Überflutungswiesen sind als Marsch entlang der Nordseeküste, an Gewässern wie Bodden oder Haff sowie an großen Flüssen, wie dem ↑Rhein, der ↑Elbe, der ↑Eider, der ↑Oder und der ↑Peene anzutreffen. Alle Überflutungswiesen dienen dem Hochwasserschutz und stehen in keinem regulären Zusammenhang zu naturnahen Feuchtwiesen, welche zumeist noch wachsende Niedermoore sind. Überflutungswiesen werden bei Hochwasser überflutet und entlasten damit den Anstieg der prall gefüllten Flüsse in erheblichem Maß. Deshalb darf in der Nähe von Überflutungswiesen nicht gebaut werden. Zumeist werden die Überflutungswiesen als Futterwiesen oder Weidewiesen genutzt. Ehemalige Überflutungswiesen können, insbesondere bei Renaturierungsmaßnahmen wieder zu Feuchtwiesen umgewandelt werden. Dies geschieht seit 1992 an der Peene, zwischen dem Kummerower See und Anklam an der Ostsee, wo durch Landgewinnung im 19. Jahrhundert, das erworbene Land im 20. Jahrhundert soweit abgesunken ist, dass eine weitere Nutzung ökologisch bedenklich war.
Überflutungswiesen können nicht als Feuchtwiesen, Nasswiesen oder Sumpfwiesen bezeichnet werden, weil Überflutungswiesen keinen eigenen ganzjährigen Wasserstand haben. Überflutungswiesen fallen im Sommer trocken, dienen dem Hochwasserschutz und werden vorwiegend als Weidewiese und Weideflächen genutzt.



Überflutungswiesen bei Neukalen am Kummerower See
Am Kummerower See in der Mecklenburgischen Schweiz, auf der Westseite, zwischen Malchin und Neukalen erstrecken sich diverse Polder, einige Torfgräben mit Kanälen, neue Flachwasserseen, ausgedehnte Feuchtwiesen und Überflutungswiesen mit befahrbaren Sandwegen sowie breite Schilfgürtel, die der Tierwelt genügend Lebensraum bieten und dem Naturbesucher das Herz etwas höher schlagen läßt. So bewohnen fast alle seltenen heimischen Lurch- und Froscharten, wie der Moorfrosch, der Laubfrosch und die Rotbauchunke, die mit Gräben durchzogenen Feuchtwiesen in dem nur wenige Hektar großem Naturschutzgebiet „Neukalener Moorwiesen“. Die ehemaligen durch Polder (Art von Deichen im Binnenland) geschützen Weideflächen „Kleine Rosin“ und „Große Rosin“ sind seit den Renaturierungsmaßnahmen im Peene-Niedermoor seit 2007 erstmalig vollständig überflutet.


