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Polder (Eindeichung)

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Polder (Eindeichung)

Landgewinnung durch Polder

Siehe auch: Teterower und Malchiner Becken

Mit einem Polder oder mehreren Poldern wird ein Fluss, mit Hilfe von niedrigen, etwa 1 bis 2 Meter hohen Deichen, zur Landgewinnung in ein kleineres Flussbett gezwungen. Gleichzeitig werden mit den ringförmig angelegten deichartigen Poldern wertvolle Feuchtwiesen trocken gelegt, was zu erhebliche ökologischen Schäden führt!

Polder mit Deich im Hintergrund (Pisede Mecklenburgische Schweiz)

Polder sind deichähnliche, künstlich angelegte, ringförmige Eindeichungen, die als Überflutungsgebiet und vor allem zur Landgewinnung angelegt werden. Die Polder Deichungen werden an der Nordseeküste auch als Koog bezeichnet. Bei einem Polder werden einzelne Ringdeiche um das trockenzulegende Gebiet gebaut. In den noch feuchten und nassen Überflutungsgebieten werden dann parallel zueinander verlaufende Entwässerungsgräben ausgehoben, damit das Gund- und Flutungswasser ablaufen kann und das Erdreich damit austrocknet. Weiterhin wird ein System von Hauptkanälen angelegt, um den Polder trocken zu pumpen. Wenn das geschehen ist, wird Schilf gesät um das gewonnene Erdreich zu stabilisieren. Das Schilf trägt dazu bei, dass der Boden trockener und fester wird, da es das überschüssige Wasser im Boden aufnimmt. Später wird ein Netz aus Dränagerohre verlegt, die das Wasser bei einer möglichen Überflutung noch schneller abführen sollen. Die Dränagerohre bestehen aus Ton, bzw. manchmal aus Stein oder perforiertem Kunststoff und tragen dazu bei, dass der Boden vom übrigen Bodenwasser befreit wird. Die Entwässerungsgräben eines Polders können bis zu 4 Meter tief sein, was allerdings seltener der Fall ist. Das ausgehobene Erdreich wird an den Seitenflächen der Gräben ständig in Form kleiner Deiche angehäufelt.

Polder Landwirtschaftliche Nutzung
Trockengelegte Moorwiesen bei Dahmen (25. Februar 2007)

Das Polder – (Gebiet) ist jedoch in den häufigsten Fällen eine landwirtschaftlich genutzte Überflutungswiese, die bei Hochwasser als Ausgleichsgebiet überflutet werden kann. Die größeren Entwässerungsgräben der Polder sind Vorfluter. Es gibt künstliche Vorfluter, also Entwässerungsgräben sowie natürliche Vorfluter, also offene Fließgewässer, die Wasser aus anderen Gewässern, aus Grundwasserkörpern oder Abfluss-Systemen aufnehmen. Das eingedeichte Land wird durch die Trockenlegung verdichtet und der fruchtbare Boden kann sich im Laufe der Zeit auf ein Niveau unterhalb des Meeresspiegels absenken!

Polder Dahmer Kanal Malchin
Malchiner Wiesen sind Vorfluter und Polder der 60iger Jahre (5. März 2010)

Während mit Poldern Land gewonnen wird, wird die Natur zurückgedrängt, da sich das Biotop von einem natürlichen Feuchtraum in ein landwirtschaftlich genutztes Trockengebiet verwandelt. Tiere, Wasservögel, Fische werden in andere Gebiete abgedrängt und Pflanzen sterben ab und im schlimmsten Falle aus, was nicht selten das biologische Gleichgewicht einer ganzen Region beeinflusst, wenn nicht gar nachhaltig stören kann. So geschehen, zwischen 1960 und 1990 in dem norddeutschen Niedermoor des Peene- Urstromtals in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1997 bemüht sich die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern um die Renaturierung des Peenetales zwischen dem Kummerower See (Neukalen) und dem Peenestrom (bei Lassan) an der Ostseeküste.

Moorgebiet vor einem Polder
Natürliche Moorlandschaft bei Dahmen (Mecklenburgische Schweiz)

Ein Teil des Peene-Urstromtals, links und rechts an dem Fluss Peene verlaufend, beginnend in der Mecklenburgischen Schweiz am westlichen Rand des Malchiner Sees, ist eigentlich ein natürliches Niedermoor, entstanden als Folge der Eisabschmelzung der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren, welches sich über eine Strecke von ca. 80 Kilometern bis an die Ostsee erstreckte. Mit Hilfe von Poldern ist das einzigartige norddeutsche Niedermoor Anfang der 60-iger Jahre des 21. Jahrhunderts fast vollständig trocken gelegt worden. Danach ist die Peene- Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb von 50 Jahren teilweise bis zu 60cm unter den Meeresspiegel abgesunken, was erhebliche Überflutungsgefahren mit sich brachte. „Bis Mitte der 1980er Jahre wurden im Peenetal Polder angelegt um anschließend nach Umbruch, Neuansaat, Düngung und Pestizideinsatz einen höchstmöglichen Ertrag zu erzielen. Hierbei wurden Flächen durch Deiche von der Peene isoliert und das so abgetrennte Hinterland mit Schöpfwerken (Pumpen) entwässert. Damit entfielen natürliche Grundwasserschwankungen und Überschwemmungen. Die Folgen waren schwere Schädigungen der Moorkörper durch Mineralisierung und erhebliche organische Massenverluste. Es kam zu enormen Sackungen der Torfkörper verbunden mit entsprechender Reduktion des Wasserspeichervermögens. Umfangreiche Flächen liegen infolge der Schrumpfungen bereits unter dem Peene-Mittelwasserniveau.“ (Gutachten Strunz 2006*)

Moorgebiet vor einem Polder
Vorfluter Polder am Dahmer Kanal in Malchin (5. März 2010)

Die späteren Bemühungen um die Renaturierung des Peenetalmoores zeigten erste positive Ergebnisse. Periodisch werden die Wiesen wieder überflutet. Pflanzen wie die Schachblume(Fritillaria meleagris) und der Sonnentau (Drosera), eine heimische fleischfressende Pflanze, die im Peenetalmoor als längst als ausgestorben galten, haben wieder Wurzeln geschlagen, weil Samen, die noch im Erdreich verblieben waren, wieder zu keimen begonnen haben. Das Niedermoor in Mecklenburg-Vorpommern wird sich wieder regenerieren, doch es wird noch viele Jahrzehnte brauchen und man kann nur hoffen, dass es eines Tages einen Nationalpark im renaturierten >>Peeneland<< geben wird.

Weitere Informationen:
Gutachten: «Nutzung des Peenetales als Nationalpark» von ↑Hartmut Strunz Peenetalmoor und seine landwirtschaftliche Nutzung (↑Peene Reiselust)

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Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 01.12.14
Quellenangabe: Peene Reiselust,khs-Verlag & Service GmbH, Stavenhagen; Hartmut Strunz Gutachten zur Nutzung des Peenetales als Nationalpark; Wikipedia;
Bildangaben:
Erstellt: 23.02.2007
Version: 25.09.2013
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