Schwäne Lebensraum und Eigenschaften
Schwäne sind Entenvögel der Gattung Anatidae (lat.)

Schwäne (Cygnini) sind die häufigsten heimischen Großvögel und gehören zur Gattung der Enten. Der in Deutschland am meisten verbreitete Schwan ist der Höckerschwan (Cygnus olor). Der Höckerschwan mit seinem S-förmig gebogenen langen Hals, dem weißen Gefieder, dem orange-rot gefärbten Schnabel mit der schwarzen Schnabelspitze und einen schwarzen Höcker am Nasenansatz, gehört mit seinem 15 Kilogramm Lebendgewicht zu den schwersten flugfähigen Wasservögeln. Schwäne, die im Frühjahr in größeren Gruppen die nordischen Brutgebiete aufsuchen sind bereits über weite Kilometer hinweg zu hören.

Das kräftige Schlagen der mächtigen Flügel verursacht surrende Geräusche in der Luft und lässt die anfliegenden Schwäne gut erkennen. Die weißen und majestätisch auf dem Wasser gleitenden Schwäne leben vielerorts an städtischen Gewässern und Seen, weil sie gelernt haben, dass sie von den Spaziergängern gefüttert werden. Der Lebensraum von Schwänen ist sehr abhängig von der Nahrung. Schwäne fressen Mischfutter, Brotreste und alles Grünzeug, sofern kein natürlicher Wasserpflanzenbewuchs vorhanden ist. Gern fressen Schwäne Entenflott auch Entengrütze genannt. In der Natur fressen Schwäne Grünteile, Samen und Rhizome vieler Wasserpflanzen, die durch Eintauchen mit dem langen Hals unter Wasser abgerissen werden. Ferner fressen Schwäne Sumpfpflanzen, Gräser und Getreidesaat.

Schwäne sind stattliche weiß, grau (meistens einjährige Jungvögel) oder schwarz gefiederte Gänsevögel, die einen großen Teil ihres Lebens schwimmend, den Kopf in das Wasser steckend, auf Süßwassergewässern verbringen. Dort suchen sie, im Wasser stochernd nach Grünteilen und Wurzeln von Wasserpflanzen. Schwäne leben in einer strengen Einehe. Ein Schwanenpaar benötigt einen Lebensraum von mindesten 200m², den das Schwanenpaar auch energisch verteidigt. Demnach sollte man einen einzelnen Schwan, ein Schwanenpaar oder gar eine Schwanenfamilie mit ihren Jungvögeln niemals reizen oder gar verärgern. Schwäne sind äußerst revierorientiert und sehr wehrhaft. Schwäne können mit ihren kräftigen Flügeln oder Bissen einen Eindringling verletzen und problemlos einen oder mehrere Armknochen brechen. Von Hand aufgezogene Schwäne verteidigen ein Grundstück besser und ausdauernder als jeder Hund. Ähnliche Eigenschaften haben Gänse und von Hand aufgezogene Reiher oder Kraniche. Von strengen Wintern ausgehungerte Schwäne sind aggressiv bis apathisch. Niemals sollte man sich, besonders in den Wintermonaten Schwänen zu sehr nähern. Besonders bei strengen Wintern, wo Seen oder nahe liegende Gewässer über längere Zeit zugefroren sind, leiden Schwäne unter Futtermangel. Das führt nach ca. zwei Monaten Futterentzug zur Schwächung oder gar zur Erkrankungen der schönen Wasservögel. Wie es in den Wintermonaten 2006 am Rand der Insel Rügen und dem Greifswalder Bodden geschehen ist, führt ein strenger und lange Zeit anhaltender Winter im schlimmsten Fall zum Ausbruch der Vogelgrippe (Influenza A/H5N1).

Seit Anfang des 19. Jahrhundert werden Schwäne als Ziervögel an Parkseen oder städtischen Gewässern gehalten. Die noch heute an der Havel vorkommenden halbwilden Havelschwäne sind Nachkommen von Züchtungen des Hofes aus der Zeit Friedrichs des II. von Preußen. Da der Höckerschwan regelmäßig gefüttert wurde, ist der Höckerschwan kein eigentliches Wildtier mehr und kann eher als Ziergeflügel bezeichnet werden. Auf verschiedenen Seen ist der Höckerschwan bereits zur Plage geworden, weil er in Ermangelung von Grünfutter gern die von Fischern eingesetzte Fischbrut frist. In zoologischen Gärten und in einigen seltenen Fällen kommt es bei den Schwänen zu Koloniebildungen, wobei dann die Nester der Schwäne nur wenige Meter Abstand von einander haben. Schwäne bauen ihre Nester in Flachwasserzonen, auf einer gut geschützten Insel oder im Schilfdickicht auch Röhricht genannt.
Schwäne im Winter
Die heimischen Schwäne überwintern in ↑Mitteleuropa, sowohl an der Ostsee als auch an der Nordsee und weiter nach Süden. In besonders harten Winter, wie dem Winter im Jahr 2010, suchen die Schwäne möglichst offene Gewässer oder Felder mit Saat auf. Gleichzeitig sind die Schwäne im Winter bemüht, möglichst wenig zu fliegen, da das Fliegen sehr viel Energie verbraucht. Schwäne stellen ihre Aktivitäten in den Wintermonaten auf das Notwendigste ein und können durch den geringeren Energieverbrauch auch lange Zeit mit geringer Nahrungsaufnahme überleben.

Nach unserer Ansicht ist den Schwänen bekannt, wann der Winter für die Vögel gefährlich werden kann, denn das Klima in Norddeutschland verläuft sich seit Jahrhunderten immer wieder auf dieselbe Weise – am 20. Februar (siehe Spätwinter) ist der Winter vorbei.
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