Wetter im Herbst zwischen dem 6. September bis zum 4. November. Altweibersommer.
Wetter im Herbst in Norddeutschland
Das Wetter im Herbst in Norddeutschland kann als überwiegend gleichmäßig bis schön bewertet werden, wenngleich bereits in der ersten Septemberwoche immer mit kräftigen Winden oder gar Stürmen zu rechnen ist! Ebenfalls ist in der ersten Oktoberwoche mit kräftigen Winden zu rechnen.

Der norddeutsche Herbst setzt nach der ersten Septemberwoche, nach dem 10. September ein und erstreckt sich, ziemlich gleichförmig und stabil über den Oktober hinaus bis etwa bis zum 4. November, wo es in den häufigsten Fällen erste Schneefälle in den niederen Lagen an der norddeutschen Ostseeküste gibt. Sofern in Sibirien kein allzu früher Winter einsetzt, kann man in Norddeutschland mit einem wunderschönen Spätsommer und Herbst rechnen.
Der Herbst in Norddeutschland beginnt, unabhängig von allen meteorologischen Richtigkeiten und Betrachtungen, bereits wenige Tage nach den Hundstagen, etwa zwischen dem 10. August und dem 15. August. Obwohl der August eindeutig zum Hochsommer gehört, kann man sagen, dass nach dem 15. August an der Nordseeküste oder der Ostseeküste nur äußerst selten sommerliches Wetter einsetzt. Nach dem 15. August kommt es in vielen Jahren in Norddeutschland zwar nochmals zu einer Schönwetterperiode mit Temperaturen bis zu 26°C Die Nächte sind dann aber bereits sehr kalt, feucht und ungemütlich. Dem gegenüber steht jedoch, dass die Temperaturen der Gewässer angenehme 17° bis 20°C Wassertempertur haben.
Der erste Herbststurm, zwischen dem 6. September und dem 10. September, kommt zustande, wenn in Nordosteuropa, genauer gesagt in Sibirien letztmalig sehr hohe sommerliche Temperaturen erreicht werden und kurze Zeit danach zu fallen beginnen. Denn mit dem kräftigen Temperaturabfall in Nordosteuropa, wo im Sommer Temperaturen von mehr als plus 40°C erreicht werden, beginnt eine Temperaturangleichung mit Nordwesteuropa und Nordeuropa.

Während vor Grönland die Temperaturen auch im Hochsommer nur wenige Grade über plus 25°C hinausgelangen sind die Temperaturen in Nord – und Ostrussland deutlich über der 35°C Marke. Diese meistens sehr kräftigen Temperaturunterschiede in Nordeuropa führen über den ganzen Sommer zu Unwettern in Mittel- und Westeuropa, welche häufig mit Sturm- und Hagelschauern verbunden sind.
Etwa ab dem 10. September beginnen in Osteuropa die Temperaturen auf durchschnittliche 12° bis 17°C zu fallen, was zu einer Temperaturangleichung in ganz Nordeuropa führt. Sind die Tagestemperaturen in Sibirien von mehr als 28°C bis auf durchschnittliche 17° C um den 25. September gefallen, ist die herbstliche Angleichung der nordeuropäischen Witterungsbedingungen erst einmal abgeschlossen und bei uns in Mitteleuropa setzt ab dem 24. September der erste Spätsommer ein.
Obwohl die durchschnittlichen Tagestemperaturen im Spätsommer nicht nennenswert über 22°C ansteigen, kann ein sonniger Tag doch wohl und wollig wirken, weil zum einen die Böden und die Gewässer entsprechende Wärme abgeben und zum anderen die Sonnenstrahlen noch erhebliche Wärme spenden.
Da sich jedoch die Temperaturen in Osteuropa weiterhin kräftig abkühlen und bereits Anfang Oktober unter die Nullgrad-Grenze fallen können, vergrößern sich die Temperaturunterschiede zwischen Nordwesteuropa und Nordosteuropa wieder. Aus diesem Grund kann es zwischen dem 1. Oktober und dem 6. Oktober erneut zu Stürmen und Unwettern kommen. Nach dem 1. Oktober beginnen dann auch die Temperaturen in Nordeuropa zu fallen, was wiederum zu einer Temperaturangleichung im Oktober führt. Einhergehend mit diesen Temperaturangleichungen kommt es in Mitteleuropa zum namentlichen Altweibersommer.
Altweibersommer
Der „Altweibersommer“ wird in Wikipedia als „… so genannte meteorologische Singularität“ bezeichnet, welche „einen Zeitabschnitt mit gleichmäßiger Witterung im Spätjahr, oft im September, welcher sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet. Das kurzzeitig trockenere Wetter erlaubt eine gute Fernsicht und intensiviert den Laubfall und die Laubverfärbung. …“ (Quelle: Wikipedia / Altweibersommer)
Nach KILLIKUS entsteht der „Altweibersommer“ durch die Temperaturangleichung zwischen Nordwesteuropa (Island/Grönland) und Nordosteuropa (Sibirien). Haben die Temperaturen an beiden Orten einen annährenden Wert von +/- 2° C erreicht entsteht auf der Nordhalbkugel ein Hochdruckgebiet, welches zwischen dem 25. September über den Oktober, bis weit in den Dezember (s. Diagramm 2006) gleichbleibendes sonniges Wetter verursachen kann! Durch die sonnige Hochdruckwetterlage kann die Sonne über den Tag die häufig feuchten Luftmassen kräftig erwärmen, welche dann in der Nacht auf herbstliche Temperaturen von unter 10°C abgekühlt werden und in Form von Nebel als feiner Niederschlag am Boden abgelegt werden.
Ursache für den feinen Niederschlag, der sich auf Spinngeweben und Pflanzen bildet sind nicht nur die feuchten erwärmten Luftmassen, sondern auch die Feuchtigkeit, welche aus den noch warmen Gewässern, Meeren und Böden am Tage und in Nacht aufsteigen und bei nachfolgender Abkühlung als Nebel wieder zu Boden fallen.

Je gleichbleibender und gleichmäßiger die Temperaturen in Nordeuropa fallen; oder anders gesagt: je später in Nordosteuropa der Winter einsetzt, desto länger kann sich der Altweibersommer in Mitteleuropa halten und uns mit sonnig wolligen Temperaturen erfreuen. Eine besonders interessante Herbstwetterlage entsteht, wenn die Temperaturen in Nordeuropa gleichbleibend bis in den Frostbereich fallen – dann erleben wir einen „Altweibersommertag“ mit herrlichem Raureif in den Bäumen.

Kommt es jedoch in Nordosteuropa im Oktober plötzlich zu kräftigen Kälteeinbrüchen, wie unsere Herbst-Diagramme (2008 / 2009) zeigen, wird die sensible Wetterlage von einem Tag auf den anderen kräftig gestört und es kommt in Mitteleuropa zeitnah zu einer spürbaren Wetterverschlechterung hin zu regnerisch-kalten- und stürmischen Herbstwetter.
Das Ende des Herbstes ist in den meisten Fällen der 4. November. Um den 4. November fallen in Sibirien die Temperaturen aus dem Plusbereich deutlich in den Minusbereich. Es entstehen dann in Nordeuropa kurzzeitig Temperaturunterschiede von mehr als 15°C, welche je nach russischer Wetterlage auch deutlich größer sein können. Weil jedoch der Nordatlantikstrom aus dem Golfstrom weiterhin warme Luftmassen und Feuchtigkeit nach Nordwesteuropa und Mitteleuropa tragen, entsteht das für uns typische milde und feuchte Winterwetter, welches erst nach dem 10. Dezember wirklich winterlich wird.
Fazit: Ein schöner Herbst und ein schöner Altweibersommer entstehen immer dann, wenn der Winter in Sibirien sehr spät, möglichst erst Ende November einsetzt.

Setzt der Winter in Sibirien jedoch bereits sehr zeitig, z B. im Oktober ein (was im Killikus Wetter-Diagramm durch einen besonders starken Ausschlag der gelben gestrichelten Linie abgebildet wird), dann ist der Spätsommer, der Herbst und der Altweibersommer vorbei und der erste Winter kommt mit einer unangenehmen kühlen feuchten und stürmischen Witterung in Norddeutschland daher.
Herbst Wetter 2010 (Herbstwetter)

Herbst Wetter 2009 (Herbstwetter)

Herbst Wetter 2008 (Herbstwetter)

Herbst Wetter 2007 (Herbstwetter)

Herbst Wetter 2006 (Herbstwetter)







