Seehund-Aufzuchtstation in Friedrichskoog
Hundsrobben Seehund - Aufzuchtstation in Friedrichskoog
Gern gelesen: Peenetal
Nordsee Seehundstation Friedrichskoog

Die Seehund-Aufzuchtstation in ↑Friedrichskoog (Dithmarschen), direkt hinter dem Deich, am Wattenmeer der Nordsee gelegen, ist die einzige autorisierte Aufnahmestelle verlassener Seehunde (Phoca vitulina), welche landläufig auch als Seerobben oder nur als Robben bezeichnet werden. Der ↑Seehund (Phoca vitulina) ist eine in allen nördlich-gemäßigten Meeren verbreitete ↑Robbe aus der Familie der ↑Hundsrobben. In der Seehund - Aufzuchtstation bei Friedrichskoog werden verlassene Seehunde (Phoca vitulina) aufgezogen. Robben (Pinnipedia) leben in polaren und subpolaren Breiten und nicht an der Nordsee.
Besuchern bietet die Seehundstation Friedrichskoog einen guten Einblick in die Lebensweise von ↑Seehunden, ↑Robben (Pinnipedia) und ↑Wale (Cetacea). Ein liebevoll eingerichtetes Informationszentrum, ein guter Souvenirladen und eine kleine Gaststätte laden zum Verweilen ein. Besonders sehenswert in der Seehundstation Friedrichskoog sind die vielen attraktiven Schwimmbecken, wo man die Seehunde sowohl bei den täglichen Schwimmübungen als auch bei der Fütterung hautnah beobachten kann.

Die Seehundstation Friedrichskoog e.V. - Information, Aufzucht, Forschung wurde 1985 von der ↑Gemeinde Friedrichskoog und dem ↑Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. gegründet. 1991 wurde die Station mit fachlicher Unterstützung des Nationalparkamtes, der Forschungsstelle Wildbiologie der Uni Kiel, des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz erweitert. So können seit dem neue Maßstäbe der naturnahen Dauerhaltung und Aufzucht von Seehunden gesetzt werden. Um die kostenintensive aufwendige Arbeit und Pflege zum Schutz der Seehunde entlang der deutschen Nordsee-Küste finanzieren zu können, wurde die Aufzuchtstation Friedrichskoog in den 90-iger Jahren für Besucher geöffnet. Bei einem Besuch der Seehund-Aufzuchtstation in Friedrichskoog kann der Besucher viel Wissenswertes über die lustigen Robben in der Nordsee erfahren.

Seehundstation Friedrichskoog e.V.
Seehundstation Öffnungszeiten:täglich von 09.00 - 18.00 Uhr
täglich von 10.00 bis 17.30 Uhr
25718 Friedrichskoog
Tel. 04854/1372 - Fax. 04854/9231
↑Seehundstation Friedrichskoog
Der Seehund unterliegt dem ↑Jagdrecht. Er wird seit 1974 in Schleswig-Holstein nicht mehr bejagt, sondern unterliegt einer ganzjährigen Schonzeit. Trotz des umfangreichen Schutzes der Seehunde und Kegelrobben kommt es gelegentlich vor, dass junge Robbentiere das Muttertier verlieren. Egal ob durch Stürme, Verstoßen, Tod oder nur weil das Robben-Muttertier noch auf der Suche nach Futter ist. Zumeist sind auch Touristen eine Ursache dafür, dass Robbenmütter ihre Jungtiere verstoßen. Laut ↑Wikipedia nimmt „die Station in Friedrichskoog nimmt keine kranken oder verletzten Heuler mehr auf“. Grund dafür sind Diskussionen rund um den menschlichen Eingriff in die natürlichen Gegebenheiten der Nordsee. Daneben werden in der Seehundstation auch die kleineren jedoch seltneren ↑Kegelrobben (Halichoerus grypu) für ein erneutes Leben in der stürmischen Nordsee vorbereitet. Die nach Friedrichskoog verbrachten Seehunde oder Kegelrobben werden bis auf Einzelfälle wieder ausgewildert.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten wird in der Seehundstation gezielte Forschungsarbeit geleistet. Unter anderem werden an den Heulern und Alttieren Blutuntersuchungen und Verhaltensstudien durchgeführt. So lassen sich die Kenntnisse über Gesundheitszustand, Lebensweise und Schutzmöglichkeiten der Seehunde vertiefen. Neben den Seehunden informiert die Seehund-Aufzuchtstation in Friedrichskoog in einem Ausstellungsbereich auch über Robben und Wale. Das ganze Jahr über können die Besucher die Seehunde in der Naturanlage beobachten. Während der Fütterungen stehen die fachkundigen Mitarbeiter jederzeit für Fragen zur Verfügung. Eine umfangreiche Ausstellung (deutsch und englisch) vermittelt mit vielen Fotos ein leicht verständliches Wissen über Seehunde und andere Meeressäuger des Wattenmeeres. Die Ausstellung wird mit multimedialen Exponaten unterstützt.

Wenn in den Sommermonaten, nachdem Stürme die Nordsee durchwühlt haben, verlassene junge Robben, die so genannten „Heuler“ von Touristen oder Fischern gesichtet werden, werden diese von den ausgebildeten Helfern der ↑Seehundstation Friedrichskoog an Land gebracht und aufgezogen, damit diese später ein Leben im offenen Meer führen können. Deshalb ist es sehr wichtig, dass junge verlassene Seehunde (↑Heuler) nicht berührt, gestreichelt oder gar mitgenommen werden. Der heulende Ruf der jungen Seehunde ist kein Jammern und Klagen sondern der typische Ruf nach der Mutter. Verstummt der Ruf, weil die Tiere gestört werden, kann die Mutter den verlassen scheinenden Seehund nicht hören. Wer z.B. einen solchen „Heuler“, so werden verlassene Robbenbabys genannt, berührt kann gewiss sein, dass das Muttertier dieses junge Robbentier nicht mehr annimmt und es sicherlich verstoßen wird.
Das Anfassen oder Berühren einer jungen Robbe (Seehund Heuler), egal unter welchen Umständen ist grundsätzlich zu unterlassen! Wenn Sie bei einer Wattwanderung auf einen verlassenen „Heuler“ stoßen, informieren Sie die Polizei oder die nächste Kurverwaltung. Halten Sie mindesten 100 Meter Abstand von dem Tier und vermeiden Sie ein lautes Bellen bei mitgeführten Hunden.

Der Seehund (Phoca vitulina), welcher im Wattenmeer der nahen Nordseeküste lebt, ist ein im Meer lebendes Säugertier, mit gut ausgebildeten flossenartigen Pfoten an den oberen Brustseiten und ebenso flossenartigen Füßen. Das kurze, dichte und feste Fell der Seehunde ist zumeist von grauweißer bis hellbräunlicher Färbung und hat kleine braune Flecken. Die Fellfarbe und Fellzeichnung von Seehunden variiert regional sehr stark. Seehund Jungtiere haben ein helles seidiges Fell und keine Flecken. Auf Grund der pummlichen runden Gestalt sind Seehunde sehr wendige und ausgezeichnete Schwimmer. Die Körperform der Seehunde findet im Wasser nur wenig Widerstand und wird als besonders ergonomisch bezeichnet. Viele Autobauer haben von der ergonomischen energiesparenden Form der Seehunde einiges gelernt, was die heutigen Autos zu immer runderen „Schüsseln“ werden läst. Das lustige Aussehen der Seehunde verdanken die Tiere ihrer einzigartigen Kopfform, die sehr menschenähnlich ist. Mit einer Größe von etwa 1,70 bis 2 Metern und einem Gewicht von etwa 150 Kg sind Seehunde schon stattliche Tiere und können für den Menschen schon eine Gefahr darstellen, wenn man sich ihnen mehr als 10 Meter nähert. Die weiblichen Seehunde sind etwas kleiner und nicht so schwer. Seehunde haben einen kleinen schlanken Kopf mit zwei großen braunen Augen und einem kräftigen, aus einzelnen besonders langen Barteln bestehenden Bart. Die langen Barthaare werden zum Fühlen und Tasten benötigt. Seehunde leben in allen nördlich-gemäßigten Meeren und der Ostsee, welche ein Brackwassermeer ist. Die Seehunde bevorzugen Meere mit Ebbe und Flut, welche für ein Trockenfallen der Sandbänke sorgt. Auf diesen Sandbänken sonnen und erholen sich die Seehunde von ihren Fischzügen. Als besonders beliebte Sonnenbank der Seehunde in der Nordsee gilt die „Helgoländer Düne“ , eine vorgelagerte Sandbank der Insel Helgoland.
Seehund Patenschaften. Die Seehundstation Friedrichskoog e.V. ist ein eingetragener Verein zum Schutze der Seehunde und Robben an der Nordsee. Die Futter- und Tierarztkosten für ein Tier pro Jahr betragen laut der Seehundstation etwa 2555,- EUR pro Jahr. Zu diesem gutem Zweck bietet die Seehundstation Friedrichkoog die Möglichkeit, eine Patenschaft für einen der Seehunde bzw. eine der Kegelrobben zu übernehmen. Information zu Spenden und Patenschaften für die Seehundstation Friedrichskoog finden Sie unter ↑www.seehundstation-friedrichskoog.de., Button "Paten & Förderer"
Friedrichskoog liegt inmitten einer besonders typischen Nordsee Wattenmeer Landschaft zwischen Marne im Süden und Büsum im Norden in Schleswig-Holstein. Die Halbinsel Friedrichskoog - erst vor 150 Jahren durch Eindeichung dem Meer abgerungen, liegt am ↑Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, mit seiner Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen, beginnt direkt vor der Tür Friedrichskoogs. Vielen Tieren und Pflanzen bietet der Schlickboden ein Zuhause. Das Wattenmeer ist Kinderstube für Wattwürmer, Schnecken, Muscheln, Krebse, Krabben und immerhin rund 60 Fischarten. Sogar die kleinen, schüchternen ↑Schweinswale (Phocoena phocoena) werden hier gesichtet. Und im Gebiet schleswig-holsteinisches Wattenmeer leben rund 8.000 Seehunde, wovon man einige in der Seehundstation Friedrichskoog live und aus nächster Nähe beobachten kann. Friedrichskoog besteht aus zwei, durch die Koogstraße verbundenen Ortsteilen, dem malerischen Friedrichskoog und dem direkt am Wasser gelegenen Friedrichskoog-Spitze. In Friedrichskoog finden Sie den Hafen mit der Schleuse und der größten Krabbenkutterflotte der Westküste. Hier treffen Sie auf die Seehundstation, Geschäfte und Restaurants, Cafés, die Schutzstation Wattenmeer sowie die Hochzeitsmühle Vergißmeinnicht.
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