ein Teil der eingelagerten ätherischen Öle auch über Jahrmillionen hinweg in dem Gestein eingeschlossen blieb. Wie auch kleine Insekten, Samen oder Pflanzenreste.

Bernstein - Echt oder nicht?

Beim einem Zahntest, dem üblichen aller Steintests, klingt Bernstein stumpf und dumpf, vergleichbar mit einem Stück Holz oder Plastik. Ein weiterer, einfacher und zerstörungsfreier Echtheitstest basiert darauf, dass sich Bernstein statisch auflädt, wenn dieser an Stoff gerieben wird. Der aufgeladene Bernstein zieht kleine Papierschnipsel, Stoff-Fasern oder Wollfussel an. Diese Methode bietet sich natürlich für verarbeitete und vor allem für gefasste Schmuckstücke an. So lässt sich schnell erkennen, ob der erworbene Bernstein ein Naturbernstein oder ein sogenannter "echter Bernstein", "Echtbernstein", "Echtbernstein extra" oder "Ambroid" ist. Diese wohlklingenden Bernsteinbezeichnungen sind Namensschöpfungen für gepressten Bernstein.

Natürlicher Bernstein wird in der Natur geborgen und anschließend zur Weiterbearbeitung zersägt und geschliffen. Nur selten findet man wirklich große Bernsteine oder Bernsteine mit Einschlüssen, die diese sehr wertvoll machen. Sehr viel häufiger werden dagegen kleine Bruchstücken von 3 bis 7 Millimetern gefunden. Dieses, für die Weiterverarbeitung unbrauchbare, Rohmaterial wird mit Splitterresten und Schleifresten vermischt und bei Temperaturen von 200° bis 250° Celsius unter Druck von etwa 3000 bar zu großen Stücken zusammengepresst. So entsteht ein klarer Bernstein, der dem Naturbernstein in nichts nachsteht.

Herkunft und Entstehung von Bernstein

Über Jahrmillionen kam es auf der Erde zu mehreren Warm- und Kaltzeiten, welche auch die Vegetation in Nordeuropa immer wieder zerstörten und veränderten. Es gab Warmzeiten mit deutlich höheren Temperaturen als heute und Kaltzeiten mit deutlich niedrigen Temperaturen. Vor etwa 200.000 Jahren kam es zu einer großen Kaltzeit mit wechselnden Eiszeiten und Vergletscherungen in Nordeuropa. Die entstandenen Gletscher reichten bis in das heutige Mecklenburg-Vorpommern und hinterließen dort sowohl die Mecklenburgische Schweiz, die Holsteinische Schweiz und die Mecklenburgische Seenplatte.

Bernstein mit Ammonit Donnerkeil Ammonit verwechseln
Naturbernstein und Fossil Ammonit zum Verwechseln ähnlich · Foto: Killikus 04.01.2016

Die über hundert Meter hohe Gletscher prägten das Landschaftsbild und bis vor etwa 20.000 Jahren wuchs in Nordeuropa keine einzige Pflanze. Mit dem Klimawandel und der allmählichen Erwärmung vor etwa 20.000 Jahren, begann sich die Ostsee als Schelfmeer aus dem Gletscherwasser zu bilden. Bodenverschiebungen, Hebungen und Senkungen, die während der geologischen Prozesses Sedimente der Kreidezeit freilegten, brachten den Bernstein aus der Tiefe an die Oberfläche. Aus diesem Grund lassen sich aus treibenden Bernsteinfunden wenig Rückschlüsse über dessen Herkunft machen.

Physikalische Eigenschaften von Bernstein

Bernstein schwimmt bzw. schwebt in Salzwasser. In Süßwasser fällt ein Bernstein zu Boden und verbleibt dort. Das erklärt sich aus der Dichte des weichen Gesteins. Bernstein hat eine Dichte von 1,05 bis 1,096 g/cm3. Wasser hat eine Dichte von 1,0 g/cm3. Salzwasser hat eine Dichte von 1,35 g/cm3. Daraus ergibt sich, dass Bernstein zwar etwas schwerer als Wasser, jedoch sehr viel leichter als Meereswasser ist. Nun beträgt der Salzgehalt, auch Saliniät genannt, der Ostsee im nördlichen ↑Bottnischen Meerbusen weniger als 0,5% und bei Bornholm etwa 1%. Am ↑Skagerrak liegt er bei 3,5% , bei 2% am Kattegat und weniger als 0,5% am ↑Finnischen Meerbusen. Bei witterungsbedingten Kreide- oder Küstenabbrüchen wird der Bernstein vom Festland in die Ostsee transportiert. Durch den geringen Salzgehalt der Ostsee, wird der Bernstein, wenige Zentimeter über dem Boden schwebend, wieder zurück an Land getragen, wo er von Bernsteinfischern oder bernsteinsuchenden Touristen gesammelt wird.

Naturbernstein klären - Bernstein klar macchen

Die meisten Naturbernsteine sind trübe. Die Farbe reicht von honiggelb, gelbweiß, orange, rot, grünlich bis braun. Meistens durchziehen schleierartige, milchige undurchsichtige Schwaden den Stein. Echter Bernstein ist brennbar, weswegen er auch Börrnstein genannt wird. Er verbrennt, sobald er mit einer offenen Flamme in Berührung kommt. Bei einer Erwärmung von etwas über 170° Celsius wird Bernstein weich und formbar. Oberhalb von 300 Grad verkohlt er und zersetzt sich dabei in poröse schwarze Schlacke, ähnlich verbranntem Plastik. Möchte man einen klaren Bernstein haben, soll lässt er sich klären. Die Methode des Klären wird seit alters her gemacht. Dabei wird der Bernstein bei über 170° Celsius in heißem Öl über einige Stunden hinweg gekocht und sehr langsam wieder abgekühlt.

Man kann Bernstein auch in heißem Sand klären. Dazu muss man ihn in einer größeren Menge feinen Sand einbetten. Dort wird er über mehrere Stunden bei einer Temperatur von rund 200- 250°C erhitzt und langsam abgekühlt. Das langsame Abkühlen ist sehr wichtig, da sich sonst Risse, die sogenannten „Sonnenflecken“ bilden.

Hilfreiche Links:

↑Deutsches Bernstein Museum

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„fossil“ Bilder im Bildarchiv:

fossilien fossilien fossilien fossilien ↑alle Bilder...

Autor: Johannes Ludewig / Esther Verhoc
Last Edit: 03.01.16
Quellenangabe:
Bildangaben:
Erstellt: 01.01.2016
Version: 25.09.2013
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