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Peenetal

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Peenetal (Flusstalniederung)

Peenetal

Peenetal zwischen Demmin und Anklam

Ein „Peenetal“, als ↑Tal im klassischen Sinne, zwischen Demmin und Anklam, gibt es nicht! Das „Peenetal“ ist ein Urstromtal, vergleichbar mit dem Tal der Elbe, welches vor rund 7.000 Jahren durch nördlich abfließende Wassermassen während der ↑Weichseleiszeit entstanden ist. Das Flussbett der „Peene“ zwischen Demmin und Anklam ist eine typische Flusstalniederung, norddeutschen Charakters, mit ausgeprägten Niedermooren und einigen wenigen, wirklich erhaltenen Feuchtwiesen an der West- und Ostpeene (NSG Ostpeene).

Jedoch schrieb Werner von Bülow in seinem Buch „MECKLENBURG-VORPOMMERN EIN GESCHENK DER EISZEIT“ (Seite 44) über die Entwässerung des ↑Toteises der letzten Eiszeit, vor etwa 17.000 Jahren: „...Die Entwässerung der Oberfläche erfolgte über ein Netz von rechtwinklich zueinander verlaufenden Tälern wie Recknitz, Trebel und Peene.“, was jedoch gewiss nicht mit einem umgangssprachlichen Tal gleichbedeutend sein sollte. Das heutige pommersche Urstromtal erstreckt sich weit in das westliche Binnenland, bis fast an die Elbe und ist gekennzeichnet von Endmöränen, Niedermooren, Mulden, Zungenbecken, Zungenbecken-Seen, Rinnenseen und Tunneltäler, die sich im äußersten Süden der Peene, der heutigen Mecklenburger Seenplatte (Mecklenburgische Seenplatte) befinden.

An den Ausläufern der Niedermoore befinden sich Feuchtwiesen und Seggenrieden. Die Feuchtwiesen mit Schachbrettblumen z.B. im NSG „Neukalener Moorwiesen“ und die Niedermoore zwischen Klocksin (nahe Dahmen, am Malchiner See) in der Mecklenburgischen Schweiz sowie zwischen Demmin und Anklam vor der Ostsee, sind europaweit einzigartig! Deshalb bemüht sich der Landkreis Demmin um die ↑Einrichtung eines Nationalparks. (siehe Kommentar: „Gefährlicher Nationalpark Peenetal“ und ↑Forum)

Peenetal bei Loitz
Peenetal Zentrum bei Loitz im Winter

Das Peenetal verläuft entlang dem Verlauf der Peene, ausgehend von den Neukalener Wiesen, dem nördlichen Peene-Zufluss aus dem Kummerower See, vorbei an den Orten Dargun, Demmin, Loitz, Jarmen, Gützkow und Anklam bis zur Mündung in den ↑Peenestrom. Um es klar zu sagen, dass sogenannte „Peenetal“ zwischen Demmin und Anklam wird in keiner mir bekannten historischen Dokumentation genannt. Vielmehr erscheint es, dass aus politischen Gründen, im Sinne eines zukünftigen ↑Nationalpark Peenetal, eine Tallandschaft aus dem Boden gestampft wird, wo sich seit Jahrhunderten flaches, seichtes und unbewaldetes Ackerland, nämlich das einstige ↑Pommern befindet. Ein Nationalpark „Mecklenburgisches Urstromtal“ nördlich vom Kummerower See zu installieren, ist gewiss ein lobenswertes Anliegen, wenngleich es einige Jahrzehnte dauern dürfte, bis sich die natürlichen Biotope an der Peene, zwischen Demmin und Anklam regenieriert und erholt haben.

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Laut dem ↑Bundesamt für Naturschutz ist das Peenetal zwischen Demmin und Anklam eine „…weitgehend unzersiedelte Landschaft um die Peene im Osten Mecklenburg-Vorpommerns, eine der letzten unverbrauchten Flusstalniederungen Europas und trägt nicht nur deshalb den Beinamen „Amazonas des Nordens“. Bachtäler und Feuchtgebiete, Wälder, Moore, Ufersäume mit Röhrichten sowie Trockenrasen und Gehölzgruppen beheimaten zahlreiche Vogelarten. Auch tausende Wasservögel nutzen dieses Urstromtal als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet. Seit 1992 wird der Schutz des Flusstalmoores in einem Naturschutzgroßprojekt gefördert.“

„Das Flusstalmoor der Peene, deren hydrologisches Regime weitgehend ungestört ist, ist einer der größten zusammenhängenden Moorkomplexe dieser Art in Europa. Auch heute noch ist eine reichhaltige Ausstattung an natürlichen und naturnahen Lebensräumen gegeben. Das Peenetal repräsentiert typische Biotoptypen des norddeutschen Tieflandes und beherbergt eine Vielzahl besonders geschützter und vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten (Fischotter, Biber, See-, Schreiadler, Korn-, Wiesenweihe, Kranich, Strauchbirke, Trollblume, Mehlprimel, Lungenenzian, diverse Orchideenarten etc.).“ (↑Quellenangabe)

Peene Niedermoor

Das ↑Urstromtal der Peene in Mecklenburg-Vorpommern verläuft als eiszeitliche Fließrinne (Eiswasserfluss) vom Nordrand der Müritz, am Rande des ↑Müritz-Nationalparks quer durch Vorpommern bis nach Peenemünde an der Ostsee. Durch eine hügelige Tal-Landschaft (↑Durchbruchstal) erstreckt sich bestenfalls die Ostpeene von der Müritz in nördlicher Richtung zuerst über den Torgelower See, dann durch den Rittermannshagener See, weiter über das Naturschutzgebiet „Ostpeene“ südlich von Malchin, durch den Peenekanal in den Kummerower See.

Nach Wikipedia erstreckt sich das Peenetal entlang der gesamten Peene „vom Kummerower See, den Städten Dargun, Demmin, Loitz, Jarmen, Gützkow und Anklam bis zur Mündung in den Peenestrom“ (↑Quelle). Ich halte diese Formulierung für nicht nachvollziehbar. Das Gebiet links und rechts der Peene ist ein typisches norddeutsches Niedermoorgebiet mit sich ziemlich weit in das Binnenland ausdehnenden Mooren und Schilfgürteln. Das Peene-Flusstaliedermoor.

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Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 21.11.14
Quellenangabe: Das Bundesamt für Naturschutz; Wikipedia; Werner von Bülow, MECKLENBURG-VORPOMMERN - EIN GESCHENK DER EISZEIT, Verlag Reinhard Thon 1996
Bildangaben: Johannes Ludewig 2006
Erstellt: 20.11.2006
Version: 25.09.2013
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