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Horst (Greifvögel)

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Horst - Nest der Greifvögel (Raubvögel)

Horst (Greifvögel, Raubvögel)

Adlerhorst bei Pisede, Mecklenburgische Schweiz

Als Horst wird lt. deutschem ↑Duden das Nest von Greifvögeln bezeichnet und bezieht sich auf das zum Bau des Nestes verwendete Strauchwerk. Man spricht typischer Weise von einem „Adlerhorst (Seeadlerhorst)“ und nicht von einem „Adlernest“. Das Nisten der Greifvögel wird als „Horsten“ und nicht als „Nisten“ bezeichnet. Der Horst von Greifvögeln, welche früher als Raubvögel oder „Raubzeug“ bezeichnet worden, werden von den Zoologen in Greif- und ↑Habichtartige und Falken unterschieden.

Zu den bekanntesten Greifvögeln gehören: der Steinadler (Aquila chrysaetos), der Fischadler (Pandion haliaetus), der Schrei- oder Pommernadler (Aquila pomarina), der Habicht (Accipiter gentilis), die Rohrweihe (Circus aeruginosus), der Mäusebussard (Buteo buteo), der Merlin (Falco columbarius), der Turmfalke (Falco tinnunculus), der Baumfalke (Falco subbuteo), der Sperber (Accipiter nisus) und auch der Kuckuck (Cuculidae).

Der Horst eines Greifvogels wird in den meisten Fällen auf sehr hohen, gut anfliegbaren Buchen, Eichen oder Nadelbäumen sowie Felsvorsprüngen und offenen Türmen (Turmfalken) gebaut. Dabei benutzen die Greifvögel, je nach Größe des Vogels, Strauchwerk aller Art sowie Äste mit einer Stärke bis zu 2 Zentimeter. Mit dem Futter, welches die Greifvögel für den Nachwuchs fangen werden Grasbüschel und Samen von allerlei Pflanzen mit in den Horst getragen.

Adlerhorst auf einer Rotbuche
Seeadlerhorst des Seeadler (Haliaeetus albicil) auf Buche in der Mecklenburgischen Schweiz
Greifvogelhorst auf Lärche
Greifvogel Horst auf einer Lärche bei Schloss Grubenhagen
Horst bei Wendischhagen

Die mitgetragenen Pflanzen und die aufgehenden Samen verfestigen den Horst innerhalb einiger Jahre zu einer stabilen Burg, hoch oben in den Bäumen. In den meisten Fällen erscheint der Horst eines Greifvogels eher liederlich und einfach gebaut. Dennoch sollte bemerkt werden, dass der Horst eines Greifvogels bequem Windgeschwindigkeit von mehr als 160 Km/h unbeschadet überstehen kann. Dazu kommt, dass die Greifvögel ihre Horste immer an exponierte Stellen bauen, was bedeutet, dass Greifvögel ihre Horste bevorzugt auf einem Baum an der höchst möglichen Stelle einer Erhebung oder auf völlig frei stehende Hochspannungsmasten bauen.

Die Horste der Greifvögel sind nur an den Stellen zu finden, wo der Greif den geringsten Kraftaufwand für den Start und die Landung benötigt. Wie ein Falkner mir berichtete, sind Greifvögel die „faulsten“ aller Vögel. Greifvögel fliegen nur für die Nahrungssuche auf und nutzen dabei den Wind und die vorhandene ↑Thermik, also die vorhandenen Luftströmungen. Da einige Greifvögel schon ein beachtliches Eigengewicht auf die Waage bringen, ist es für den Vogel erforderlich, seinen Horst so nah wie möglich „am Wind“ zu bauen. Je größer ein Greifvogel ist, desto höher sind die Horste angelegt. So haben die Fischadler und die Seeadler in der Mecklenburgischen Schweiz ihre Horste in einigen hohen, freistehenden Buchen auf den 120 Meter hohen Erhebungen der Hügelkette gebaut. Die hoch angelegten Horste bieten wichtige Vorteile beim Start und der Landung der riesigen „fliegenden Teppiche“, wie die Seeadler von den Einheimischen lustiger Weise genannt werden. Startet ein Seeadler von seinem Horst in einem Wald, macht dieser einen leichten Sprung in die Luft, breitet die Flügel aus und positioniert sich hochkant, damit die Flügelspitzen die umliegenden Bäume nicht berühren. In dieser Position fliegt der Greif dann parallel in den Wind und lässt sich davon in die Höhe tragen. Beim Start aus seinem Horst kann ein Adler leicht bis zu 10 Metern an Höhe verlieren, dennoch benötigt er keinen einzigen Flügelschlag um sich weiter in die Höhe zu erheben.

Greifvogel Horst

Hinweis:
Um die Greifvögel beim Beobachten nicht zu Stören benutzt man ein einfaches ↑Vogelbeobachtung Tarnzelt.

Autor: Johannes Ludewig
Last Edit: 14.02.15
Quellenangabe: Handbuch Natur, Seehamer Verlag GmbH, S.57/58
Bildangaben: Johannes Ludewig, Januar/Februar 2007
Erstellt: 06.03.2007
Version: 25.09.2013
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