Altweibersommer vom 17. September bis 3. Oktober.
Altweibersommer (Singularität im Herbst)
Siehe auch: Wetter im Herbst (September bis Ende Oktober)
Als „Altweibersommer“ oder auch „Weiber Sommer“ wird ein sommerlich erscheinender Wetterabschnitt im Herbst, beginnend um den 17. September (Quelle: September) und endend etwa dem 3. Oktober (Quelle: September) bezeichnet, der sich durch etwa 10 besonders schöne, teilweise sogar sehr angenehme warme Tage auszeichnet, deren Temperaturen 26°C am Tage erreichen können.
Da zu dieser Zeit sowohl die Gewässer als auch der Boden noch sommerlich temperiert sind, kommt es in den bereits kühleren Nächten während dem Altweibersommer zu einer sehr starken morgendlichen Nebelbildung, welche als Bodennebel, in Form von Nebelschwaden, besonders Gewässer, Wiesen und Auen überziehen. Da wir die Bezeichnung „Altweibersommer“ jedoch als nicht mehr als so zeitgemäß betrachten, nennen wir den Altweibersommer gern „Romatiksommer“, da diese Bezeichnung die herbstliche Spätsommer Wetterlage am ehesten beschreibt.
Wie entsteht der „Altweiber“ Romantiksommer? - Entstehung Altweibersommer
Während des Hochsommers sind die sommerlichen Temperaturen, östlich der Oder, bis weit nach Osteuropa und weiter bis nach Sibirien besonders hoch. In Osteuropa und darüber hinaus kann ein Sommer schon mal 39°C und mehr haben. Zwischen dem 9. August und dem 1. September beginnen die Temperaturen im östlichen Osteuropa langsam zu fallen und haben dann um den 15. September herum etwas das Niveau von Mitteleuropa erreicht.
Die Temperaturen in Sibirien fallen zwischen dem15. August und dem 15. September, innerhalb nur eines Monats, von etwa 35° bis etwa 17°C und weiter bis 8°C. Da vor Grönland die Temperaturen um den 15. September ähnlich bzw. gleich hoch bzw. gleich niedrig sind, entsteht zwischen dem 17. September und dem 3. Oktober im Norden von Europa ein temperiertes Gleichgewicht, was zu einem sehr großen kontinentalen Hochdruckgebiet zwischen Ost- Mittel- und Südeuropa führen kann. Dieses Hochdruckgebiet verhindert solange den Zustrom feuchter Meeresluft aus dem Nordatlantik, wie die Temperaturen zwischen Sibirien und Grönland gleichbleibend sind.
Zwischen dem 3. Oktober und dem 7. Oktober kommt es jedoch vor Grönland in den meisten Jahren zu ersten kalten Nächten - ein wenig unter der Nullgradgrenze. Bereits dieser leichte und kurze Kälteeinbruch Anfang Oktober, vor den Inseln Grönland und Island sorgen dafür, dass der Altweibersommer ein Ende finden kann, weil die Stabilität, der insgesamt eher kühlen Temperaturen zwischen 6° und 12°C auf der Nordhalbkugel unterbrochen wird.
Die erste Herbstabkühlung im Nordatlantik kann sich vom 1. Oktober bis zum 10. Oktober hinziehen, was zur Folge hat, dass der Altweibersommer Anfang Oktober unterbrochen wird und es dann für einige Tage im Oktober auch kühl und verregnet sein kann. Im weiteren Verlauf des Monats Oktober kommt es jedoch erneut zu einer Angleichung der Temperaturen auf der gesamten Nordhalbkugel, was wiederum zu einem oder mehreren Hochdruckgebieten führen kann. Die erneute Angleichung kann sowohl ein Temperaturanstieg als auch einen Temperaturabfall in den einzelnen Regionen sein; es führt immer zu einer weiteren Schönwetterperiode im Herbst.
Wetter im Altweibersommer
Das Wetter im Altweibersommer kennzeichnet eine etwa 10-tägige Periode besonders schöner sonniger Tage, zwischen Ende September bis Anfang Oktober. Darüber hinaus kann es auch gegen Ende Oktober nochmals zu einem Altweibersommer kommen, welche dann jedoch deutlich kühler als der Altwebersommer Ende September ausfallen. Im Altweibersommer können die Tagestemperaturen bis auf 28°C ansteigen, was auf den noch hohen Sonnenstand sowie die noch erwärmte Erdoberfläche zurückzuführen sein dürfte.
Wikipedia und der „Altweibersommer“ Text
WIKIPEDIA: Der „Altweibersommer ist eine so genannte meteorologische Singularität und bezeichnet einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im Spätjahr, oft im September, der sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet.
Das kurzzeitig trockenere Wetter erlaubt eine gute Fernsicht und intensiviert den Laubfall und die Laubverfärbung.“ (Quelle: Wikipedia; Altweibersommer) beschreibt der Autor den Altweibersommer. Da der sogenannte „Altweibersommer“ nach unserer Ansicht eine nachvollziehbare meteorologische Entwicklung des Herbstes auf der Nordhalbkugel ist, welche durch die Angleichung der Temperaturen auf der gesamten Nordhalbkugel entsteht, können wir diese Definition nicht teilen.
(Als Singularität kann man jedoch den vergleichbaren „Martinisommer“ bezeichnen, weil der Martinisommer, welcher „zwischen dem 15. November und dem 20. November sowie zwischen dem 23. November und dem 27. November“ (Killikus; November) oder sogar im Dezember, mit plötzlich auftretenden sommerlichen Temperaturen (2006) eintreten kann, ein eher untypisches Wetter für Nordeuropa zu dieser Jahreszeit ist.)
Altweibersommer
„In Wetterstatistiken ist diese Schönwetterperiode seit ca. 200 Jahren nachweisbar und in Bauernregeln sogar seit mehreren Jahrhunderten.“ schreiben die Autoren der Website bauernregeln.net. Darüber hinaus erwähnen die Autoren, dass „im Christentum entstandene- Legenden wiederum zu wissen berichten, daß die Silberfäden des Altweibersommers aus dem Mantel Marias stammen, den sie bei ihrer Himmelfahrt trug. Im Volksmund heißen deshalb diese Spinnfäden auch "Marienfäden", "Marienseide", "Marienhaar" oder "Unserer Lieben Frauen Gespinnst".
Insgesamt kann man sagen, dass der „Altweibersommer“ bzw. der „Romatiksommer“ auf den beginnenden Herbst auf der Nordhalbkugel zurückzuführen ist, dass während der Abkühlung die erwärmte Erdoberfläche sowie deren Gewässer, warme Feuchtigkeit an die kalte Luft abgeben, welche nicht in die Höhe aufsteigt sondern sofort als Tau auf den Boden zurückfällt. Dabei gelangt der feine Tau in die Spinngewebe der noch jungen Baldachinspinnen (Linyphiidae) und weiterer Spinnenarten, welche besonders im Herbst riesige und kleinere Netze zum Fangen von Kleinstinsekten aufspannen.
Altweibersommer und die mittelalterliche Geschichte
Da die Menschen im 21. Jahrhundert ein sehr umfangreiches Wissen über die Natur und der Abläufe besitzen, ist ein herbstlicher Tag mit Bodennebel der in langen und ausgedehnten Schwaden über das Land zieht, keine Bedrohung sondern gilt eher als besonders romantische. Maler wie Caspar David Friedrich sowie weitere Romantiker haben sich sowohl in der Malerei als auch in der Schriftstellerei in besonderer Weise diesen zutiefst lyrischen Zeitabschnitt im Herbst gewidmet.
Im Mittelalter, als man noch an Feen, Götter, Zwerge, Kobolde und andere Wesen glaubte, muss ein Altweibersommer eine ziemliche Bedrohung dargestellt haben, denn nach dem „Altweibersommer“ begann nach kurzer Zeit der Winter, welcher gerade im Mittelalter, insbesondere zwischen dem 15. Jahrhundert und dem 17. Jahrhundert, als in Europa eine „Kleine Eiszeit“ herrschte, sehr viele Entbehrungen und Sorgen den Menschen brachten. Aus diesem Grund das Erntedankfest, bei dem man Gott für die Gaben der Ernte dankte wird und um einen milderen Winter bat.



