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Winter und Winterwetter in Norddeutschland

Winter in Norddeutschland

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Mecklenburger Winterlandschaft

Der Winter in Norddeutschland, an der Ostsee und an der Nordsee kann als eher mild bezeichnet werden. Dennoch kann man sehr häufig erleben, dass man im Winter in den deutschen Mittelgebirgen deutlich wärmeres Wetter antrifft als in Vorpommern. Besonders im Januar verzeichnen viele Orte an der Ostsee, nahe der polnischen Grenze in Vorpommern sowie auf der Insel Usedom nicht selten Temperaturen von mehr als -10°Celsius unter Null. Die besonders kalten Winter in Norddeutschland werden von den Ausläufern der Hochdruckgebiete über den baltischen Ländern verursacht.

Mit Temperaturen um die 4 bis 6°C beginnt der Winter in Norddeutschland mit viel Reif Niederschlag. Verursacht wird der Reifniederschlag durch eine besonders hohe winterliche Luftfeuchtigkeit von mehr als 85%, welche wenige Tage nach dem Neujahrfest einsetzt und sich dann, bei günstigen Bedingungen über zwei Monate ausdehnen kann. Diese kalte norddeutsche Jahreszeit bietet von Zeit zu Zeit, jedoch jährlich, immer wieder reizvolle und zu höchst interessante winterliche Impressionen. Dagegen sind Winter mit richtig viel Schnee und Rodelwetter in Norddeutschland an der Nordsee oder der Ostsee ein eher seltenes winterliches Schauspiel.

Winterlicher Wald

Die durchschnittlichen Winter an der Küste der Ostsee in Vorpommern und Mecklenburg unterscheiden sich maßgeblich von den Wintern in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Winter an der östlichen Ostsee, zwischen Stettin, der Insel Usedom, der Insel Rügen der Insel Hiddensee bis nach Stralsund werden maßgeblich von den westlichen Ausläufern der östlichen Luftströmungen beieinflusst, welche zumeist mit eisigen Temperaturen und östlichen Winden aus Nordosten kommend, sehr frostiges Wetter bis weit in das mecklenburgische Binnenland bringen können. So ist es gut möglich, dass in Anklam am Stettiner Haff leichter Schneefall und frostige Temperaturen herrschen, während in der Landeshauptstadt Schwein in Mecklenburg-Vorpommern einige Plusgrade zu verzeichnen sind.

Winter-Baum mit Rauhreif

Wenn nicht ausgesprochen hohe Frostgrade von mindestens 10- 20° C unter Null über einen längeren Zeitraum von mindestens 14 Tagen zu verzeichnen sind, erwärmen die Luftmassen über der Ostsee die küstennahen Regionen, was in den winterlichen Monaten zu ständigem Nebel oder Hochnebel im Binnenland führt. Der Himmel in Norddeutschland ist dann im Winter über viele Monate hinweg von einer eher grauen Masse verdeckt, was eine depressive Stimmung bei den Menschen verbreitet. Klarer Himmel, mit Wolken oder gar Sonnenschein ist im Binnenland der Ostseeküste oder der Nordseeküste zwischen Ende November und Anfang März nur ganz selten zu erleben. Ebenso wenig gibt es in den Wintermonaten Stürme oder starke Winde. Nur an der Nordsee ist gelegentlich eine etwas steifere Brise zu erleben.

Einzig in direkter Nähe zur Ostsee, in den Ostseebädern und in Strandnähe kommt es häufiger zu vereinzelten Tagen mit Sonnenschein. So hat man auf der Insel Rügen und auf der Insel Usedom auch in den kalten Wintermonaten immer einige Tage mit strahlendem Sonnenschein und windstillem Wetter, während an der Müritz dicke fette Nebelschwaden über das Land und die Wälder ziehen. Wohl auch dem Wetter geschuldet haben die Mecklenburger und Pommern einen eher stillen, wortkargen und verhaltenen geprägten Charakter. Während der Norddeutsche mit diesem nasskalten trüben und feuchten Wetter gut leben kann, habe Zuwanderer, wie zugewanderte Sachsen oder Rheinländer erhebliche Probleme mit dem winterlichen Klima in Norddeutschland.

Winterlicher Wald 2009

Eine weniger schöne Nebenerscheinung des tristen winterlichen Wetters in Norddeutschland ist die „Winterdepression“ auch als SAD (Seasonal Affective Disorder) oder „Herbstblues“ bezeichnet. Diese saisonale Depression, welche vorwiegend durch den Lichtmangel in den Wintermonaten verursacht wird, führt zu einer getrübten seelischen Stimmung, häufigen Stimmungsschwankungen und zu einem deutlich verschlechterten Wohlbefinden.

Winterlicher Hohlweg 2009
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An den norddeutschen Nordseeküsten herrscht in den Wintermonaten gegenüber dem Winter an der östlichen Ostsee ein eher milderes Klima aber sehr feuchtes Klima mit viel Regen. Das Klima an den norddeutschen Küsten der Nordsee wird von den wärmeren nordwestlichen Luftmassen beeinflusst. Dabei strömen wärmere aber feuchte Luftmassen von den englischen Inseln über die noch „warme“ salzhaltige Nordsee über das westliche Festland nach Mecklenburg, wo diese, zwischen Schwerin und Güstrow auf die kalten östlichen Luftmassen stößt. Das Zusammentreffen der beiden Luftmassen führt zu starken Nebel, verbunden mit Raureif und Glatteis im mecklenburgischen Binnenland. Obwohl in Ostfriesland und an der Nordseeküste eine ebenso graue „Suppe“ am Himmel zu sehen ist, sind die Winter an der Nordsee bei Weitem nicht so hart und kalt wie an der östlichen Ostsee zwischen Anklam, Rügen und der polnischen Ostseeküste.

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Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 08.11.11
Quellenangabe:
Bildangaben: Ludewig 2008-2009
Erstellt: 31.01.2009
Version: 09.09.2010
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