Westpeene am Malchiner See
Westpeene am Malchiner See
Die Westpeene (West-Peene) entspringt lt. Fritz Brockmann (Malchiner Chronik, 1902) bei Klocksin im Malchiner Becken der Mecklenburgischen Schweiz. Die Westpeene bei Dahmen gehört zum Naturpark „Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“. Sie ist das letzte natürliche Flussgewässer aus der letzten Eiszeit im Malchiner Becken und fließt in den Malchiner See, dann in den Dahmer Kanal und weiter bis zum Peene-Kanal.
„Das Teterower- und Malchiner Becken ist in die ↑Grundmoränenlandschaft des Oberen Peenegebietes durchschnittlich 25 m eingesenkt, im Westen werden zur Mecklenburgischen Schweiz Höhenunterschiede von 100 Metern erreicht. Es stellt eine vermoorte Zungenbeckenniederung der letzten Eiszeit dar und wird heute zu großen Teilen von den drei großen Seen, dem Teterower See, dem Malchiner See und dem Kummerower See eingenommen. Die ↑Peene und der Dahmer Kanal verbinden die Seen und fließen zusammen mit zahllosen Entwässerungsgräben dem Mecklenburg-Vorpommerschen Grenztal zu. Vermoorte Senken, Torfstiche sowie Erlen- und Weidenbrüche gliedern die großflächige Weide- und Wasserlandschaft.“
(Quelle: BfN; Bundesamt für Naturschutz, Fachgebiet I 2.1)


Die bachartige Westpeene, welche zwischen Ziddorfer Mühle und Schorssow bis zum Malchiner See auf Grund umfangreicher Pflegemaßnahmen durch die Naturparkverwaltung „Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“ mit einem Kajak befahrbar wäre, ist etwa 3 bis 5 Meter breit, hat eine Tiefe von etwa 40 Zentimetern und schlängelt sich durch teils feuchte Weidewiesen, welche in den Sommermonaten trocken fallen und im Winter zu ausgewachsene Sumpfwiesen werden.
Parallel zur Westpeene fließt der Mühlbach von der Wassermühle aus Ziddorf kommend und vereinigt sich mit der Westpeene kurz vor deren Mündung in den Malchiner See. Aus Richtung Dahmen kommend, wo die Westpeene in den Malchiner See mündet, befindet sich ein Beobachtungsturm mit Blick auf den Malchiner See und in Richtung Schorssow, von dem man das Schloß Schorssow sehen kann.
An der Westpeene trifft man im zeitigen Frühjahr auf verschiedene rastende Gänsearten, wie die Graugans oder die Blässgans, im Sommer auf den Eisvogel und im Herbst rasten auf den Wiesen südlich der Westpeene kleinere Gruppen Kraniche. Von Schorssow bis an den Malchiner See und weiter nach Dahmen ist ein Wanderweg, welcher direkt am Beobachtungsturm Dahmen vorbeiführt.


Von der Mündung in den Malchiner See fließt die Westpeene heute über den Malchiner See in den Dahmer Kanal und weiter in den Malchiner Hafen um von dort über den Peene Kanal fließend nach fünf Kilometern in den Kummerower See zu münden. Vor dem Bau des Dahmer Kanals (1876) floss die Westpeene etwa drei Kilometer (Höhe Moorbauer) nordwestlich von Malchin in den Kummerower See.

Dahmen am Malchiner See
Etwa 1500 Meter von der Mündung der Westpeene entfernt befindet sich das Fischerdorf Dahmen, welches heute ein beliebtes Ausflugsziel zur Beobachtung von Zugvögeln in der Mecklenburgischen Schweiz ist. Dahmen liegt nur wenige hundert Meter vom Westende am Malchiner See und bietet einen idealen Ausgangspunkt für einen Angelurlaub, einen Urlaub mit dem Fahrrad oder zur Beobachtung seltener Vögel, wie dem Seeadler oder dem Kranich. Gelegentlich kann man auch Fischadler, Silberreiher oder die Rohrdommel beobachten. Im Frühjahr trifft man auf Blässgänse und Graugänse sowie auf Haubentaucher und Gänsesäger-Enten. Selbstverständlich sind auch Kormorane und Graureiher in großer Zahl zu beobachten. Dahmen hat eine Jugendherberge, eine kleine gotische Kirche mit einer Sonnenuhr sowie ein hübsches Forsthaus. Am Bootshafen von Dahmen sind liebenswerte kleine Bungalows aus DDR-Zeiten, welche häufig bis zum späten Herbst bewohnt werden.

Von Dahmen am Malchiner See kann man Wanderungen zur Ziddorfer Wassermühle, zum Schloß Schorssow und zur Burg Schlitz unternehmen.




