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Zweite Marcuswagen

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Siegfried Marcus - Zweite Marcuswagen

Siegfried Marcus

Siegfried Marcus 2. Wagen

Erwiesenermaßen sind 2 Motorwagen auf Siegfried Marcus zurückzuführen. Der erste ist um 1870 entstanden, von ihm gibt es Fotografien mit der Unterschrift und Datierung von Marcus. Über den Verbleib des handwagenähnlichen Fahrzeuges oder seines Motors ist nichts bekannt.

Der sogenannte Zweite Marcuswagen ist bis heute erhalten geblieben und befindet sich als Dauerleihgabe des ÖAMTC im Wiener Technischen Museum (abgek. TMW). Die Geschichte dieses Fahrzeuges ist anhand weniger, jedoch aussagekräftiger Dokumente eindeutig nachvollziehbar, insbesondere was den historisch interessanten Zeitraum vor 1900 betrifft.

Der Wagen wurde 1888-1889 nach dem Entwurf von Siegfried Marcus von der Maschinenfabrik, Kesselschmiede und Eisengießerei Märky, Bromovsky & Schulz in Adamsthal, Mähren, heute Tschechien, gebaut. Veränderungen an der Antriebswelle und am hölzernen Aufbau, wie z.B. eine Aussparung in der Nähe des Fahrersitzes zeigen, dass am Fahrzeug Modifikationen durchgeführt wurden.

Zweite Marcus-Wagen

Bis zum ersten öffentlich Auftreten des Wagens anlässlich der Jubiläumsausstellung 1898 in der Wiener Rotunde, im Rahmen der Sonderschau “Collectivausstellung der Automobilebauer Österreichs“, befand sich dieser im Gewahrsam der Herstellerfirma. Wann der Wagen nach Wien kam, ist nicht genau bekannt. Danach, im August 1898, wurde das ausgestellte Fahrzeug vom Österreichischen Automobil-Club um 100 Gulden, unter Einschaltung des Vorstandsmitgliedes Prof. Ing. Czischek, erworben. Fortan wurde der Marcus-Wagen als Dauerleihgabe dem Wiener Technischen Museum von seinem Eigentümer zur öffentlichen Ausstellung überlassen. Auf der Weltausstellung in Paris von 1900 war der Wagen auf dem Stand der Wiener k.u.k. Hofwagen- und Automobilfabrik Jakob Lohner & Co. ausgestellt.

Bis Anfang der 60er-Jahre des 20.Jahrhunderts galt allgemein das tradierte Baujahr 1875 als anerkannt. Im 1961 erschienenen Buch „Siegfried Marcus, ein Erfinderleben“ schloss der Autor, Dr. Gustav Goldbeck, bereits ein Baujahr vor 1888 aus. Dr. Hans Seper, der damalige Kustos der Automobilabteilung des Technischen Museums in Wien, veröffentlichte 1968 Urkunden, welche 1888 als Herstellungsjahr für den Motor und 1889, oder später, für das Fahrgestell beweisen.

Da Marcus jüdischer Abstammung war, wurde alles, was an ihn erinnerte, wie das im Resselpark in Wien aufgestellte Denkmal, während der Naziherrschaft beseitigt und der Marcuswagen der Öffentlichkeit entzogen. Die Übertragung der Eigentumsrechte des ÖAMTC an das TMW schützten das Fahrzeug glücklicherweise vor dem Zugriff durch die Nationalsozialisten.

Im Jahr 1950 wurde der Marcuswagen im Auftrag des TMW restauriert und in einen fahrbereiten Zustand versetzt. Es gab damals gleich einige Ausfahrten und eine Filmsequenz zeigt A. Buberl am Lenkrad, der einer Gruppe von Fahrzeugtechnikern angehörte, die sich der Arbeiten angenommen hatten.

Nach dem Krieg ging der Wagen wieder in das Eigentum des ÖAMTC über, blieb aber weiterhin, abgesehen von ausstellungsbedingten Unterbrechungen, als Dauerleihgabe im TMW. Der Wagen wurde mehrmals im Ausland gezeigt. 1950 in Stockholm, 1957/58 in Kanada und ebenfalls 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel. 1960 zeigte die Nachfolgefirma vom Märky, Bromovsky und Schulz, ADAST, das von ihrer Vorgängerin gebaute Fahrzeug auf der Brünner Herbstmesse und 1965-66 wurde es in Dallas, Texas, USA, bewundert. 1987 wurde der Wagen erneut untersucht und getestet, diesmal an der Technischen Universität Wien. Die abgenutzten Holzräder wurde damals durch einen originalgetreuen Nachbau ersetzt.

Im Jahr 2001 hat das Österreichische Bundesdenkmalamt das Objekt als „das älteste im Original erhaltenen Benzinautomobil der Welt“ unter Denkmalschutz gestellt.

Quellen:
  • Gustav Goldbeck, “Siegfried Marcus, ein Erfinderleben”, VDI-Verlag, Düsseldorf 1961.
  • Hans Seper, “Damals, als die Pferde scheuten”, Wien 1968, Österr. Wirtschaftsverlag. Horst Hardenberg, “Siegfried Marcus, Mythos und Wirklichkeit” aus der Wissenschaftlichen Schriftenreihe des DaimlerChrysler Konzernarchivs, Bielefeld 2000, Delius & Klasing Verlag.
  • Peter Sedlaczek, Gerhard Schaukal, Barbara Pilz, „Straßenfahrzeuge aus der Sammlung des Technischen Museums Wien, Fahrräder – Motorräder – Automobile; Verkehr, TMW, Wien 2001
Autor: Günter Rott, Graz, Österreich
Last Edit: 15.11.06
Quellenangabe:
Bildangaben:
Erstellt: 14.11.2006
Version: 25.09.2013
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