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Schneeglöckchen (Pflanzengattung)
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Schneeglöckchen (Galanthus)

Schneeglöckchen (Galanthus) - Frühblüher

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Park- und Wiesenpflanze mit weißen Blühten im Februar

Schneeglöckchen Mecklenburgische Schweiz

Schneeglöckchen (Galanthus) sind zarte, sehr beliebte, weiß und grün wachsende ↑Zwiebelgewächse aus der Familie der Narzissengewächse bzw. der ↑Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Alle ↑Schneeglöckchen sind giftig und enthalten mehrere ↑Alkaloide, die zum Beispiel ↑Brechreiz hervorrufen können. Das Schneeglöckchen (Galanthus) bildet eine aus etwa 20 Arten bestehende Gattung der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und sind natürlicher Weise in den höheren Lagen des ↑Balkangebirges, im Nordosten der ↑Türkei sowie dem russischen ↑Kaukasus und in den ukrainischen Schwarzmeergebieten zu Hause. Die zarten und zierlichen Schneeglöckchen sind neben dem Winterling (Eranthis hyemalis) die ersten blühenden Pflanzen in der Natur, welche von dem nahenden Frühling künden.

Schneeglöckchen mit Hummel; Anfang März

Deshalb haben Schneeglöckchen als Frühlingsboten eine besondere Bedeutung für ↑Insekten, die an wärmeren Wintertagen (8 – 12°C) das Freiland aufsuchen und nach Nahrung, wie ↑Nektar suchen. Die kleinen Schneeglöckchen haben ebenso eine wichtige psychologische Bedeutung für uns Menschen. Die meisten Menschen erfreuen sich über den Anblick von Schneeglöckchen, was zu einem kleinen Anstieg der Glücksharmone (↑Endorphin) führen kann. Selbst bei einigen Zentimetern Schnee ist das Schneeglöckchen in der Lage seine kleinen Blütenköpfe aus dem Schnee zu stecken. Dazu produziert die Pflanze mit Hilfe der Zwiebel Biowärme von etwa 8-10°Celsius und schmilzt den Schnee einige Millimeter um den Blütenstiel. Wenn es wieder deutlich kälter wird, schließen sich die Schneeglöckchen wieder und legen die Stängel dicht an den Boden. (Quelle: ↑Schneeglöckchen Wikipedia)

Vermehrung: Schneeglöckchen vermehren sich überirdisch durch die Bestäubung von Insekten und unterirdisch durch Tochterzwiebeln. Bei der Bestäubung durch ↑Insekten entwickelt sich aus der Blüte eine befruchtete Fruchtkapsel, welche nach dem Abblühen der ↑Blüte sich auf den Boden neigt. Durch andere Tiere oder Insekten, wie zum Beispiel der Ameise wird die Fruchtkapsel fortgetragen oder gefressen. Der unverdauliche ↑Samenkern wird ausgeschieden und gelangt an einem anderen Ort wieder auf den Boden. Dort wächst dann, sofern günstige Bedingungen vorherrschen, ein neues kleines Schneeglöckchen und bildet eine Zwiebel. Diese Zwiebel, auch Brut- oder Mutterzwiebel genannt, wird in den kommenden Jahren viele kleine Tochterzwiebeln ausbilden, die dann wiederum austreiben und blühen, so dass sich dichte Horste bilden.

Das bei uns heimische Schneeglöckchen (↑Galanthus nivalis), auch >>↑Kleines Schneeglöckchen<< genannt, ist gelegentlich auf feuchten Auen, etwas seltener in Wäldern sowie in Gärten mit Wiesenflächen und Steinen anzutreffen. Die heimischen Schneeglöckchen können ca. 15 cm hoch werden. Auf Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz wachsen die Schneeglöckchen bis zu 17,5cm hoch. Die Zwiebel der Schneeglöckchen ist etwa 1 Zentimeter groß. Relativ selten trifft man auf eine große Anzahl von Schneeglöckchen in der freien Natur an. Meistens treten Schneeglöckchen in kleineren Gruppierungen (Horste) auf. Diese Gruppierungen werden als Horst bezeichnet und entstehen durch die jährliche Teilung der Pflanzenzwiebeln. Es wird vermutet, dass das heimische Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) aus ↑religiösen Gründen im 16. Jahrhundert, von der Türkei aus nach Europa eingebracht wurde und in den folgenden Jahrhunderten in Europa auswilderte. In Mecklenburg-Vorpommern, in der Mecklenburgischen Schweiz, insbesondere in der Parkanlage der klassizistischen Burg Schlitz, westlich vom Malchiner See zwischen Teterow und Waren, erblühen alljährlich tausende Schneeglöckchen, deren Herkunft vermutlich auf das frühe 19. Jahrhundert zurückzuführen ist.

Schneeglöckchen auf Burg Schlitz
Schneeglöckchen auf Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz. Foto: 03.03.07

Das Herrenhaus „↑Burg Schlitz“ , heute ein Luxushotel der feinsten Edelklasse und Mitglied der renommierten Hotelkooperation ↑Relais & Chateaux, wurde zwischen 1806 und 1824 von ↑Friedrich Adam Leiblin für Heinrich Graf von Bassewitz-Schlitz erbaut. Die Schneeglöckchen vor Ort, welche teilweise über eine stattlich Höhe von mehr als 17 cm verfügen und mit überaus prächtig großen Blüten versehen sind, stehen vermutlich seit 1830 in der romantischen Parkanlage.

Wilde Schneeglöckchen in der Mecklenburgischen Schweiz
Schneeglöckchen von Burg Schlitz am Hang des Buchenberges (102 Meter NN.).

Es ist natürlich auch möglich, dass die Schneeglöckchen von Burg Schlitz von dem nur wenige Kilometer entfernten Ort ↑Schloß Grubenhagen (ehemals Burg Grubenhagen) stammen. Die Burg Grubenhagen wurde im 13. Jahrhundert von der Familie von Grube erbaut und im 15. Jahrhundert von der Familie ↑von Maltzahn, die ja bekanntlich zu dieser Zeit ↑Raubritter waren, übernommen. Von der Burg sind heute leider nur noch einige Steinhaufen, das Burgplateau mit einigen Burgmauern und der ziemlich mächtige Burggraben erhalten. Vor dem Burggraben befindet sich heute eine kleine „Findlingsammlung“, die Zeugnis über die Gesteinsablagerungen der letzten Eiszeit, vor rund 17.000 Jahren ablegen. Rings um den Burggraben von Schloß Grubenhagen in der Mecklenburgischen Schweiz sind trotz des sehr feuchten Umlandes über weite Flächen Horste der gleichen Schneeglöckchen zu finden, wie auf der Burg Schlitz. Es könnte demnach sein, dass die Schneeglöckchen von Burg Schlitz von Burg Grubenhagen stammen. Dann wären die Schneeglöckchen jedoch viel, viel älter als man vermuten könnte.

Schneeglöckchen in Schloss Grubenhagen
Schneeglöckchen-Horste bei Schloß Grubenhagen in der Mecklenburgischen Schweiz.

Wie man den Wachstumsbedingungen auf dem Bildmaterial entnehmen kann, mögen Schneeglöckchen einen leichten, humusreichen Boden, der von November bis in das zeitige Frühjahr sehr gut durchfeuchtet wird. Beide Schneeglöckchen-Standorte haben einen leicht sauren Boden, der mit viel Laub bedeckt ist. Der Boden an beiden Standorten ist überaus locker und luftig. Schneeglöckchen blühen in Mecklenburg-Vorpommern von Ende Februar bis Mitte März.

Weitere Informationen:
↑Galanthus - Schneeglöckchen

Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 16.03.09
Quellenangabe: Wikipedia; Schneeglöckchen, garten-pur.de
Bildangaben: Johannes Ludewig; 04.03.07; Burg Schlitz / Schloß Grubenhagen
Erstellt: 05.03.2007
Version: 09.09.2010
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