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Blässgans (Anser albifrons) Blessgänse

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Leben der Blässgans (Anser albifrons)

Blässgans (Anser albifrons) - Blessgänse

Die ↑Blässgans, auch Blessgans, (Anser albifrons) ist eine ↑Gans aus der Gattung der ↑Feldgänse und gehört zur Familie der ↑Entenvögel. Ihren Namen hat die Blässgans aufgrund ihrer charakteristischen Stirnzeichnung, der „Blässe” erhalten. Dieses untrügliche Erkennungsmerkmal entwickelt sich allerdings erst mit der Kleingefiedermauser im Laufe des ersten Winters heraus. Ein weiteres Merkmal ist die schwarze Querbänderung am Bauch. Mit einer Flügelspannweite von ca. 168 cm ist sie etwas kleiner als die bekannte Graugans und wie alle Gänse, hat auch die Blässgans Schwimmhäute zwischen den Zehen.

Blässgänse sind Zugvögel. In jedem Jahr, bevor der Winter im Norddeutschen Tiefland Einzug hält, versammeln sich auf den nassen, von Wasser und Pfützen durchtränkten Polder Wiesen in der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz, entlang der Peene, tausende Blässgänse um dort zu überwintern. Im September nutzte noch eine kleine Anzahl Graugänse die Polder zum Übernachten. Die ersten Blässgänse finden sich im November in der Mecklenburgischen Seeplatte ein. In den ersten Wochen ihres Aufenthaltes bis Mitte April des kommenden Jahres fliegen sie noch morgendlich auf und kommen bei Einbruch der Dunkelheit, laut schnatternd auf die Feuchtwiese zurück.

Gänse beim Überwintern
Blessgänse, Kanadagänse und Saatgänse vor Malchin · Foto: Killikus 04.03.2015

Das Geschnatter der Blässgänse ist über den gesamten Winter am Tage und auch in der Nacht zu hören. Ab Anfang Januar, wenn kein Schnee gefallen ist und auf der Wiese viel Regenwasser steht nimmt die Anzahl der überwinternden Blässgänse mit jedem Tag zu. Ihren Höhepunkt erreicht die Anzahl der Blässgänse zwischen Anfang Februar und Mitte März. In den darauf folgenden Wochen kommen die Blässgänse aus den Winterquartieren und gesellen sich lautstark krakeelend zu den anderen hinzu.

Sobald die ersten Sonnenstrahlen in der ersten April Dekade den nahenden Frühling ankündigen, fliegen die Gänse in riesigen Schwärmen am Tage und in der Nacht, laut schnatternd über Mecklenburg und Vorpommern in riesigen Schwärmen hinweg in ihre Brutgebiete im Hohen Norden.

Man unterteilt die Blässgans in fünf Unterarten, wovon zwei in Eurasien brüten:

  1. ↑Europäische Blässgans (A. alb. Albifrons)
    Sie brütet in den ↑Tundren zwischen der nordrussischen ↑Kanin-Halbinsel bis an den ↑Chatanga auf der ↑Taimyrhalbinsel und überwintert verteilt auf mehrere Zugwegsysteme zwischen ↑Kasachstan und England.
  2.  
  3. Grönland-Blässgans (A. alb. Flavirostris)
    Sie brütet in Westgrönland und zieht über Island in die Wintergebiete in Schottland und Irland. Wegen ihres geringen Bestandes ist seit 2006 die Jagd auf ihrem gesamten Zugweg verboten.
  4. Pazifik-Blässgans (A. alb. Frontalis)
  5. A. alb. gambelli
  6.  
  7. Tule-Blässgans (A. alb. elgasi)
    Diese Blässgans ist mit etwa 5.000 Individuen die am wenigsten zahlenstarke Unterart der Blässgans und wird als gefährdet eingestuft.

Über die Zugwege der Blässgans ist im Detail bislang wenig bekannt, denn sie sind sehr unterschiedlich. Daher werden die Zugwege seit 1998 intensiv untersucht. Es gibt sogar eigens eine Fachgruppe dafür, die ↑Gänseökologie. Fest steht, die Blässgans hat zwei Lebensräume.

Einen Lebensraum für die Aufzucht der Jungen während des Frühjahres und Sommers. Dann lebt sie in der ↑arktischen Tundra, wie beispielsweise ↑Kanada, ↑Grönland oder ↑Sibirien. Der zweite Lebensraum dient dem Überwintern: Dazu ziehen die Blässgänse in gemäßigtere Regionen wie dem Schwarzmeer-Raum, Ungarn, Polen oder den Westen Europas in Großbritannien, Belgien, Niederlande und Deutschland. Zehntausende der in Russland brütenden Blässgänse kommen als Wintergäste alljährlich an den ´↑Unteren Niederrhein´.

Hier kann man in der kalten Jahreszeit unzählige dieser Zugvögel auf Wiesen am Rheinufer beobachten. Die Gänsemassen von oft mehr als tausend Stück locken in jedem Jahr viele Menschen an, die dieses Naturschauspiel bewundert wollen. Solange die Personen im Auto bleiben, und sich nicht zu Fuß nähern, lassen die Tiere sich gerne beobachten. Ganz Schulklassen kommen hier her, um die Tiere aus verhältnismäßig kurzer Distanz zu sehen. In den Wintergebieten findet auch die Balz statt. Die Verpaarung findet mit dem zweiten Lebensjahr statt und die monogame Ehe hält in der Regel ein Leben lang. Das können immerhin bis zu stolzen 25 Jahre sein.

Im Brutgebiet angekommen, wird ein geeigneter Brutplatz gesucht, denn die arktischen Sommer sind kurz. Der Nestbau beginnt dann Anfang bis Mitte Juni, wenn die intensive Schneeschmelze eingesetzt hat. Das locker gebaute Nest wird mit trockenem Gras und Dunen ausgekleidet, worin die 4-5 Eier für ca. 28 Tage vom Weibchen ausgebrütet werden. Das Männchen bewacht währenddessen das Nest vor Fressfeinden. Wie bei den Graugänsen auch, sind die Küken der Blässsgänse, ↑Gössel genannt, Nestflüchter und werden von beiden Elternteilen in den ersten sechs Wochen geführt. Während der Mauserzeit, wenn die Altvögel flugunfähig sind und die Jungvögel ihre Flugfähigkeit noch nicht erreicht haben, bilden die Gänse große Scharen, die bei Gefahr auf freie Wasserflächen ausweichen. Die Altvögel erlangen ihre Flugfähigkeit etwa ab Mitte August zurück. Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Jungvögel flugfähig. Kurze Zeit danach beginnt der Abzug in die Wintergebiete. Blässgänse sind besonders außerhalb der Brutzeit sehr gesellige Tiere und sind in den Wintergebieten oft mit ↑Saatgänsen (Anser fabalis)vergesellschaftet.

In den Rast- und Überwinterungsgebieten zeigen Blässgänse einen ausgeprägten Tagesrhythmus. Morgens verlassen sie den Schlafplatz in den Gewässern und verteilen sich großräumig in die Nahrungsgebiete. Besonders im Herbst, kurz nach ihrer Ankunft, dienen die Gewässer bis zum frühen Nachmittag zum Trinken, Baden und Ruhen. Dann fliegen die Gänse erneut zur Nahrungssuche ab. In der Abenddämmerung erfolgt der gesammelte Anflug zurück zu den Schlafgewässern. Die Gänse fallen in der Gewässermitte ein, suchen zum Schlafen aber geschützte Flachwasserzonen auf. Vom Spätherbst bis zum Frühjahr verbleiben die Tiere tagsüber auf den Nahrungsflächen, solange sie ungestört sind. Dann trinken sie an kleinen Lachen und Pfützen bzw. fressen Schnee. In besonders mondhellen Nächten und bei Schnee kann der Flug zum Schlafgewässer auch völlig entfallen.

Gänse beim Überwintern
Kraniche mit Blessgänsen auf der Insel Rügen · Foto: Killikus 20.10.2014

Blässgänse ernähren sich von Gräsern, Wurzeln und den Samen vieler Pflanzen. In Mitteleuropa bevorzugen Blässgänse eine Kombination aus großen Wasserflächen mit Flachwasserzonen als Schlafplätze und ungestörten Nahrungsgebieten in Form von Wiesen und Weiden bzw. Mais- und Getreidestoppeläckern und abgeernteten Hackfruchtäckern. Doch trotz der allgemeinen Zunahme des Maisanbaus kam es in den letzten Jahren zu regionalen Verschlechterungen des Nahrungsangebotes, da der Großteil der Maisäcker kurz nach der Ernte umgebrochen wird und Stoppeläcker zum Äsen fehlen.

 
Schlafplatz der Blässgänse
Wildgänse Ruheplatz in der mecklenburgischen Schweiz · Foto: Killikus 04.03.2015

Dann weiden die Blässgänse bevorzugt auf Rapsäckern und Wintergetreide, was ihnen zum tödlichen Verhängnis wird. Denn der Feind Nr.1 der Blässgänse ist der Mensch. Den Bauern sind die Gänse auf den Feldern im Winter ein Dorn im Auge und sie werden rücksichtslos gejagt, gefangen und vergast. Durch die intensive jagdliche Verfolgung und Lebensraumveränderungen hatten sich die Bestände der „Ost-/Nordsee-Population“ Anfang der 1960er Jahre auf ca. 30.000 Individuen verringert. Seitdem nehmen die Winterbestände im Ost- und Nordseeraum aber wieder zu und erreichen gegenwärtig ca. 950.000 bis 1.200.000 Individuen.

Dennoch ist der Jagddruck auf die Gänse enorm. Gerade in Island, der Zwischenstation auf dem Weg in die Arktis, liegen überall in der Natur verstreut leere Patronenhülsen von der Jagd auf die Gänse. Selbst auf ihren Schlafflächen im Moor werden sie nicht in Ruhe gelassen. Viele Tiere werden auch illegal bejagt. Aber auch natürliche Feinde wie der Seeadler, Fuchs, Wolf oder Marderhund setzen den Blässgänsen zu.

Doch es gibt auch positive Umstände, die der Erhaltung der Gänse dienen. So sind gerade in Mitteldeutschland zunehmend Rastbestände zu verzeichnen. Dies liegt an der Flutung von vielen Tagebauseen, die für neu entstehende Rastgewässer sorgen. So bleibt uns zumindest in Mitteleuropa im Winter der Anblick dieser schönen Tiere hoffentlich noch lange erhalten.

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Autor: Ester Verhoik, Johannes Ludewig
Last Edit: 13.10.16
Quellenangabe: Wikipedia
Bildangaben: Killikus Nature UG
Erstellt: 11.10.2016
Version: 25.09.2013
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