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Siegfried Marcus Erfindungen

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Erfindungen von Siegfried Marcus

Siegfried Marcus

Technikhistoriker sprechen aber heute von „Erfinderreihen“, wenn es um komplexe technische Neuerungen geht und lehnen die auf eine Person bezogene Bezeichnung „Erfinder“ ab, da solche Entwicklungen nie auf einen Menschen allein zurückzuführen sind oder nie isoliert, ohne Einflussnahme anderer, entstanden sind. Dieser Vorbehalt gilt sinngemäß auch für den Begriff „Erfindung“. Marcus hat z.B. seine Vergaser in den Patentschriften richtiger Weise als Verbesserungen bezeichnet.

Die folgende Zusammenstellung zählt bekannte „Erfindungen“ von Siegfried Marcus auf. Die erteilten Patente (oder bis 1899 in Österreich Privilegien genannt) gehen in ihrem Umfang weit darüber hinaus. Marcus hatte zu Lebzeiten 131 Patente – Mehrfachpatente enthalten - in 16 damaligen Staaten angemeldet!

Antigraph

1. Elektrotechnische, mechanische und andere physikalische Apparate

  • Telegraphenrelais, ca. 1847/48, (während der Zeit bei Siemens in Berlin)
  • Apparat zur Erzielung gleichförmiger Temperaturen mittels Gaslampe, 1855, (bereits in Wien)
  • Antigraph, 1856, (erleichtert das umständliche Verfahren, Originalbilder verkehrt auf Stein- und Metallplatten zu Druckzwecken zu zeichnen)
  • Feldtelegraph, 1862,
  • Thermosäule, 1865, (Zur direkten Erzeugung von elektrischen Strom aus Wärme)
  • Spiritusglühlampe, auch Marcus-Lampe genannt, (Vom Neuen Wiener Tagblatt im unmittelbar nach Marcus‘ Tod erschienen Nachruf als „wohl seine bedeutendste Erfindung“ bezeichnet !)

Elektrische Lampe, 1877

Kuriositäten, wie ein Apparat Photographie-Revue zur Vorführung von 50-100 Fotografien in Folge, ein Zauberapparat für das populäre Unternehmen „Kratky-Baschik“ im Wiener Vergnügungspark Prater und ein Krawattenbefestiger sollen nicht unerwähnt bleiben. Sie zeugen von der erfinderischen Vielseitigkeit des Siegfried Marcus - Grund für den hohen Bekanntheitsgrad, den der Erfinder im damaligen Wien genoss.
Marcuszünder

2. Zündapparate

Magnetelektrischer Zünder, Wiener Zünder, 1864 -1869,

Elektrischer Zünder für Explosionsmotoren ,1870, (Es ist unbekannt, ob es sich hier um einen galvanischen oder einen elektromagnetischen Zünder gehandelt hat. Die von dem Motor und Wagen erhaltenen Fotos zeigen auf der Hinterseite der Maschine – vorne stand der „Vergaser“ - ein Kästchen für den Zünder. Mit so einem Motor wurde der Erste Marcus –Wagen angetrieben. Aus dem Patentantrages von 1883, „Dies bewog mich, schon 1873 die Erzeugung des elektrischen Stromes ... mittels eines Magnetinductors zu bewirken, welcher eventuell durch den Motor selbst betrieben wird“, kann ein elektromagnetischer Zünder ausgeschlossen werden.)

Elektromagnetische Abreißzündung für Explosionsmotoren, 1882/83, (Patent für das Deutsche Reich 1883 erteilt. Der Strom wird elektromagnetisch erzeugt, der Zündfunke entsteht durch die Trennung der auf einander schleifenden Elektroden im Verbrennungsraum des Motors. Diese Art der Zündung wird in allen weiteren Zwei- und Viertaktmotoren von Marcus verwendet und ist auch im 1888 von Märky, Bromovsky und Schulz für den erhaltenen Zweiten Marcus-Wagen gebauten Motor vorhanden. Zum Unterschied von der Bosch-Zündung von 1897 handelt es sich hier um eine Niederspannungszündung.)

3. Apparate zur Carbonisierung der Luft (Vergaser)

Apparat zum Carbonisieren der atmosphärischen Luft, 1865, verbessert 1866, (diese Oberflächenvergaser verflüchtigten, d.h. verdampften Benzin. Sie waren für Beleuchtungszwecke und dem Betrieb von Motoren gedacht.)

Spritzbürstenvergaser, 1882/83, durch eine Benzinvorwärmung 1887 verbessert (Zerstäuber und nicht Verdampfer. Damit wurden auch die Viertaktmotoren von Marcus ausgerüstet. Der bekannte, erhaltene Zweite – Marcus – Wagen von 1888/89 ist mit einem solchen Vergaser ausgestattet.)

4. Explosionsmotoren und Motorwagen

Marcus Locomobile

Kompressionsloser, direkter Zweitaktmotor, österr. Privileg 1883 erteilt, (Bereits 1870 ist Marcus mit einem ähnlichen Motor als erster Mensch mit einem benzinbetriebenen Fahrzeug in Form eines einfachen Handwagens gefahren.)

Viertaktmotoren, ab 1887, (1888/89 baute die Firma Märky, Bromovsky und Schulz mit so einem Motor den „Zweiten Marcuswagen“, der Markus infolge einer 70 Jahre langen falschen Vordatierung auf 1875 weltbekannt machte. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die Bekanntheit von Marcus auf einer „Erfindung“ beruht, die er nie gemacht hat und die ihm fälschlich nach seinem Tod zugeschrieben wurde.)

Noch mehr Informationen gibt es unter ↑www.siegfried-marcus.de Quellen:
  • Erich Kurzel-Runtscheiner, „Siegfried Marcus: Lebensbild eines österreichischen Erfinders“, Wien 1956.
  • Gustav Goldbeck, „Siegfried Marcus, ein Erfinderleben“, VDI-Verlag, Düsseldorf 1961.
  • Hans Seper, “Damals, als die Pferde scheuten”, Wien 1968, Österr. Wirtschaftsverlag. Ursula Bürbaumer, „Das erste Auto der Welt?“, Wien 1998, Erasmus Verlag. Seper, Pfundner, Lenz. „Österreichische Automobilgeschichte“, Klosterneuburg 1999, Eurotax Verlag.
  • Horst Hardenberg, “Siegfried Marcus, Mythos und Wirklichkeit”, aus der Wissenschaftlichen Schriftenreihe des DaimlerChrysler Konzernarchivs, Bielefeld 2000, Delius & Klasing Verlag.
  • Helmuth Grössing (Herausgeber), Ursula Bürbaumer, Johannes Steinböck, Horst Hardenberg, Gerhard Schaukal und Ladislav Mergl in “Autos - Fahrer – Konstrukteure”, Wien 2000, Erasmus Verlag.
Autor: Günter Rott, Graz, Österreich
Last Edit: 17.11.06
Quellenangabe:
Bildangaben: Sammlung des Autors, Torsten Gertz
Erstellt: 14.11.2006
Version: 25.09.2013
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