Nordsee
Salzwiesen an der Nordsee · Entstehung und Naturschutz

Salzwiesen im Nordseewatt entstehen durch kontinuierliche sedimentäre Ablagerungen bei Flut und stehen im Zusammenhang mit dem Watt und den Prielen im Watt. Salzwiesen werden deshalb Salzwiesen genannt, weil der Salzgehalt innerhalb des Bodens sehr hoch ist, so dass sich nur der Queller Salicornia europaea L. eine hochspezialisierte Salzpflanze, als erste Pflanze ansiedeln kann. Salzwiesen sind stets die ersten Verlandungszonen und bilden eine immer größer werdende Naht zwischen dem Meer, dem Watt und dem Festland. Wenn die Salzwiesen bei mittlerem Tidehochwasser nicht mehr vollständig überflutet werden können, kann sich eine Vegetation mit Pflanzen und kleinen Lebewesen entwickeln.

Verlandet ein Watt, findet die Salzpflanze Queller Salicornia europaea L., ein Gänsefußgewächse der Gattung Chenopodiaceae halt und kann sich ansiedeln. Jetzt steht der Besiedlung einer Salzwiese nichts mehr entgegen. Die Pflanze, welche nur auf salzhaltigen Böden lebt bindet den Schlick und die Schwebeteilchen. Sie verhindert auf diese Weise, dass das Meer den angeschwemmten Boden wieder abtragen kann. Je besser sich die Salzpflanze vermehren und ausbreiten kann, desto schneller verlandet das Watt und es bildet sich eine Salzwiese. Beginnt die Salzwiese auszutrocknen siedeln sich Pflanzen, wie der ↑Strandflieder (Limonium) oder die ↑Strandnelke (Armeria maritima) an. Die wiesenartige kleine Strandnelke mit den rosa-rötlichen buschigen Blüten ist gewiss vielen Steingartenfreunden gut bekannt. Durch den zunehmenden Bewuchs erhöht sich eine Salzwiese im Durchschnitt um 1cm pro Jahr. Der höchste Punkt einer Salzwiese ist meistens ein vom Menschen angelegter schützender Deich.
Für eine Vielzahl spezialisierter Lebewesen sind die Salzwiesen ein wichtiger Lebensraum. Einst hat man mit Schafen die Salzwiesen an der Nordsee beweidet, bis man feststellte, dass damit das Wachstum einer Salzwiese gestört wird. Heute sind die Salzwiesen an der Nordsee zu über 50% geschützter Lebensraum. Auf den etwa 10.000 Hektar Salzwiesen an den Nordseeküsten von Schleswig-Holstein leben ca. 1.650 Arten hochspezialisierter, wirbelloser Insekten. Davon können 250 Arten nur auf Salzwiesen leben. Deshalb bieten die Salzwiesen an der Nordseeküste vielen brütenden und seltenen Vögeln einen idealen Lebensraum und allen Naturfreunden Freude und Erholung.



