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Fritz Reuter

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Fritz Reuter – Bekannteste Dichter Mecklenburgs

Heimatdichter Fritz Reuter

Fritz Reuter Abbildung

Der bekannteste Heimatdichter Mecklenburgs ist sicherlich Fritz Reuter. Fritz Reuter wurde am 7.November 1810 in ↑Stavenhagen geboren. Stavenhagen ist eine 6400 Einwohner zählende Kleinstadt am Rande der Mecklenburgischen Schweiz. Der Vater von Fritz Reuter, Georg Johann Jakob Reuter (1776-1845), war von 1808 bis zu seinem Tode als Bürgermeister tätig. Er war der erste Bürgermeister Stavenhagens mit juristischer Ausbildung, zugleich war er Stadtrichter und Stadtsekretär. Durch sein Wirken vergrößerte er den Grundbesitz der Stadt durch Ankauf von Ländereien. Seine Eigenschaften waren unnachgiebige Strenge und Härte gegen sich selbst und seine Mitmenschen, äußerste Energie im Verfolgen gesteckter Ziele, unnahbar und unpersönlich, oft pedantisch und rechthaberisch, aber dennoch intelligent und umsichtig in der Führung des städtischen Gemeinwesens. Neben der Arbeit als Stadtoberhaupt betätigte er sich auch auf dem Gebiet der Landwirtschaft. Er versuchte sich nicht ohne Erfolg in der Zucht von Pflanzen, die nicht in unserer Gegend heimisch sind, wie zum Beispiel ↑Kümmel, ↑Koriander, ↑Anis, ↑Luzerne, Runkel- und Steckrüben und stand mit ↑Heinrich von Thünen im Erfahrungsaustausch. 1835 richtete er eine Lagerbierbrauerei ein.

Hinter Reuters Mutter, Johanna Oelpke (1787-1826), verbirgt sich ein besonders schweres Schicksal. Johanna Oelpke wurde in Tribsees als Tochter des dortigen Bürgermeisters und Stadtrichters geboren. In ihrer Kindheit war sie oft krank und als ihr Vater früh verstarb, versuchte ihre Mutter mittels Bittbriefe die Not der fünf Kinder zu mildern. Später arbeitete Johanna Oelpke als Kindermädchen beim Pastor in Wustrow. 1908 kam sie nach Stavenhagen und arbeitete in der Hauswirtschaft des Postmeisters Toll. Mit 22 Jahren heiratete sie Johann Reuter, den Bürgermeister der Stadt. Am 7.November 1810 wurde Fritz Reuter geboren. Später wird er über seine Mutter berichten, sie habe ihm Lesen und Schreiben gelehrt. Oft haben die beiden zusammen Balladen gelesen und der poetische Einfluss der Mutter auf ihren Sohn verfestigte sich. Ab dem Jahr 1812 war Johanna Reuter ans Bett oder den Rollstuhl gefesselt. Lähmungserscheinungen machten ihr das Leben schwer. Fritz konnte nie mit seiner Mutter einen ausgedehnten Spaziergang machen oder ausgelassen toben. Johanna Reuter starb am 19.Mai 1826 in Stavenhagen. Fritz war gerade erst 16 Jahre alt. Auch wenn es kein Grabkreuz gibt, so hat sie ihre letzte Ruhestätte in den so genannten Reutergräbern gefunden. Noch heute erinnert ein markantes Denkmal an diese starke, tapfere Frau: 1865 ließ Fritz Reuter die Reutereiche zum Andenken an seine Eltern pflanzen. Sie befindet sich am Stadtausgang Stavenhagens in Richtung Neubrandenburg.

Bis zu seiner Aufnahme in die Gelehrtenschule in Friedland erhält Fritz Reuter Privatunterricht. Schon vor seinem Wechsel 1828 auf das Gymnasium nach Parchim, wurden durch seinen Lehrer Karl Horn die Grundlagen seiner demokratischen Gesinnung gelegt. Von 1831 bis 1833 studierte er in Rostock und Jena Rechtswissenschaften. Dort schließt er sich der Jenenser Burschenschaft an, später „Germania“. Im Oktober 1833 wird Fritz Reuter in Berlin aufgrund seiner Teilnahme an Auseinandersetzungen und Schlägereien verhaftet und 1836 wegen „Majestätsbeleidigung und versuchtem Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wird jedoch zu 30 Jahren Festungshaft umgewandelt und später nochmals auf 8 Jahre herabgesetzt. Seine Festungshaft verbrachte Fritz Reuter in Groß Glogau, Magdeburg und Graudenz an der Weichsel. Ein Jahr vor seiner Entlassung wurde er 1839 in die Festung Dömitz verlegt. Nach seinem erfolglosen Versuch sein Studium in Heidelberg fortzusetzen, tritt er 1842 eine Stellung als Volontär („Strom“) beim Gutspächter Rust in Demzin bei Stavenhagen an. Hier lernt er Luise Kuntze, seine spätere Frau, kennen. Sie ist die Tochter des Roggenstorfer Pastors und arbeitete als Kindererzieherin beim Pastor in Rittermannshagen.

Nach dem Tod des Vaters 1845, der seinen Sohn von der Erbschaft ausgeschlossen hat, begann Fritz Reuter seine schriftstellerische Tätigkeit, wobei er mit plattdeutschen Texten mehr Erfolg hatte als mit hochdeutschen. Von 1850 bis 1856 war Treptow (heute Altentreptow) an der Tollense seine Heimat. Hier arbeitete er als Privatlehrer und heiratete seine Luise. 1856 zog Fritz Reuter nach Neubrandenburg, weil er sich dort neue Impulse für seine schriftstellerische Tätigkeit versprach. In Neubrandenburg schuf er seine bedeutendsten Werke wie zum Beispiel „Kein Hüsung“ (1857), „Ut de Franzosentid“ (1860), „Abenteuer des Enspekter Bräsig“ (1861) und Teile der „Ollen Kamellen“. Der Verleger von Fritz Reuters Werken war ab 1859 ↑Dethloff Carl Hinstorff, der 1831 mit 20 Jahren eine Buchhandlung in Parchim gründete. Neben Zweigniederlassungen in Ludwigslust und Wismar und den Kauf von Druckereien in Ludwigslust und Rostock, verhalfen die Werke Reuters dem Unternehmen zum Durchbruch in der niederdeutschen Literatur.

1863 wurde Fritz Reuter die Ehrendoktorwürde der Universität Rostock verliehen. Im selben Jahr ziehen er und seine Frau Luise nach Eisenach an den Rand des Thüringer Waldes. Hier schreibt er weitere Geschichten der „Ollen Kamellen“ und „De Urgeschicht von Mecklenborg“. Seit 1868 bewohnen die Reuters die „Villa Reuter“ am Fuße der Wartburg. Die Alkoholsucht Fritz Reuters zog sich durch sein gesamtes Leben und zehrte besonders an den Kräften seiner Frau. Sie war ihm eine wichtige Stütze, wenn er wieder „klaren Geistes“ war. Am 12.Juli 1874 stirbt Fritz Reuter. Seine Frau Luise verstirbt 1894. Ihre Gräber befinden sich auf dem Eisenacher Friedhof.

Es ist das Verdienst Fritz Reuters, dass die niederdeutsche Sprache als Schriftsprache wieder belebt wurde. Seine Werke enthalten zahlreiche satirische Anspielungen auf die Unzulänglichkeiten der damaligen Zeit, die durch die präzise Benutzung der ostniederdeutschen Sprache, gepaart mit feinsinnigem Humor, die Leser köstlich unterhalten und einen amüsanten Blick in die Vergangenheit darstellen. Luise Reuter vermachte die Villa laut Testament der Schiller-Stiftung, die sie ein Jahr später an die Stadt Eisenach verkaufte. Es wurde ein Museum für den niederdeutschen Dichter eingerichtet. 1895 kauft die Stadt Eisenach die Wiener Richard-Wagner-Sammlung mit 20.000 Objekten. Ab 1897 wurde sie der Öffentlichkeit als „Reuter-Wagner-Museum“ in der Villa Fritz Reuters übergeben.

Fritz Reuter Geldschein von 1922

In vielen Städten wird in Form von Denkmälern oder so genannten „Reuter-Steinen“ dem Schriftsteller gedacht, wie zum Beispiel in Dömitz, Glogau, Jena, Neubrandenburg, Wismar, Rostock, Röbel oder Berlin. Das Reuterdenkmal vor dem ehemaligen Rathaus in Stavenhagen wurde von ↑Professor Wilhelm Wandschneider entworfen und 1911 eingeweiht.

Das „Reutergeld“ wurde 1922 von 70 deutschen Städten als spezielle ↑Notgeldscheine ausgegeben. Sie waren als Sammlerobjekte für Notgeldsammler gedacht und wurden erst nach dem Verfallstag verkauft. Den Namen „Reuterstadt“ trägt Fritz Reuters Geburtsstadt Stavenhagen seit 1949, dem 75.Todestag. In der Hansestadt Rostock trägt der Stadtteil Reutershagen seinen Namen.

Grab von Fritz Reuter

Die 1960 in Lübeck gegründete „Fritz Reuter Gesellschaft“ mit Sitz in Neubrandenburg hat sich als Ziel „die Pfleg und Förderung des Werkes von Fritz Reuter und darüber hinaus der niederdeutschen Literatur und Sprache“ gesetzt. Die alljährlichen Reuter-Tage mit Vorträgen, Lesungen, plattdeutschen Gesprächsrunden und Ausstellungen tragen wesentlich zum Erreichen dieses Zieles bei. In vielen Veröffentlichungen setzt sich die Fritz Reuter Gesellschaft mit den Werken und dem Lebensumfeld des Dichters auseinander.

Wer sich intensiver mit dem Leben von Fritz Reuter beschäftigen möchte, ist im „Fritz-Reuter-Literaturmuseum“ auf dem Stavenhagener Markt sehr gut aufgehoben. In Reuters Geburtshaus, dem ehemaligen Rathaus der Stadt, wurde 1910 eine Reuter-Stube eingerichtet. 1949 enthielt das Haus ein kleines Reutermuseum. Seit 1960 widmet sich das gesamte Haus dem Leben und Werk von Fritz Reuter. Heute bewahrt das Museum eine umfangreiche Sammlung von Reuters Handschriften, Dokumenten und Sachzeugen seiner Zeit und eine Fachbibliothek mit einem Bestand von etwa 15.000 Bänden auf. Das gesamte Haus wurde im Jahr 2001 saniert und dabei vor allem viele technische Details verändert. Die ständige Ausstellung wurde überarbeitet und stellt sehr anschaulich die Höhen und Tiefen im Leben und Schaffen des größten Sohnes Stavenhagens dar.

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Autor: Torsten Gertz
Last Edit: 02.04.09
Quellenangabe: Arnold Hückstädt u. Autorenkollektiv, „Die Reuterstadt Stavenhagen in Vergangenheit und Gegenwart“ 1964, Autorenkollektiv, „Fritz Reuter Gedenkschrift“ 1974, Grete Grewolls, „Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern“ 1995
Bildangaben: Sammlung des Autors, Autorenkollektiv, „Fritz Reuter Gedenkschrift“ 1974
Erstellt: 23.11.2006
Version: 25.09.2013
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